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Sa, 14:29 Uhr
11.06.2022
Neue Versorgungsform soll Chronifizierung verhindern

Thüringen hat die meisten Schmerzgeplagten

In keinem anderen Bundesland leiden so viele Menschen an chronischen Schmerzen wie in Thüringen. Auswertungen der BARMER kommen zu dem Ergebnis, dass 88 von 1.000 Menschen in Thüringen wegen chronischer Schmerzen in ärztlicher Behandlung sind...

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Bundesweit liegt der Wert nur bei 58 von 1.000. Angesichts dieser hohen Zahl an Betroffenen und anlässlich des deutschlandweiten Aktionstags gegen den Schmerz fordern die BARMER und die Deutsche Schmerzgesellschaft frühzeitige interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Behandlung von Schmerzpatienten. Nur so könne es gelingen, eine Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern. „Wenn ein Mensch von Schmerzen geplagt ist, ist das immer ein ganz individuelles Leiden mit ganz individuellen Ursachen. Das erfordert maßgeschneiderte Diagnostik und Therapie und ein Zusammenspiel unterschiedlicher ärztlicher Fachrichtungen sowie Psycho- und Physiotherapie und anderen Gesundheitsberufen“, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER Thüringen. Funktioniere dieses Zusammenspiel, blieben Betroffenen lange Leidens- und Arztsuche-Odysseen erspart.

„Handeln, bevor Schmerzen chronisch werden, ist nötig und möglich“, sagt Prof. Dr. Winfried Meißner, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft und Leiter der Sektion Schmerztherapie am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Dort kläre ein Team aus Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen sowie Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten bereits nach sechs Wochen anhaltender Schmerzen gemeinsam ab, welche Therapie für die jeweiligen Schmerzleidenden am sinnvollsten ist. Dieses sogenannte Ambulante Interdisziplinäre Multimodale Assessment (A-IMA) biete die Chance, rechtzeitig eine geeignete Therapie bei niedergelassenen Leistungserbringenden einzuleiten und den Menschen bestmöglich zu helfen.

Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) ist in Thüringen die einzige und eine von mehr als zehn Einrichtungen bundesweit, die dieses spezielle Versorgungsangebot auf Grundlage eines Vertrags mit der BARMER umsetzt. „Weitere Krankenkassen sind angefragt und eingeladen, ebenfalls mitzumachen“, so Schmerzgesellschaft-Präsident Winfried Meißner. Die neue Versorgungsform A-IMA überführt einen zentralen Baustein des vorangegangenen Innovationsfondsprojektes „PAIN2020“ nun in die regelhafte Versorgung. Dazu gehören neben dem interdisziplinären, multimodalen Assessment auch besondere Maßnahmen der Qualitätssicherung. Beispielsweise spielen Erfahrungen und Einschätzungen der Patientinnen und Patienten eine wesentliche Rolle in der systematisierten Qualitätsberichtserstattung. Zudem gibt es besondere Anforderungen an Qualifikationen der Behandlerinnen und Behandler.

„Dieses Plus an Diagnostik und Behandlungsqualität bedeutet im Ergebnis ein Plus an Lebensqualität für Betroffene und hoffentlich einen Rückgang der in Thüringen so hohen Zahl an chronischen Schmerzleiden“, sagt BARMER-Landeschefin Birgit Dziuk. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass derart vielversprechende Studienergebnisse einfacher in die Regelversorgung überführt werden können. Einzelverträge mit Krankenkassen würden sich in vielen Fällen erübrigen und alle gesetzlich Versicherten könnten von neuen Versorgungsformen profitieren.
Autor: red

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Kommentare
geloescht.20250302
11.06.2022, 15:54 Uhr
Wir Thüringer Jammerlappen! *Ironie*
Ich nehme in Kauf, falsch zu interpretieren.

Solche Statistiken sind ebenso bezüglich wie bei der Arbeitslosigkeit unvollständig oder oberflächlich.

In Thüringen gibt es keine signifikante Drogenszene. In Großstädten gehen Süchtige dauernd ins Methadon-Programm, brechen ab, gehen zur Entgiftung, brechen ab, machen Entzug, brechen ab...Ein endloser Kreislauf!

Und diese Menschen sind echte Schmerzpatienten, werden aber wohl nicht erfasst, weil deren Behandlungen mangels Krankenversicherung von Wohlfahrtsorganisationen und den Kommunen (Sozialamt) übernommen werden?
Jens W.
11.06.2022, 23:06 Uhr
Fakt ist, als chronisch Kranker steht man weitestgehend alleine da.
Wenn ich schon lese "interdisziplinäre Zusammenarbeit" krieg ich einen Hals. Weil alles im Gesundheitswesen,aber auch wirklich alles, nur noch profitorientiert ist, gibt es nichtmal eine vernünftige Minimalversorgung. VIele Mittel, die Linderung bieten, gibts nur auf Privatrezept, weil den Krankenkassen zu teuer. Oder man bekommt die billigsten der eh schon billigen Ibuprofen verschrieben. Mir persönlich hilft aber Diclofenac viel besser. Und auch da muss man aufpassen. Denn es gibt diesen Wirkstoff als -kalium und -natrium. Wobei es keine freiverkäuflichen mehr mit Diclo-natrium gibt, obwohl das verträglicher ist. Auch bei den verschreibungspflichtigen muss man da drauf achten.

Thema Facharztermin: Kannste vergessen! Vor nichtmal 20 Jahren noch rief meine damalige Hausärztin persönlich in meinem Beisein beim Facharzt an und ich hatte am selben Tag einen Termin. Gibts heute nicht mal für Betteln. Stattdessen haben wir die 116117. Oder auch eine Terminvermittlung direkt von der Krankenkasse. Funktioniert nur leider beides nicht.

Ich versuche seit 5 Wochen beinahe täglich über die 116117 einen Termin bei einem Facharzt zu kriegen. Dazu MUSS man einen Vermittlungcode auf dem Überweisungsschein haben. Der Code nützt einem nur nichts, denn es gibt keine Termine. "Rufen Sie bitte morgen nochmal an" heißt es jedesmal. Und das bei einem maximalen Umkreis von 150km. Dazu muss ich sagen, das in der Anfangszeit wöchentliche Arztbesuche nötig sind. Was zu einem enormen Kosten- und Zeitfaktor wird.

Wendet man sich direkt an die Facharztpraxen (auch in anderen angrenzenden Bundesländern), kommt auch immer die gleiche Leier. "Wir nehmen keine Patienten mehr an". Nur, wer will denn dann ernsthaft einen Termin in so einer Praxis erzwingen mit einer Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung? Ist ja keine Notlage.

Also steht man alleine auf weiter Flur. Der Hausarzt würde gerne helfen, hat aber nicht das Budget, um gesicherte Blutanalysen machen zu lassen und passende Medis zu verschreiben. Denn die gibt es. Die Fachärzte sind ausgebucht. Mein Arbeitgeber freut sich auch maximal, weil ich mal wieder nicht da bin bzw. einfach nicht da sein kann.

Und die privatversichte Politik schwingt weise Reden
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