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Mo, 11:03 Uhr
30.05.2022
Thüringer Umweltministerium und Verbraucherzentrale:

Reparaturbonus 2.0 startet

Ab 31. Mai fördert das Land Thüringen wieder die Reparatur von Elektrogeräten. Verbraucherinnen und Verbraucher können 50 Prozent der Reparaturkosten erstattet bekommen. Die Antragsstellung erfolgt erstmals online...

Außerdem neu: Repair-Cafés werden ein möglicher Ort für die Reparaturen. Damit unterstützen Umweltministerium und Verbraucherzentrale ehrenamtliche Initiativen vor Ort.

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Der im Vorjahr bundesweit erstmalig in Thüringen getestete Reparaturbonus Thüringen geht jetzt in eine zweite Runde. Ab dem morgigen 31. Mai können dazu digitale Anträge bei der Verbraucherzentrale Thüringen eingereicht werden. Wer sein Elektrogerät reparieren lässt statt es zu entsorgen, bekommt die Hälfte der Kosten erstattet – und zwar bis zu 100 Euro pro Person (ab 18 Jahren) und Jahr.

Neu: Ab sofort können die Antragsstellenden auch selbst tüfteln. Der Bonus wird nun auch für Reparaturen ausgezahlt, die in Repair-Cafés durchgeführt wurden. Das Thüringer Umweltministerium und die Verbraucherzentrale Thüringen möchten damit das Selbermachen und die ehrenamtlichen Initiativen vor Ort unterstützen.

Der Reparaturbonus 2.0 ist ein gemeinsames Projekt des Umweltministeriums und der Verbraucherzentrale Thüringen und hat ein Volumen von 600.000 Euro. Aufgrund der hohen Nachfrage des vergangenen Jahres ist auch diesmal von einer schnellen Nutzung der Landesmittel auszugehen.

Dazu erklärt Umweltministerin Anja Siegesmund: „Reparieren statt Wegwerfen lohnt sich doppelt: Damit schonen wir die Umwelt und den Geldbeutel. Jedes Elektrogerät, das nicht auf dem Müll landet, schont Ressourcen. Damit sagen wir dem stetig höher werdenden Berg Elektroschrott in Thüringen den Kampf an. Indem hier vor Ort repariert wird, schaffen wir außerdem Arbeitsplätze und stärken die regionale Wertschöpfung. Wiederverwenden statt verschwenden ist auch noch günstiger: Wir erstatten die Reparatur für Näh-, Wasch- oder Kloßmaschine und federn damit, auch angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten, zur richtigen Zeit Härten ab. Nicht jede und jeder kann sich sofort den Kauf der neuen Geräte einfach so leisten. Der Reparaturbonus ist ökologisch und sozial und findet hoffentlich, bis auf Bundesebene das Recht auf Reparatur kommt, viele Nachahmer in anderen Bundesländern.“

Dr. Ralph Walther, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Thüringen, ergänzt: „Die erste Projektphase mit knapp 7000 Anträgen hat gezeigt, dass die Menschen reparieren wollen, aber die Frage der Wirtschaftlichkeit oft ein Problem ist. Der Reparaturbonus hat die Entscheidung für eine Reparatur erleichtert. Die Verbraucherinnen und Verbraucher erlebten durch den Reparaturbonus, dass Reparieren sinnvoll und lohnend ist.“

Repair-Cafés und -initiativen erweitern nun das Angebot für Reparaturen und leiten an, eine Reparatur selbstständig durchzuführen. Den Bonus gibt es hier nicht auf die Reparaturleistung an sich, denn diese geschieht in der Regel ehrenamtlich. Gefördert wird vielmehr der Kauf des nötigen Ersatzteils und zwar ebenfalls mit 50 Prozent der Rechnungssumme.
Das Ersatzteil muss meist selbst gekauft und ins Repair-Café mitgebracht werden. Weil die Kosten für die benötigten Ersatzteile häufig niedrig sind, wurde die Mindest-Rechnungssumme hier auf 25 Euro abgesenkt. Für Reparaturen in Werkstätten, in Elektronik-Fachmärkten oder bei Kundendiensten gilt hingegen: Die Rechnungssumme (brutto) muss mindestens 50 Euro betragen, um den Bonus erhalten zu können.

