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Mo, 07:00 Uhr
03.10.2022
Erinnerung zum „Tag der Deutschen Einheit“ von Christine Stauch

„Fühlt Euch frei und sagt, was ihr denkt“

Anläßlich des heutigen Feier- und Gedenktages zur Wiedererlangung der Deutschen Einheit veröffentlichen wir hier die Erinnerungen einer ehemaligen DDR-Schülerin an ihren mutigen Lehrer …

In Erinnerung an den Ausspruch „Fühlt Euch frei und sagt, was ihr denkt!“ sehe ich meinen früheren Lehrer Lutz Trenkner vor der Klasse stehen – immer gut gelaunt, mit seiner Levi‘s-Jeans, an der er seinen auffälligen und ständig klimpernden Schlüsselbund trug. Das war in der 9. oder 10. Klasse, an der POS (Polytechnische Oberschule) „Thomas Müntzer“ in Ebeleben, Anfang der 1980er Jahre. Mit seiner Lässigkeit, vor allem aber mit seiner Offenheit, in der er scheinbar selbstverständlich über alles zu sprechen wagte, begeisterte er seine Schüler.
 
Der Lehrer Lutz Trenker heute in seiner Wohnung (Foto: L.Trenkner) Der Lehrer Lutz Trenker heute in seiner Wohnung (Foto: L.Trenkner)

Zu meiner Schulzeit unterrichtete Lutz Trenkner an dieser Schule das Fach ESP (Einführung in die Sozialistische Produktionsweise). Den pädagogischen Auftrag, an der Herausbildung sozialistischer Persönlichkeiten mitzuwirken, hatte er stillschweigend verändert, um in seiner Tätigkeit als Lehrer seine ihm wichtigen Werte zu vermitteln. Diese lagen vor allem darin seine Schüler für Offenheit und Lebensfreude zu begeistern. In Vorbereitung auf das spätere Leben war für ihn wesentlich uns zu ermutigen, uns als freie und selbstbewußte Menschen zu fühlen.
 
Mit seinem Stil, mit dieser Art und in dieser Freiheit zu reden, damit fiel er als Lehrer auf, setzte er sich in meiner Erinnerung von allen anderen Lehrerinnen und Lehrern ab. Man darf es als ein Zeichen seiner Verantwortung deuten, die er für seine vor ihm sitzenden Zöglinge empfand, wenn er seine Unterrichtsstunden nicht selten mit einer Warnung beendete: „Aber, denkt immer dran: Ich habe einen Bruder im Westen.“ Mit dieser Einschränkung gab er deutlich zu verstehen, dass es Folgen hat, wenn man wie er in diesem Land ein Leben in Freiheit anstrebt.
 
Daß Lutz Trenkner, kurz nach meiner Schulzeit im Jahr 1983 seinen ersten Ausreiseantrag in Familie, mit Frau und Sohn, stellte, in der Folge anschließend als „Karosserieklempner“ arbeiten mußte, war im Rückblick noch die kleinste Erniedrigungsmaßnahme, mit der das Machtsystem der DDR auf seine Entscheidung antwortete. Das alles habe ich aber erst viel später erfahren – konkret im Juni dieses Jahres, bei seiner Buchpräsentation in der Novalis-Diakonie in Ebeleben.
 
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Nach einer sehr langen Zeit stand er nun wieder vor mir – 40 Jahre liegen dazwischen. Was mir bei dieser Begegnung am meisten auffiel: Diese Zwangsmaßnahmen, die der DDR-Staat infolge dieser persönlichen Entscheidung erließ, haben ihn bis in die Gegenwart menschlich erschüttert.
 
