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Fr, 10:42 Uhr
23.12.2022
Amtsgeschäfte werden im neuen Jahr übergeben

Scheidende Ministerin Siegesmund zieht Resümee

Im Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz gibt es zum Februar 2023 einen Wechsel an der Ministeriumsspitze. Ministerin Anja Siegesmund legt ihre Ämter als Ministerin, stellvertretende Ministerpräsidentin und Mitglied des Bundesrates nieder – darüber hat sie Ministerpräsident Bodo Ramelow bereits informiert...

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Dazu erklärt Ministerin Siegesmund: „Ich habe aus persönlichen Gründen entschieden, am 31. Januar 2023 meine Ämter niederzulegen und geordnet in neue Hände zu übergeben. Es ist mir eine Ehre und ein großes Privileg gewesen seit 2014 als Ministerin im Dienst des Landes für die Menschen in Thüringen zu stehen. Ich habe die Verantwortung von Anfang an mit viel Demut, aber auch Leidenschaft und Gestaltungswillen angenommen. Insgesamt engagiere ich mich seit 20 Jahren ehren- und hauptamtlich als Landespolitikerin in Thüringen. Unser schönes Bundesland zwischen Thüringer Wald und Hainich, zwischen Gipskarst und Rhön ist mir vertraut und meine Heimat. Alles hat jedoch seine Zeit.

Das Umweltministerium ist jetzt bestens bestellt. Auf den gestern unter schwierigen politischen Vorzeichen einer Minderheitsregierung verabschiedeten neuen Landeshaushalt 2023 lässt sich aufbauen. Den Haushaltsrahmen für Umwelt, Klima und Naturschutz verdoppelten wir seit meinem Amtsantritt im Jahr 2014. Die Amtsnachfolge wird gut gemeinsam mit Dr. Burkhard Vogel das Haus leiten können. Als Energieministerium sind wir im Schulterschluss mit dem Bund für diesen Winter vorbereitet. Der russische Angriffskrieg ist völkerrechtswidrig und barbarisch. Wir stehen an der Seite der Menschen in der Ukraine mit unserem Engagement und einem kühlen Kopf, wenn es um die Energiekrise und die abzufedernden Härten geht. Eine Gasmangellage wird nicht eintreten, Energiepreisbremsen sind entwickelt und wurden noch in 2022 gesetzlich fixiert. Wir sind im Schulterschluss mit dem Bund für diesen Winter der Solidarität vorbereitet.

