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Do, 10:52 Uhr
13.01.2022
Rote Listen werden an Thüringer Schulen verteilt

Artenschutz braucht Nachwuchs

Die Publikation der „Roten Listen für Thüringen“, die im Oktober neu herausgegeben wurde, wird in den kommenden Tagen an staatlichen und freien Thüringer Gemeinschafts-, Gesamt- und Regelschulen sowie Gymnasien kostenfrei verteilt...

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Zum Auftakt der Verteilung der rund 800 Bücher am Druckzentrum Gera erklärt Umweltministerin Anja Siegesmund: „Die Roten Listen sind Grundlage vieler politischer Entscheidungen im Natur- und Artenschutz, von der Naturschutzförderung bis hin zur Etablierung von Schutzgebieten. Ihre Erstellung braucht viel Fachwissen und ehrenamtliches Engagement. Für diese wichtige Aufgabe wird dringend Nachwuchs gesucht, um so unsere Naturschätze hier in Thüringen zu erhalten. Mit den Büchern lernen die Schülerinnen und Schüler Gelbbauchunke, Westgroppe oder Igelsamen kennen. Sie lernen, dass noch immer rund 40 Prozent aller untersuchten Arten in Thüringen gefährdet sind. Für eine echte Wende im Artenschutz müssen wir unsere Anstrengungen verstärken und dabei kann jede und jeder mithelfen.“

Die Rote Listen sind ein umfassendes Nachschlagewerk der gefährdeten Arten in Thüringen und entstehen unter der Federführung des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) in Zusammenarbeit mit rund 600 Fachleuten aus Fachvereinigungen, Behörden und Hochschulen. Rund 100 Personen haben als Autorinnen und Autoren die 16.972 in kleinteiliger Feldarbeit gesuchten und bestimmten Arten, Pflanzengesellschaften und Biotope in 44 Listen bewertet. Für die umfangreichen Kartierungen werden neben den erfahrenen Artenkennern und Artenkennerinnen Thüringens dringend auch Nachwuchsexpertinnen und -experten für die Erstellung zukünftiger Roter Listen gebraucht.
Autor: red

Kommentare
Örzi
13.01.2022, 12.22 Uhr
Kein Nachwuchs?
Was ist mit den "Freitage für Zukunft" Aktivisten, machen die nichts? Wäre doch eine sinnvolle Aufgabe.
HisMastersVoise
13.01.2022, 12.52 Uhr
Vom Reden und Tun !!
Um die Ernsthaftigkeit dieser Kampagne erkennen zu können, wäre das Schicksal des FFH-Biotops Apfelstedt bei Erfurt beispielgebend. Dort wurde einem fast vierzig Kilometer langen Biotop das Wasser entzogen, um eine Wasserturbine zu speisen. Seit 2015 wird vor unserer Haustür eine Wasserturbine in Krimderode illegal betrieben, da die Errichtung einer Fischwanderhilfe als Bestandteil der Betriebserlaubnis noch immer nicht gebaut wurde. An unserer Salza werden Fäkalien von Tonnen von Mastforellen jeden Tag in den Fluss abgeleitet. Überall wachsen inversive Pflanzenarten wie Herkulesstaude, Orientalische Zackenschote und Japanknöterich. In unseren Biotopen breiten sich Kormoranschwärme aus und vernichten genau die Arten, welche auf der roten Liste als stark gefährdet gelten. Wir brauchen keine medienwirksamen PR-Aktionen sondern endlich das klare Bekenntnis zur Heimat und zu den Menschen da draussen, die unsere Biotope mit so viel Engagement retten. Und wir brauchen Politiker, die das Rückgrat haben, auch zu handeln und nicht jedes Problem weglächeln.
Kritiker2010
13.01.2022, 13.09 Uhr
Kein Nachwuchs, weil andere „Themen“ wichtiger sind.
Nein hier muss nicht das Thema mit dem „C“ herhalten. Das Problem zeichnet schon länger ab. Der fehlende Nachwuchs ist sicher oft der Spaßgesellschaft geschuldet aber auch der Tatsache, dass die Köpfe vieler junger Leute mit politisch motiviertem Blödsinn gefüllt sind.