Und er muß darüber sprechen, was ihm widerfahren ist, angefangen von der Durchsuchung seiner Wohnung - an einem Februarmorgen im Jahr 1984, als völlig unerwartet acht Mitarbeiter der Staatssicherheit in seinem Wohnzimmer standen. Seine Frau, die damals als „Gemeindeschwester“ am Wohnort in Schlotheim arbeitete, war wie jeden Tag früh aus dem Haus gegangen, hatte die Tür nicht verschlossen. Er in diesem Moment noch im Schlafanzug… Sprechen von der noch am selben Tag erfolgten Verhaftung, auf dem Volkspolizeikreisamt in Mühlhausen, der Trennung von seiner Frau, von dem  anschließenden Aufenthalt in der Untersuchungshaftanstalt in Erfurt – den Verhöre, der Verurteilung zu einem Jahr und acht Monaten Zuchthaus. Von den physischen und psychischen Repressalien im Zuchthaus Cottbus, schließlich von der „Entlassung aus der Staatsbürgerschaft der DDR“ im September 1984, vollzogen im „Abschiebeknast“ Karl-Marx-Stadt, vom anschließenden ersehnten Wiedersehen mit seiner Frau, in einem Bus, mit dem sie zusammen mit anderen die Fahrt antraten. Über die Autobahn hinweg, an den Städten Gotha und Eisenach vorbei, zum Grenzübergang in Herleshausen, dann in die BRD. Erzählen von seinem nicht konfliktfreien Wiedereinstieg als Lehrer in Westberlin und davon, daß er es geschafft hatte, auf bundesdeutschem Boden seinen Traum von einem freien Menschen leben zu können.
 
Es ist für ihn heute noch sichtbar schwer zu ertragen, daß seine Frau, zur selben Zeit seiner Inhaftierung, im DDR-Frauengefängnis Hoheneck inhaftiert wurde - war es ursprünglich doch sein persönlicher Wunsch gewesen diesen Schritt zu gehen. Sie, die bis heute nicht über ihre dort erlebten Erfahrungen spricht, blieb an seiner Seite – bis zum heutigen Tag.
 
Und es standen ihm die Tränen in den Augen, als er auf seinen Sohn zu sprechen kam - daß die damaligen Spuren der Qualen bis heute in seiner Seele spürbar geblieben sind.
 
Und Lutz Trenkner muß auch offenlegen, daß sein mit ihm in der DDR verbliebener Bruder einen völlig anderen Weg beschritt, dass er als „IM Gerhard Schneider“ (IM: Informeller Mitarbeiter) ihn - seinen eigenen Bruder mit Familie - bespitzelte, an der Verhaftung und deren Folgen maßgeblich beteiligt war. Dass dieser Bruder nach eigener Ausreise im Jahr 1987 in die BRD weiterhin für den Staatssicherheitsdienst der DDR als IM „Maik Usko“ aktiv geblieben ist und bis zum Herbst 1989, dem friedlichen verlaufenden Zusammenbruch der DDR, aus dem Westen heraus, nun über beide Brüder, Berichte verfasste.

Dieses Wissen, das Lutz Trenkner erst nach Einblick in seine Stasi-Akte, in den 1990er Jahren erhielt, führte in Verbindung mit seinem traumatisch endenden Leben in der DDR zu einem tiefen Riß in seinem Inneren.
 
In Erinnerung sehe ich noch einmal den Lehrer Lutz Trenkner vor der Klasse stehen, wie er uns bei jeder Möglichkeit ermutigt hat danach zu streben, daß jeder Mensch in Freiheit leben solle. 
 
Der Tag der Deutschen Einheit ist ein wichtiger Feier- und Gedenktag. Allein nach den geschilderten Erfahrungen von Lutz Trenkner kann dieser Tag nicht nur ein Fest zur Freude sein. In diesen Stunden ist es zudem wichtig, jenen Menschen zu gedenken, die um diese Zeitenwende gerungen haben. Dieser Tag gibt auch die Gelegenheit Danke zu sagen, dem Lehrer Lutz Trenkner, allen Menschen der ehemaligen DDR und der anderen ehemaligen sozialistischen Länder Europas, die nicht aufgegeben haben, ihrem Lebensimpuls zu folgen – allen Widrigkeiten zum Trotz – und so den politischen Umsturz 1989 friedlich mit herbeigeführt haben. Ohne sie wäre die Deutsche Einheit, wäre Freiheit und Demokratie in ganz Deutschland, ja, in der Folge in den meisten ehemaligen sozialistischen Ländern Europas nicht möglich geworden.
 