Im Rückblick ist in den vergangenen acht Jahren gemeinsam viel gelungen, worauf wir in der Koalition stolz sein können. In eigener Ressortverantwortung ging es mir vor allem um das Auflösen scheinbarer Gegensätze. So wie mir das Versöhnen von Ökologie und Ökonomie wichtig war, braucht es für mehr Klimaschutz in der Fläche starke Bündnispartner. Wir haben im TMUEN den Klimaschutz in dieser Regierung von Anfang an großgeschrieben und alles darangesetzt, dass Klima- und Naturschutz als zwei Seiten einer Medaille gesehen werden. Die Klimakrise ist neben dem Artensterben DIE existentielle Herausforderung und daher ist das erste ostdeutsche Klimagesetz aus Thüringen ein Meilenstein. Wir haben vor einigen Wochen den Klimapakt mit den Kommunen geschlossen. Insgesamt haben wir Klimagesetz, Klimastrategie, Klimapavillon, Klima Invest und Klimapakt erarbeitet. Die Transformation aller Bereiche zur Klimaneutralität bleibt die gemeinsame Herkulesaufgabe.
Gleichzeitig stärkten wir in Thüringen den Naturschutz: Wir eröffneten ein landesweites Netz aus 12 Natura 2000 Stationen. Dies ist ein wichtiger Baustein, um dem drohenden Artensterben auch in Thüringen mit aller Kraft zu begegnen und hilft uns jetzt bei der Neuauflage einer ambitionierten Biodiversitätsstrategie. Als Ostdeutsche ist mir der Schutz des Grünen Bandes eine besondere Herzensangelegenheit. Thüringens ehemaliger innerdeutscher Todesstreifen maß 763 Kilometer. Im Schatten des tödlichen Grenzstreifens entwickelte sich eine einzigartige Artenvielfalt. Heute ist dieser grüne Streifen eine Lebenslinie. Was trennte, ist heute Symbol für unsere Freiheit und Mahnung die Erinnerung an das SED-Unrecht nicht „zuwachsen“ zu lassen. Am historischen 9. November 2018 gelang es, das Grüne Band Thüringen zum Nationalen Naturmonument auszuweisen. Inzwischen sind uns viele andere Bundesländer gefolgt, haben wir es bei der letzten Umweltministerkonferenz in Goslar gemeinsam als UNESCO Weltnaturerbe angemeldet. Jetzt ist der Weg dafür geebnet, das Bundeskompetenzzentrum Grünes Band nach Thüringen zu holen.
Und schließlich: Sauberes Wasser für Stadt und Land ist ein weiteres Kernanliegen meiner Umweltpolitik gewesen. Im Jahr 2014 war Thüringen Schlusslicht beim Abwasseranschluss. Gerade mal 80 Prozent aller Haushalte waren angeschlossen, heute sind es bereits 84%, weil wir die kommunale Familie zu einem Abwasserpakt bewegen konnten. Wir bauten Gewässerunterhaltungsverbände mit auf, die jetzt flächendeckend unsere Bäche und Flüsse pflegen, vor Hochwassern schützen. Es gelang den Hochwasserschutz neu auszurichten: Nicht höher, schneller weiter war mehr das Motto, sondern Flüssen mehr Raum geben, renaturieren und natürliche mäandrierende Fließbewegung in Auen zur Regel zu machen. Auch erarbeiteten wir eine Niedrigwasserstrategie, die bundesweit beispielhaft ist.
Neben der Ressortverantwortung blicke ich auch auf 8 spannende Jahre mit unseren Partnern zurück. Gemeinsam haben wir in der Koalition um Lösungen in allen Politikfeldern gerungen. Die Zukunftsfestigkeit des Landes hat uns immer geleitet. Als Stellvertreterin des Ministerpräsidenten und Bundesratsvertreterin standen die Interessen Thüringens immer an allererster Stelle. Allen Partnern, allen voran dem Ministerpräsidenten und den Kabinettskolleginnen und -kollegen, den Landtagsfraktionen, den vielen Partnern im Land insbesondere der kommunalen Familie, danke ich daher für die intensive und produktive Zusammenarbeit.
Ich danke allen engagierten Akteurinnen und Akteuren für die gemeinsame ökologische Sache in Thüringen, in den Kommunen, in der Wirtschaft und ganz besonders in der Zivilgesellschaft. Allen Wegbegleitern sei herzlich gedankt. Wege sind da um gegangen zu werden. Den Weg bis hierhin die ökologische Frage stärker in den Vordergrund zu rücken, Lösungen mit unterschiedlichsten Partnern zu entwickeln, neue Impulse für dieses Land, meine Heimat, zu geben, hat mir viel Freude bereitet. Ich werde jetzt neue Wege gehen, eine Auszeit nehmen, bevor ich beruflich einen Neuanfang mache.“
Autor: red

