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Di, 15:27 Uhr
06.12.2022
Stadtrat Michael Hoffmeier zur Ortsumgehung Kallmerode

Ein Adventsgeschenk mit Tücken

Zur morgigen Verkehrsfreigabe der Ortsumgehung Kallmerode erklärt der grüne Stadtrat der Landgemeinde Dingelstädt Michael Hoffmeier folgendes...

"Dass Kallmerode nun vom Durchgangsverkehr entlastet wird, ist sicherlich eine gute Botschaft und von vielen Bewohnern in Kallmerode sehnsüchtig erwartet worden. In die Freude mischen sich aber auch grundsätzliche Bedenken über die Verkehrsinfrastrukturpolitik von Bund und Land und über die konkrete Ausführung dieser Ortsumgehung.

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Wir halten den durchgehenden dreistreifigen Querschnitt der Ortsumgehung Kallmerode für überdimensioniert. Eine dritte Fahrspur in einem der Abschnitte hätte vollkommen ausgereicht. Dann wäre nicht nur der Eingriff in Natur und Landschaft geringer ausgefallen, sondern auch die Baukosten hätten im Zaum gehalten werden können.

Die im Vorfeld erfolgte Baukostenermittlung liegt extrem unter den Realitäten. Denn 2003 ging das Straßenbauamt Nordthüringen noch von 8,25 Millionen Euro Baukosten aus. Abgerechnet wird das Straßenbauvorhaben jetzt mit rund 35 Millionen Euro. Diese Vervierfachung ist nicht mit gestiegenen Baukosten zu erklären. Hier wurden die Kosten offenbar so niedrig dargestellt, um das Nutzen-Kosten-Verhältnis größer erscheinen zu lassen, als es tatsächlich ist. Mit dieser Zahl erscheint die Bauwürdigkeit heute sogar als fraglich.

Die Auswirkungen auf Natur und Landschaft sind mit den tiefen und breiten Einschnitten erheblich und beeinträchtigen dauerhaft das Landschaftsbild. Die Zerschneidungswirkung der ganzen Zäune und Leitplanken der neuen Straße ist besonders für das Wild fatal; es ist nicht nachvollziehbar, warum im Bereich des Dingelstädter Waldes keine Grünbrücke für den Erhalt der vernetzten Lebensräume gebaut wurde. Die zerrissenen Lebensräume müssen eher früher als später wieder verbunden werden wir brauchen eine Wildbrücke! Damit könnten vielleicht auch zerschnittele Wanderwegsbeziehungen geheilt werden.

Verkehrspolitisch bleibt für Nordthüringen ein bitterer Beigeschmack. Denn während der Bund für den Ausbau der B 247 und B 176 zwischen Leinfelde und Andisleben insgesamt mehr als eine halbe Milliarde Euro locker macht, gibt es für den Ausbau der Eisenbahnstrecke Gotha Leinefelde bisher keinen müden Euro. Dabei ist die Elektrifizierung der Strecke und der zweigleisige Ausbau im Bereich Leinefelde-Mühlhausen-Langensalza für eine bessere Anbindung Nordthüringens von großer Bedeutung. Hier muss Verkehrsministerin Susanna Karawanskij endlich mehr Druck aufbauen und statt mit dem Finger auf de Bund zu zeigen, endlich auch eigene Initiative entwickeln.

Wo hinsichtlich Verkehrsinfrastruktur hier immer noch die Prioritäten bei den Verantwortlichen zu liegen scheinen, verrät ein Blick, wie dagegen der lange geforderte und immer wieder aufgeschobene Radweg aussieht - insbesondere im Vergleich zur breiten Trasse der neuen B 247.

Der 7. Dezember ist übrigens der Jahrestag der Eröffnungsfahrt der ersten Eisenbahn in Deutschland 1835"
Michael Hoffmeier
Autor: red

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