So funktioniert der Thüringer Reparaturbonus 2.0:
  • Auf www.reparaturbonus-thueringen.de den Online-Antrag ausfüllen und Rechnung sowie Zahlungsbeleg hochladen.
  • Wer ein Repair-Café besucht hat, muss einen sogenannten Laufzettel des jeweiligen Cafés hochladen sowie Rechnung und Zahlungsbeleg für das Ersatzteil.
  • Mit dem Online-Antrag wird gleichzeitig ein Benutzerkonto angelegt. Dort können die Antragsstellenden den Bearbeitungsstatus einsehen, ihre Daten ändern und Dokumente nachreichen.
  • Ist der Antrag bewilligt oder abgelehnt, erhalten die Antragsstellenden eine E-Mail. Das Geld wird auf das angegebene Konto überwiesen.
  • Fragen zum Bonus? Auf www.reparaturbonus-thueringen.de finden sich Antworten auf die häufigsten Fragen (FAQs) und eine Liste mit Beispielgeräten. Oder Sie rufen unsere Reparaturbonus-Hotline an:
  • 0361 555 14 35, Mo. bis Fr. 13 bis 15 Uhr


Hintergrund
Reparaturbonus 1.0: Im vergangenen Jahr lief in Thüringen die bundesweite Premiere für einen Reparaturbonus. Die Pilotphase von Mitte Juni bis Mitte Oktober endete mit mehr als 6500 bewilligten Anträgen – aus allen Ecken Thüringens. Spitzenreiter beim Reparaturbonus 1.0 waren mit rund einem Viertel der reparierten Geräte Mobiltelefone. In den überwiegenden Fällen lag ein Displayschaden vor. Ebenfalls sehr oft ließen die Antragsstellenden Waschmaschinen, Geschirrspüler und Kaffeemaschinen reparieren. Die Reparaturen wurden zur Hälfte von Fachhändlern durchgeführt, zu einem Viertel von Werkstätten. Die übrigen Reparaturen verteilten sich auf Elektrofachmärkte und den Kundendienst der Hersteller.

Das Gesamtvolumen der Kofinanzierung durch den Landeszuschuss lag bei rund 500.000 Euro.

Häufigstes Kaufjahr der Geräte war 2018, es gab eine statistische Häufung bei den Kaufjahren 2015 bis 2020. Hier zeigt sich die Bedeutung der durch Thüringen eingebrachten Bundesratsinitiative, die sich mit den laufenden Bemühungen der EU verzahnt: Schon beim Produkt-Design soll in Zukunft Reparierbarkeit berücksichtigt werden (Recht auf Reparatur).

Die Menge an Elektroschrott wächst noch immer jährlich um bis zu fünf Prozent. Deutschland nahm mit rund 20 Kilogramm pro Einwohner eine weltweite Spitzenposition ein. Das Europäische Umweltbüro hat ausgerechnet, dass allein die Verlängerung der Lebensdauer aller Waschmaschinen, Notebooks, Staubsauger und Smartphones im EU-Raum um nur ein Jahr rund vier Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen würde. Das entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von zwei Millionen Autos.

Eine längere Nutzungsdauer von Elektrogeräten spart aber nicht nur CO2 ein, sondern reduziert auch den Verbrauch von Metallen, seltenen Erden, Wasser und Chemikalien.
Autor: red

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Kommentare
Paulinchen
30.05.2022, 13:29 Uhr
Schön und gut...
... aber meine Waschmaschine und die Kühlkombination haben den Geist aufgegeben. Anruf bei Fachwerkstatt blieb erfolglos, da keine Ersatzteile mehr verfügbar. Also mussten doch Neuankömmlinge her. Grund: das Alter der beiden Gegenstände.(28 u. 31) Sollten die neuen Geräte genauso alt werden, dann hat sich die Investition gelohnt und die Umwelt hat keinen Schaden erlitten. Es war aus meiner Sicht, kein Wohlstandsmüll.
Kobold2
30.05.2022, 18:31 Uhr
War ja klar,
Das wieder ein Einzelfall ausgegraben wird, um ein gesamtes Konzept in Frage zu stellen....
geloescht.20250302
30.05.2022, 21:02 Uhr
Verstehe ich das richtig?
Paulinchen schildert ihre Erfahrungen, schreibt aber nicht "Die Idee ist Mist".

Unser Obermoralist, der am liebsten jeden, der älter als er selbst ist, am besten zum Idiotentest schicken würde, bevor derjenige sich überhaupt einem Auto auf Sichtweite nähert, fabuliert mal wieder etwas von einem "Einzelfall", was allerdings von Paulinchen gar nicht angezweifelt wurde und er (Kobold2) bei Unfallverursachern ab einen bestimmten Alter seinerseits nicht gelten, sondern krampfhaft auf eine gesamte Altersgruppe verallgemeinert wissen will?