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Kommentare
Marino50
23.12.2022, 11:05 Uhr
Scheidende Ministerin
...verlässt das sinkende Schiff und die Bezüge stimmen sowieso.
Hans Dittmar
23.12.2022, 11:22 Uhr
Ministerin geht, ein neuer wird berufen und man bezahlt am Ende zwei.
Mit der links grünen Regierung hat der Gipsabbau in unserer Region erst richtig Fahrt aufgenommen. Neue Felder wurden mit dem Regionalplan zusätzlich festgelegt und mit dem Thüringer Versagen beim Kohleausstieg wurde dem Gipsabbau weiter der Rücken gestärkt. Danke Frau Siegesmund. Nun geht man vorzeitig in Rente und ebnet den Weg für einen neuen Minister in der restlichen Legislatur. Weitere Ministergehälter mit Rentenansprüchen muss so der Steuerzahler aufbringen. Danke auch dafür.
Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass das Bildungsministerium geschlossen zurück tritt, aber vielleicht hat man ja das Ziel "der totalen Vernichtung unserer Bildungseinrichtungen" noch nicht erreicht.
G.Auer
23.12.2022, 11:40 Uhr
Abschied
wird wohl versüßt werden mit einem gut bezahlten Pöstchen in der Industrie, wie das bei vielen Politikern so üblich ist. Lieber rechtzeitig die Kurve kriegen, bevor der geneigte Bürger zur nächsten Wahl die Karten neu mischt und grün als Modefarbe keine Rolle mehr spielt!
DonaldT
23.12.2022, 11:42 Uhr
Scheidende Ministerin Siegesmund
Die Frau redet sich ihre "Erfolge" aber auch schön.
Man denke nur an die Windraddebatten, Landverbau durch Solaranlagen usw., usw.
Paulinchen
23.12.2022, 12:03 Uhr
Der Verlust....
hält sich in Grenzen.

Die Pension ist mehr als nur ausreichend.
geloescht.20250302
23.12.2022, 15:13 Uhr
Eine Laudatio über sich selbst...
...wie aus der "Aktuellen Kamera", nur dass da ein Erich dem anderen Erich zum 80. Geburtstag gelobhudelt hat.

Na gut, sie " liebt" natürlich auch alle Menschen, denn die Hand, die einen füttert, beißt man nur in "Amt und Würden" und trotz fetter Übergangsgelder und Pensionen besser nicht in der ebenfalls steuergeldfinanzierten Übergangs- und Wartephase zum nächsten gutdotierten öffentlichen oder Lobbyistenposten.
Kama99
23.12.2022, 16:43 Uhr
Die Amtszeit ...
im Ministerium dürfte locker ausreichen um sich bis zum ableben ausreichend zu versorgen.
A-H-S
23.12.2022, 17:21 Uhr
Thüringer Versagen beim Kohleausstieg?!
@Hans Dittmar
Hat Thüringen noch aktive Gruben/Tagebaue? Ich weiss, dass wir in der Ecke Meuselwitz ein paar Vorkommen hatten. Aber da wird doch schon Jahrzehnte nichts mehr abgebaut!?
alexa
23.12.2022, 18:13 Uhr
Kritik ja, aber an die richtigen Adressaten
Ein üppiges und Resümee. Klar hat Frau Siegesmund auch Leute verprellt. Aber diese Ministerin, die im Vergleich zu anderen Ministerien, z. B. Bildungsministerium, echt was gewuppt hat, hat viel positives für Thüringen erreicht.

Ihr Vorgänger aus Nordhausen (J. Reinholz der CDU-Minister bis 2014) würde sein Resümee auf einen Bierdeckel schreiben können und lebt bestimmt auch gut von seiner Ministerrente.

Insofern Leute, bitte sachliche Kritik. Danke!
grobschmied56
23.12.2022, 20:12 Uhr
Prima Klima mit Frau Siegesmund ...
... oder - wie man sich die Welt schön redet und rechnet.
Die grüne Ministerin klopft sich selbst recht nassforsch auf die Schulter und zeigt uns, was für eine dolle Klima-Kämpferin sie doch ist.
Die Folgen ihrer tollen Klima-Kämpferei benennt sie lieber nicht so genau.
Das Online Portal Thüringen 24 wird da schon etwas präziser!
Zitat:
'Erfurt.
Strom und Gas gehören zu den essenziellen Dingen, die man zu Hause so braucht. Da lohnt es sich schon mal, die Preise verschiedener Anbieter in Thüringen zu vergleichen.