Lutz Trenkner hat seine Erfahrungen in einem Buch „Operation „Dozent“ – Aller Anfang ist schwer“ veröffentlicht, das ausschließlich in der Druckerei Erdenberger in Schlotheim erhältlich ist.
Christine Stauch
Autor: red

Kommentare
A.kriecher
03.10.2022, 08.18 Uhr
Ich kann es nicht mehr hören.
Jetzt ist endlich alles gut? Nur gut das wir die böse ddr überlebt haben, in der es so vielen schlecht ging.
Ich könnte kotzen.
Mein Fazit, Ddr zurück und die Mauer doppelt so hoch .
NDH-Henkel
03.10.2022, 08.46 Uhr
Was ihr denkt - 03.10.2022 .....
Mir gehts sehr gut :-)
Alles erreicht was ich wollte !
Der Reinsch heißt
03.10.2022, 09.17 Uhr
„Fühlt Euch frei und sagt, was ihr denkt“
Das kann ich hier leider nicht schreiben, da Zensur. Deshalb denke ich mir es und das kann mir keiner nehmen.
Leser X
03.10.2022, 09.43 Uhr
Allzu weit sind wir nicht gekommen
Wer heute als Lehrerin oder Lehrer arbeitet, muss sich auch in das propagandistische System der BRD einordnen. Was meinen Sie wohl, was passiert, wenn sie oder er eine Meinung zum Zustandekommen des Ukraine-Krieges öffentlich vertritt, die nicht mit der offiziellen Linie des Staates und seiner Medien übereinstimmt?
Romikon
03.10.2022, 09.58 Uhr
Der Mann hat ja recht:"fühlt euch frei und sagt was ihr denkt"
Man kann sich aber nur frei fühlen wenn man "wirklich" sagen kann was man denkt.
Leider kann man schon vieles nicht mehr sagen.Man wir diffamiert(siehe AfD) oder wie manche "Querdenker"/"Richter in Weimar" sogar von der Polizei abgeholt.Gerade mehrfach passiert.
Das meisste wird einfach totgeschwiegen und unter den Teppich gekehrt.
Was hier in dem land gerade auf dämlichste Weise passiert hätte es in der DDR jedenfalls nicht gegeben.Dort waren auch nicht gerade die "Hellsten" am Ruder.
Aber was hier los ist ,ist einfach nur Irrenhaus.
Ich wünsche mir echt DDR Verhältnisse zuruck.Für mich ist dieser Anschluss keine Wiedervereinigung sondern einfach nur eine Osterweiterung der Nato und USA.
Die Russen waren leichtgläubig und doof diesen AMIS damals zu glauben.
Für mich hätte es eine Wiedervereinigung nur mit einer Auflösung der Nato und einem Friedensvertrag Deutschland mit allen Kriegsbeteiligten geben müssen.Zumindest auch mit einer Verfassung für beide deutsche Staaten.
Was wir hier haben sind Marionetten und Ami Hörigkeit.
Für mich ist es ein deutscher "Murks".
Linde1953
03.10.2022, 10.09 Uhr
Fühlt euch frei und sagt, was ihr denkt
An A.kriecher
und ich kann das Gejammer von solchen Leuten wie Ihnen nicht mehr hören. Ja, es ist nicht alles gut und alles in Ordnung, Sagen Sie mir, in welchem Land alles top ist. Der Staat könnte alle Bürger mit hohen Summen unterstützen und trotzdem würden viele jammern. In wie viel Ländern sind Sie denn schon nach der Wende gereist, haben Ihren Horizont erweitert, was haben Sie nach der Wende unternommen, fahren sie ein Auto, wie wohnen Sie? Ist das alles schlechter geworden? Nein, garantiert nicht. Wer eine große Mauer wieder haben will, hat wohl früher zu oft mit genickt. Wir sind 89 auf die Straße gegangen, um die Diktatur loszuwerden und jetzt fleht man fast wieder danach. Ja, nochmals es ist auch vieles falsch gelaufen nach der Wende, aber ernsthaft, wer will wieder so leben? Haben Sie noch ältere Verwandte, die wissen wie es war, was man sagen durfte oder nicht und das fing in der Schule schon an. Glauben Sie, das wäre in der DDR möglich gewesen, da wären Sie aber ganz schnell von der Straße verschwunden und da wird heute von Zensur gesprochen. Und , wem es hier nicht gefällt, kann doch auswandern, dann suchen Sie sich ein neues Land mit großer Mauer. Und nun , hauen Sie auf meine Meinung ein, aber das ist mir egal. Wir fühlen uns auf jeden Fall "freier" seit 1989.
geloescht.20221110
03.10.2022, 10.14 Uhr
Friede - Freude - Eierkuchen...
Da werden heute noch einige ihre "Glücksgefühle" über uns ausgießen ?!
Jäger53
03.10.2022, 10.48 Uhr
DDR und heute
Diesen Artikel kann man ab 2015 komplett auf die nachfolgenden Jahre bis heute übertragen. Es hat sich nichts geändert.
Ra1n3R
03.10.2022, 11.17 Uhr
Leser X
vorab muss ich aus meiner Sicht gestehen, Sie über langen Zeitraum völlig anders eingeschätzt zu haben. Man muss (und sollte auch nicht) in allen Bereichen einer Meinung sein, dass wäre ein ziemlich eintöniges Leben. Inzwischen habe ich aber aus den vergangenen Monaten das Gefühl entwickelt, dass man mit Ihnen durchaus auch Auge in Auge kontrovers diskutieren / Meinungen austauschen kann, ohne dabei Fetzen fliegen zu lassen. Ich hatte mir offensichtlich bei Ihnen auch vorschnell ein falsches Bild eingebrannt. So hat es doch etwas Gutes, einfach mal versuchen zuzuhören und nicht gleich eine politische Platzierung eines Gegenüber als Ausrede für fehlenden Diskurs zu benutzen. ;)