So liebe Redaktion, ich will auch zu diesem Thema keinen Chat starten oder weiterführen, deshalb werde ich auf eine eventuelle Antwort nicht antworten ;)
Paulinchen
30.05.2022, 21:57 Uhr
@Kobold 2...
.... bei Problemen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Was ist das für ein Einzelfall? Im letzten Monat haben beide Geräte den Geist aufgegeben. Die hatten zumindest einen für die Dauer von den angegebenen Jahren. Lesen Sie bitte auch in Ihrem Parteiblatt nach, vielleicht hat ein Gleichgesinnter ebenfalls ein solches Pech gehabt. Dann bin ich nicht allein, wovon ich eigentlich nicht ausgegangen bin. Meist kommt ein Problem nicht allein. Aber das ist ganz sicher nicht bei Ihnen der Fall.
Kobold2
31.05.2022, 08:01 Uhr
Ach herrlich
Wir man wieder mal anderen vorwirft etwas hinein zu interpretieren und dabei nicht müde wird wiederholt das Gleiche zu zu tun und sich damit auch wieder blamiert.
Mit dem Arzt und Apotheker sollte man selbst beginnen bevor man weiter am Thema vorbei kommentiert, um dann argumentationslos mit Parteibuch, oder Obermoral kommt.
Das Reparaturen auch Grenzen unterliegen ist Allgemeinbildung und das Geschreibsel über Uraltgeräte, die auch im Energieverbrauch schon überholt sind recht sinnlos...
Maybach
31.05.2022, 09:45 Uhr
Ja, ja, bestimmt ist wieder die Autokorrektur schuld..
„,,Wir man wieder mal anderen vorwirft etwas hinein zu interpretieren und dabei...““

Hm, der Einzige, welcher hier etwas hineininterpretiert, bist Du.
Ich kann jedenfalls, ebenso wie Tannhäuser, in Paulinchens Beitrag keinerlei Wertung erkennen.

„„Mit dem Arzt und Apotheker sollte man selbst beginnen bevor...““

Sagt derjenige, welcher absolut resistent gegen Argumente ist, die nicht seiner eigenen Meinung entsprechen. Wo wir gerade bei Arzt und Apotheker sind, gegen krankhaftes Mitteilungsbedürfnis gibt es doch auch was von Ratiopharm..

„,,Das Reparaturen auch Grenzen unterliegen ist Allgemeinbildung und das Geschreibsel über Uraltgeräte, die...““

Ach, ist das so?!? Grundgütiger, WER hätte DAS denn gedacht?!? Ich falle echt anhand der hier erbrachten kognitiven Leistungen vom Glauben ab. Unter Allgemeinbildung verstehe ich übrigens etwas anderes, als Selbstverständlichkeiten des täglichen Lebens.
Blöd nur, das der Reparaturbonus keine Einschränkungen macht, wie alt, wie nützlich oder wie energieeffizient ein Gerät sein darf, um sich für die Erstattung zu qualifizieren.
Es kann repariert werden, was reparaturbedürftig und reparaturfähig ist.
Ich persönlich habe dieses Angebot im Rahmen des Reparaturbonus 1.0 genutzt. Meiner Meinung nach eine faire und sinnvolle Sache.

So und nun freue ich mich auf Kobolds (wieder mal) völlig am Thema vorbeigehende Antwort und die energischen Verteidigungsversuche seiner Entourage mit ihren Zweit- und Drittaccounts.
Möglicherweise haben inzwischen Knut der Eisbär und Discoinferno erkannt, daß eine Autokorrektur dabei hilft, Worte richtig zu schreiben oder zumindest die korrekte Schreibweise vorschlägt, aber beim Satzbau durchaus große Schwächen hat. Aber solch kognitive Höchstleistungen und tieferes technisches Verständnis traue ich den beiden dann doch nicht mehr zu.

@Paulinchen, ich würde es Ihnen wirklich wünschen, daß Ihre Neugeräte ebenso lang halten. Allerdings stammen die Alten noch aus Zeiten, wo es ein Qualitätsmerkmal war, möglichst lange zu halten. Man kann es schlecht verallgemeinern, aber heute soll ein Gerät die Gewährleistungsfristen überleben und wird zumeist so gefertigt, daß sich eine Reparatur nicht mehr lohnt.
Kobold2
31.05.2022, 13:56 Uhr
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