Heute muss man sich ja zunächst erst mal selbst finden - etwa bis 27.
Während dieser Zeit gibt es andere und wichtigere Dinge: das Austesten diverser Geschlechter und Identitäten, den Kampf gegen imaginäre Nazis (über die Echten wissen sie ja nix), den Kampf gegen das Klima, gegen den Kapitalismus, gegen die deutsche Rechtschreibung, Ausbildung und Studium abbrechen, nachdem Papas Klage gegen das Prüfungsergebnis nicht gefruchtet hat, dann noch ein Jahr als Backpacker durch Australien, ...

Darunter leidet dann auch der Artenschutz. Der örtliche Ornithologen-Verein (dit is Vogelkunde) steht, meines Wissens nach, auch kurz vor dem Aus, weil die über viele Jahre engagierten Mitglieder so langsam an ihre Altersgrenze kommen und sich kein Nachwuchs findet, der sich dieser Mühsal stellt.

Also liebe Weltretter und Aktivisten, widmet Euch in Zukunft weniger den ideologischen Denkblasen und schaut stattdessen nach, wo Ihr Euch tatsächlich engagieren könnte.
Harzer66
13.01.2022, 18.25 Uhr
Wie jetzt?
Für Artenschutz gibt es noch keine App? Dann mal schnell entwickeln. Nicht so altmodisch wie früher. Mit Manpower und Wissen.
diskobolos
13.01.2022, 19.33 Uhr
Ach Kritiker,
Statt jungen Menschen pauschal Oberflächlichkeit zuzuschreiben, sollten Sie vielleicht selbst aktiv sein. Nach Makarenko gibt es nämlich drei Möglichkeiten die Jugend zu erziehen: 1. Vorbild sein, 2. Vorbild sein und 3., na Sie wissen schon.
Die jungen Leute heute sind auch nicht schlechter als in früheren Zeiten. Die Vorstellung, dass in der Zukunft alles besser wird, ist ihnen aber zu recht verloren gegangen. DAS haben wir älteren zu verantworten.
Kobold2
14.01.2022, 15.28 Uhr
Selbst
Was zu tun oder gar Vorreiter zu sein, ist doch bei biel schon lange abhanden gekommen.
In bester Sandkastenmentalität, schaut man erstmal was die "Anderen" machen.
Wenn die "Anderen" dann auch noch zum erstaunen wirklich was unternehmen, wird noch drüber gemeckert und gefrotzelt.
Hauptsache, der eigene Trott wird nicht durcheinander gebracht.
Trüffelschokolade
14.01.2022, 17.18 Uhr
Artenschutz
Fridays for Future bedeutet auch Artenschutz.
Der Kampf gegen Klimawandel ist Artenschutz.

Bereits jetzt gibt es in den Forstämtern große Diskussionen welche Bäume in Zukunft überhaupt noch angepflanzt werden sollten. Jetzt heimische Arten anzupflanzen, die den Stress und die veränderten Bedingungen durch den Klimawandel nicht vertragen, kann man auch gleich lassen. Stattdessen wird stärker überlegt mehr mediterrane Arten anzupflanzen.

Wer sich um Artenschutz sorgt, muss mehr im Blick haben als die Aue nebenan. Von den Friday for Future Kids und ähnlichen Gruppen höre ich mehr über Arten- und Biodiversität als von den meisten Anderen.
Kritiker2010
14.01.2022, 17.24 Uhr
Die Schlinge passt nicht um meinen Hals.
Manche Leute werden von den eigenen Forderungen eiskalt erwischt. Nur muss ich mir dieses Sträußchen nicht anstecken. Denn vermutlich haben nicht allzu viele Kommentatoren in den letzten Monaten Bäume im Wald gepflanzt, Wildtiere gerettet oder Vereine, die "irgendwas mit Natur" machen, unterstützt.

Gerne empfehle ich daher, nicht nur der Jugend, sondern auch dem einen oder anderen emsigen Schreiber hier, meinem Beispiel (und dem meiner Frau und Kinder) zu folgen und gelegentlich aktiv zu werden.

Aber prinzipiell haben Sie recht Diskobolus:
Man sollte nicht alle Leute über einen Kamm scheren, nicht die Spaziergänger und auch nicht die Jugend. Wenn man den Einen oder anderen auf dem richtigen Fuß erwischt und der Handyakku gerade mal leer ist, klappts auch mit dem Engagement - zumindest kurzzeitig.
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