Ihren Einwand braucht man nicht nur auf den Themenbereich "Ukraine" beschränken, dass zieht sich durch viele Bereiche. Weichen Lehrerinnen / Lehrer (oder Dozenten /Dozentinnen / Professoren / Professorinnen) von "vorgegebenen Normen" (wer bestimmt diese "Normen" überhaupt?) ab und versuchen Realitätsnah Wissen zu vermitteln, wird das schnell eingebremst. Social Media "dient" da für Shitstorms (ob berechtigt oder nur um Druck aufzubauen) immer häufiger. Mundtot machen ist einfacher, als offen über Meinungen zu diskutieren um eventuell auch mal Fehler im eigenen Denken zu erkennen.

Damals durfte man auch alles offen sagen, es hatte eben "nur" bekannte Konsequenzen. Einen großen Unterschied zur heutigen Zeit erkenne ich aber eben nicht. Sagst Du etwas falsches, stehst Du offen am Pranger, oder wirst eigens dafür eingerichteten Stellen "gemeldet" .
P.Burkhardt
03.10.2022, 11.42 Uhr
Manche begreifen es einfach nicht...
...natürlich darf jeder sagen, was er denkt... allerdings kann er nicht erwarten, dass das was er sagt auch allen anderen gefällt... Niemand wird diffamiert....wer allerdings immer nur Blödsinn absondert, muss sich nicht wundern, wenn ihn alle andern für blöde halten...
henry12
03.10.2022, 11.49 Uhr
Freiheit und Demokratie in ganz Deutschland ?
Schöner Artikel, aber Schnee von gestern. Vll. hätte Frau Strauch Herrn
Trenkner lieber für den Blumenstrauss der Woche vorschlagen sollen .
Das, was er damals gemacht hat, hat er für sich und seine Familie getan.
Der Vergleich damals und heute nervt auch, weil das so nicht funktioniert. Das ist wie Trabant und Golf 8 . Und zu sagen, man soll deshalb heute nicht meckern, ist der Gipfel. Damals hatten wir einen wirtschaftlichen und politischen Bankrott , heute lebt fast jeder 5. in Armut, Tendenz steigend und nicht zu vergessen die wachsende politische Zensur abweichender Meinungen. Die Frage ist doch nicht, was wir alles tolles haben ( könnten) und alles machen dürfen, sondern wo die Reise hinführt. Auch wenn es von off. Seite Transformation genannt wird. Da habe ich so meine Befürchtungen.
Franz Haarkamm
03.10.2022, 12.13 Uhr
Meinungsfreiheit
Ich glaube nicht, daß es heute so schlimm ist wie damals. Der beste Beweis dafür ist die nnz!
Unter damaligen Bedingungen wären psg und osch doch schon längst in Bautzen. Aber wahrscheinlich wären sie entweder linientreu gewesen, oder sie hätten es vorgezogen den Mund zu halten. Und viele der Kommentatoren würden ihnen Gesellschaft leisten.
Peterk
03.10.2022, 12.36 Uhr
Meine Gedanken
Da schreibt eine Frau ihre Gedanken über einen Lehrer, den sie sehr geschätzt hat. Kann man das nicht einfach mal so stehen lassen? Muss man unbedingt überall auf Brechen und Biegen was Negatives finden?
DDR-Facharbeiter
03.10.2022, 12.43 Uhr
DDR-Bürger wurden nach dem Prager Frühling in Prag wie lästige Bettler behandelt.
In einem Geschäft für Bleikristall-Gläser in Prag wurden 1975 DDR-Touristen wie lästige Bettler wortlos rausgescheucht. In einem internationalen Prager Hotel durften DDR-Bürger der Gastro-Versorgung Nord aus Leipzig nicht in einem Frühstücksraum mit West-Touristen sitzen. Der Leipziger Partei-Sekretär drohte einer seiner Genossinnen mit einer Eintragung in die Sapiska (Personalakte) wegen eines allzu engem Kontakts mit einem Westdeutschen..
Ein West-Gast fragte den ihm von - wahrscheinlich illegalen - Käufen von russischem Kaviar verpflichteten Hotel-Portier, warum DDR-Bürger in Prag so schlecht behandelt würden. Antwort: " Mit DDR-Geld können wir nichts kaufen. Wir haben auch nie vergessen, dass im August 1968 DDR- Soldaten in Wehrmachtsuniformen in unser Land einmarschierten." Seit 1990 muss sich kein deutscher Bürger im Ausland für die deutsche Staatsbürgerschaft schämen ...
Herr Schröder
03.10.2022, 13.08 Uhr
Jäger53
Wenn sich nichts geändert hätte, dann könnten Sie hier nicht ihre Meinung frei äußern.
Blödsinn was sie da erzählen.