Doch trotz sparsamen Verhaltens und einer bedachten Auswahl des Anbieters müssen Haushalte in Thüringen für Strom und Gas besonders tief in die Tasche greifen. Sie zahlen meist mehr als in anderen Bundesländern.

Thüringen: Menschen in Ostdeutschland zahlen mehr
Statistiken des Online-Vergleich-Portals „Check24“ haben herausgefunden, dass Menschen in Ostdeutschland durchschnittlich mehr für die Grundversorgung ihrer Haushalte zahlen als Menschen in Westdeutschland. Rund 18 Prozent sind sie demnach stärker belastet.

Besonders wir Thüringer sind von diesen Preisunterschieden betroffen – und auch die Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern. Eine Beispielrechnung zeigt, dass wir für einen Ein-Personen-Haushalt (Jahresverbrauch: 1.500 kWh Strom, 5.000 kWh Gas) im Schnitt 4,8 Prozent des Einkommens für die Energiekosten aufwenden müssen.

Im deutschlandweiten Durchschnitt sind es nur 4 Prozent. In Bayern (3,7 Prozent), Baden-Württemberg (3,6 Prozent) und Hamburg (3,6 Prozent) liegen die jeweiligen Zahlen sogar deutlich darunter.

„Check24“-Energie'
Zitat Ende.
Wenn wir Thüringer also besonders hart und herzlich zur Kasse gebeten werden, dann dürfen wir uns unter anderem bei der Frau Siegesmund und ihrem Kreuzzug für 'das Klima' bedanken!
Liebe Frau Ministerin, schade, daß Sie endlich gehen!

Natürlich können wir uns auch schon freuen, auf Ihren Nachfolger.
Der wird den Klimak(r)ampf sicher in Ihrem Sinne besonders engagiert und heftig fortsetzen, bis zur absoluten Klimarettung, Klimaneutralität und Klimagerechtigkeit.
(Und bis zur völligen Unbezahlbarkeit).
HisMastersVoise
23.12.2022, 20:29 Uhr
Zur Rechenschaft bitte!
Es bleibt bei der Personalie abzuwägen, ob das Gute der Amtszeit die Fehler aufwiegt. Wenn jedoch dort oben steht, daß sie sich um Auenlandschaften verdient gemacht hat, dann ist das der blanke Hohn. In Erfurt an der Apfelstädt wurde auf Geheiß von Frau Siegesmund zur Speisung einer Kleinwasserkraftanlage eine über zwanzig Kilometer lange Auenlandschaft mit dem Status eines FFH-Schutzgebietes faktisch trocken gelegt. Das ist Willkür in Vollendung. Dort wurden vier bestehende Kleinwasserkraftanlagen trocken gelegt mit Ministerialerlass. Dort wurden Gesetze gebrochen und Schäden in siebenstelliger Höhe verursacht. Seit Jahren wurden Naturschützer und Nutzer wie Jäger und Angler und Flurbesitzer mit immer neuen Einschränkungen belastet. Das hat sie geschafft. Sie hat eine Umweltschutzindustrie um Wolf, Kranich, Biber, Fischotter und Wolf mit ihren Genossen und für sie aufgebaut ohne Rüchsicht auf die Folgen für bestehenden Nutzungs-und Pflegestrukturen. Und deswegen ist ihr Rücktritt die logische Folge des gerechtfertigten Druckes, endlich für ihre Fehler gerade zu stehen. Denn warum sonst sollte eine stellvertretende Ministerpräsidentin, welche bei entsprechender politischen Konstellation sogar Landesmutter werden könnte so lautlos von der Bildfläche verschwinden wollen. Das glaubt doch hier niemand. Hier greift das Prinzip Reißleine oder Goldener Handschlag. Und vieleicht verschwinden dann auch alle Geister, die sie zu sich gerufen und mit Posten versehen hat.
grobschmied56
23.12.2022, 21:55 Uhr
Selten bin ich einig mit 'Stimme des Herrn', in diesem Fall ...
... aber schon! Gute Recherche, sauber aufgelistet. Läßt tief blicken.
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