Lassen sie uns alle heute Abend durch Nordhausen spazieren damit das auch so bleibt!
Gehard Gösebrecht
03.10.2022, 14.56 Uhr
Ja es fühlen sich viele frei
Aber die Zahl derjenigen die sich statt der großen Freiheit lieber ein Recht auf Arbeit und Wohnung wünschen würden wird immer größer.
Rede- und Reisefreiheit wurde 89 teuer gegen soziale Sicherheit eingetauscht.
Was nützt einem Obdachlosen unter der Bahnhofsbrücke die Rede- und Reisefreiheit?
Also wünsche ich den Spaziergängern heute wieder alles Gute.
Dreißig Jahre Scheindemokratie reichen völlig aus!
Landarbeiter
03.10.2022, 15.55 Uhr
Trauriges Schicksal,
welches dem Mann widerfahren ist. So waren sie damals leider in der "schönen DDR".

Leider vergisst der Mensch die negativen Dinge schnell und erinnert sich nur noch an das Gute, dass es zweifellos gab. Nur die Abwägung stimmt heute bei einigen nicht mehr. Man kann im Leben nun einmal nicht alles haben, garantierte Arbeitsplätze, billige Wohnungen,..., widersprechen dem Anspruch alles haben zu wollen. Es sei denn, man kümmert sich selbst darum.

Mich stört es, dass solche DDR Nostalgiker heute feststellen wollen, dass ein Fünftel der Bevölkerung in Armut lebt. In Denen ihrer angeblich so tollen Zone wurde keine Armutsschwelle festgelegt. Natürlich gab es auch Arme in der DDR. Ich habe oft genug mein Frühstücksbrot mit Kindern geteilt, die keines hatten.

Wer nach dreißig Jahren immer noch nicht in der Demokratie angekommen ist und alle Vorzüge der Demokratie parallel mit den Vorzügen eines unfreien Regimes nutzen möchte, der hat nichts begriffen und lebt gern auf anderer Leute Kosten.

Sicher ist nicht alles perfekt in unserem Land, aber manchmal hilft der Blick über die Grenze. Da scheitert es allerdings bei einigen, die Vollversorgung nach angeblichem deutschen Geburtsrecht fordern, leider schon dran.
Marino50
03.10.2022, 16.05 Uhr
Tag der Deutschen Einheit
Wir sind seit 1990 wieder ein einheitliches Land. Es gab schwere Zeiten, Arbeitslosigkeit, Firmenzusammenbrüche und Firmengründungen. Wir hatten die D-Mark und später den Euro, den die meisten Menschen nicht unbedingt geliebt haben. Uns ging es eigentlich ganz gut. Selbst Arbeitslose kamen zurecht.
Dennoch hat sich mit dem Euro unser Land begonnen, zu verändern.
Wir haben alles mitbestimmt irgendwie.
Wir wurden von CDU, später SPD regiert, dann wieder CDU regiert. Und heute regiert die Ampel.
Nun kam das Jahr 2015 und es änderte sich rasant vieles in unserem Land. Mit WIR SCHAFFEN DAS wurde uns Mut gemacht. Nun gibt es keine Grenzen mehr. Asylanten jeglicher Art reisen überall immer mehr ein auf legalen und illegalen Wegen.
Das Volk fing an, sich zu spalten und das wird immer extremer.
Ich habe persönlich das Gefühl, dass sich das Land immer mehr auflöst. Dazu leistet die neue Regierung und auch die EU ihren Beitrag.
Wir haben Inflation, Betriebe und Geschäfte müssen schließen. Zuerst durch falsche Corona-Maßnahmen und jetzt durch Krieg und hohe Energiepreise.
Dennoch ist der Krieg in der Ukraine ja nicht ein Einzelfall. Das gab es zwischenzeitlich auch im alten Jugoslawien und Afghanistan, Syrien usw.
Es hatte aber keinen großen Einfluss auf uns Bürger und unseren Lebensstandard. Wir konnten unsere selbst geschaffenen Werte erhalten.
Ich stelle mir die Frage, wie unsere Zukunft aussehen soll. Das Leben, welches wir vor 7Jahren geführt haben, kommt nicht wieder. Ich habe persönlich das Gefühl, unser Land zerstört sich selbst. Das typische Beispiel für die kapitalistische Gesellschaft. Vielleicht bekommen wir bald wieder den KOSUM?
geloescht.20221110
03.10.2022, 16.42 Uhr
@DDR-Facharbeiter (aka M. Neuber) Bettler im eigenen Land ?
Der DDR-Bürger hat sich im "befreundeten sozialistischen Ausland" manchmal wie ein "Bettler" gefühlt. Ursache waren festgelegte Umtauschmöglichkeiten (Devisen,Zahlungsmittel). Im eigenen Land -DDR- war der "Bettler" eher kein Thema.
Seit 1990 kann aber auch der "gewendete DDR-Bürger" im gelobten Land "BRD" schnell und häufig zum "Bettler" werden.
Dazu muss er nicht mal verreisen !
Gehard Gösebrecht
03.10.2022, 16.50 Uhr
Ja die Zone
Das ist Westdeutsche bösartigste Propaganda vom Feinsten.
Vieles hat man vergessen.
Soziale Errungenschaften die die Scheindemokratie bis heute nicht in der Lage ist einzuführen.
Vollversorgung wird bösartig als das bezeichnet was normalerweise zu einem Leben in Würde dazugehört.
Jahrelang wird um Kleinigkeiten wie kostenloses Schulessen, bezahlbaren Wohnraum und jetzt ganz aktuell, bezahlbare Energie gerungen.
Aber der Materialmangel hat mittlerweile auch den als soziale Marktwirtschaft getarnten Kapitalismus erreicht.
Es werden pro Kopf Schulden vom Finanzminister aufgenommen welche die nächsten Generationen nicht begleichen werden, um die NATO Osterweiterung finanzieren zu können.
Hunderte Milliarden Euro werden fast im Wochentakt an die Rüstungsindustrie verballert um es dem Ivan mal richtig zeigen zu können.
Lieber die eigenen Bürger in die Armut treiben, bevor in der Ukraine auch nur eine Stadt an Moskau geht.
Frontbesuche fast täglich durch die deutsche Politelite.
Aber man ist keine Kriegspartei.
Nein den Finger am Abzug habe andere.
Hoffentlich sieht Moskau den Unterschied auch noch in Zukunft.
Kiev in die NATO und die EU.
Aber bitte jetzt noch nicht, sonst zündet die Ivan doch noch die A-Bombe.
Ein herumgezerre um Mali, jetzt wieder im Kosovo und Serbien.
In Afghanistan ist die Erde noch nicht abgekühlt....
Ich bin mal gespannt was die westlichen Friedensstifter als nächstes aushecken?
Franz Jäger
03.10.2022, 17.50 Uhr
Wo hat der denn gelebt?
"...kostenloses Schulessen, bezahlbaren Wohnraum und jetzt ganz aktuell, bezahlbare Energie gerungen...."

Man oh man Gösebrecht, die DDR muss irgendwie an ihnen vorbei gelaufen sein.
Ein Schulessen kostete auch damals Geld. Meine Mutter hat 400 Alu Chips als Buchhalterin "verdient". Da waren 55 Pfennige ein Haufen Geld Gösebrecht. Für unser Haus mussten wir Tauschware für einen Sack Zement finden, damit wir die Risse im Mauerwerk schließen konnten. Geheizt wurde mit Holz oder Krümel-Kohle. Für meine Oma, mit 125 Alu Mark Mindestrente war die Kohlerechnung eine Katastrophe und es wurde nur geheizt, wenn die Eisblumen im Doppel-Fenster nicht mehr weggingen.

Keine Ahnung, in welchem Land Gösebrecht und die anderen DDR - Fans gelebt haben, und welche Rolle sie da gespielt haben. Mein Land, in dem ich gelebt habe, war das jedenfalls nicht.

danke Frau Stauch, dass Sie dieses Schicksal hier öffentlich machen. Das ist eine reale DDR - Geschichte. Die Profiteure der ehemaligen DDR verklären hier tagtäglich die Zustände, die hier geherrscht haben.
geloescht.20221110
03.10.2022, 18.27 Uhr
Wo hat der denn gelebt?
Sie haben ,seit 1950, in der BRD gelebt ! So steht es in in "Wiki".
Auch wenn Sie den " Nick" wechseln (DDR-Facharbeiter) - es schreibt immer Manfred Neuber.
Ihr "Zonen-Bashing: kennen wir zur Genüge !
Gehard Gösebrecht
03.10.2022, 19.06 Uhr
Lieber Franz Jäger
Bevor Sie um sich beissen, sollten Sie meine Zeilen richtig lesen.
Ich habe nichts davon geschrieben, dass es in der DDR kostenloses Schulessen gab.
Ich habe etwas von sozialen Errungenschaften geschrieben.
Dass Ihre Mutter so wenig Geld von der Arbeit nach Hause bekommen hat, tut mir natürlich sehr leid.
Aber dieses Schicksal haben viele DDR Bürger geteilt.
Heute gehen aber viele Menschen auch mit Lohntüten nach Hause, durch die man bequem die Sonne durchscheinen sieht.
Gleichzeitig bin ich aber trotzdem der Meinung dass ein DDR Arbeiterschliesfach mit Kohleheizung besser war, als heutzutage unter einer Zorgebrücke zu liegen.
Linde1953
03.10.2022, 19.15 Uhr
Fühlt Euch frei ...
Danke an Landarbeiter und Franz Jäger,

bin ich froh, dass es auch noch solche Bürger wie Sie gibt, die es genauso sehen wie wir. Wir fragen uns auch, wo diese Leute , die hier nur meckern können, gelebt haben. Vielleicht taten sie es den drei Affen gleich, nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Haben sie etwa zu denen gehört, die alles abgenickt haben? Nur gut, dass diese Guck und Horch Truppe weg ist. An Franz Jäger kann ich nur sagen, auch wir wissen, wie es mit dem Hausbau war. Was hat man damals verdient, wo konnte man Material bekommen. Die Renter kamen mit ihrem Geld kaum aus, es reichte nicht vorne und hinten, da gab es keine Unterstützung vom Staat.
Wir hatten ein Verwandtschaftsmitglied, der fünf Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft war und nach Hause kam zu seiner Frau und dem mittlerweile zehnjährigen Sohn, krank und keine Unterstützung bekam. Er erzählte wie es in der Gefangenschaft war. Das nur am Rande zum Thema Russland.
Ja, es gab und gibt heute Armut, dass ist auch nicht schön. Früher haben wir gearbeitet, da gab es gar keine Frage, dies nicht zu tun. Heutzutage ist jeder mehr für sich verantwortlich und man muss nicht immer darauf warten, was kann der Staat für mich tun. Arbeit gibt es doch in den letzten Jahren genug, Ausnahmen gibt es auf jeden Fall. Auch wir sind bei einigen Themen nicht immer eins mit der Politik, nicht desto trotz ist es heute besser als damals. Ja, auch wir haben Angst was alles noch kommen wird. Wer Diktatur will, braucht nur in diese Länder gehen wo sie herrscht, dann kennt er die Unterschiede. Auch die AFDler waren 89 auf der Straße für Freiheit und jetzt gehen sie für das Gegenteil auf die Straße, was für ein Widerspruch.
Danke an Landarbeiter und Franz Jäger für die gleiche Einstellung.
An Leser Gerhard Gösebrecht zur Angst vor der A-Bombe: auch Putin weiß, dass es nicht nur Ostwind gibt, nein auch meistens Westwind.
Gehard Gösebrecht
03.10.2022, 19.42 Uhr
Nachtrag zum Vortrag
Selbstverständlich wünsche ich den Brüdern und Schwestern aus den gebrauchten Bundesländern eine gute Heimreise wenn die Sitten, Bräuche und politischen Überzeugungen der Ureinwohner als nicht genehm erscheinen.
henry12
03.10.2022, 20.00 Uhr
Frühstücksbrot mit Kindern geteilt ?
Oh Mann, das war ja dann die Erfindung vom Bauernfrühstück !
Linde1953
03.10.2022, 20.18 Uhr
Fühlt euch frei und sagt, was ihr denkt
Wenn man hier viele Kommentare von Lesern liest, die die DDR vermissen, ja, dann sollten Sie wieder so leben wie damals mit allen Konsequenzen. Suchen Sie sich doch eine Insel/ein Land aus, es steht Ihnen frei, was Sie aus Ihrem Leben zu machen: alte abgewrackte Wohnung, keine Kohle zum Heizen, kein Fortbewegungsmittel, im Supermarkt die Reste kaufen usw.
Ich lebe auch in der Nostalgie, aber nur als Kind, obwohl die Sozialismus Propaganda schon stattfand, aber das hat man noch überhört. Als Jugendliche viel das einem schon schwerer und als erwachsene Person noch mehr, dann mit Familie und Kindern. Die DDR hätte sowieso nicht mehr lange als eigenständiges Land überlebt, verweis wie es gekommen wäre ohne. Die DDR war pleite. Das hat man an jeder Ecke gesehen. Man kann doch davon ausgehen, dass es selbst den hier nur meckernden besser geht. Leider gibt es nirgends eine Politik die dafür sorgt, dass es maßgeschneiderte auf jede Person Unterstützung und Gelder gibt. Also hören Sie auf zu schimpfen und tun mal was richtiges, außer auf die Straße zu gehen.
DDR-Facharbeiter
03.10.2022, 20.30 Uhr
H.Lohse irrt: DDR-Facharbeiter hat nie "Nick" gewechselt. Er lebt nicht seit 1950 in BRD.
"03.10.2022, 18.27 Uhr H. Lohse
Wo hat der denn gelebt?
1. "Sie haben ,seit 1950, in der BRD gelebt ! So steht es in "Wiki".
2. Auch wenn Sie den " Nick" wechseln (DDR-Facharbeiter)..." Zitat H.Lohse.
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Der DDR-Facharbeiter stellt richtig:
Zu 1. Der DDR -Facharbeiter hat nicht seit 1950 in der BRD gelebt.
Zu 2. Der DDR-Facharbeiter hat noch nie seinen Nick gewechselt.
Er hat nämlich tatsächlich einen Abschluss als DDR-Facharbeiter und ist darauf stolz.
H. Lohse, mit Ihren Behauptungen haben Sie voll ins K.. gefasst.
Hoffe sehr, Redaktion nnz, dass Sie mir meine Richtigstellung erlauben.
Hier geht es schliesslich um meine persönliche Ehre.
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