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So, 11:00 Uhr
15.01.2023
Werbeeinschränkung gefordert

Keine ungesunde Werbung bis 6 Uhr

Fast die Hälfte der Werbung für ungesunde Lebensmittel, die Kinder im Fernsehen wahrnehmen, läuft zur abendlichen Primetime. Das zeigt eine Auswertung von Dr. Tobias Effertz von der Universität Hamburg im Auftrag der Verbraucherorganisation foodwatch...

Demnach sehen fernsehnutzende Kinder zwischen 3 und 13 Jahren in der Zeit zwischen 20 und 22 Uhr im Schnitt fünf Werbespots für Zuckerbomben oder fettige Snacks.

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Kinder sitzen vor allem abends vor dem Fernseher – in vielen Fällen, um eine Sendung mit der Familie zu schauen. Zwischen 2019 und 2021 war jede dritte der unter Kindern beliebtesten TV-Sendungen kein klassisches Kinderformat, sondern eine zur Primetime ausgestrahlte Unterhaltungssendung, ein Familienfilm oder eine Sportübertragung, wie Daten der AGF Videoforschung zeigen. Um Kinder umfassend zu schützen, dürfe das von der Bundesregierung geplante Gesetz gegen Kindermarketing für Ungesundes nicht ausschließlich Kindersendungen in den Blick nehmen, mahnte foodwatch. Vielmehr müsse die Regelung eine zeitliche Beschränkung umfassen: TV-Werbung für ungesunde Lebensmittel sollte auf allen Kanälen zwischen 6 Uhr morgens und 23 Uhr abends untersagt sein.

„Kinder gucken im Fernsehen nicht nur Zeichentrickfilme und die Sendung mit der Maus, sondern häufig zur abendlichen Primetime ausgestrahlte Fußballspiele und Casting-Shows, die sich nicht vornehmlich an Kinder richten. Gerade in dieser Hauptsendezeit am Abend überschüttet die Lebensmittelindustrie Kinder mit Junkfood-Werbung“, erklärt Luise Molling von foodwatch.

Zwischen 2019 und 2021 waren 29 der 75 von Kindern meistgesehenen Sendungen, also 39 Prozent, keine klassischen Kinderformate, sondern Sportsendungen, Unterhaltungsformate und Nachrichten. 2021 waren es sogar 18 von 25, darunter mehrere Übertragungen der Fußball-Europameisterschaft, die unter anderem von Coca-Cola gesponsert wurde. Allein das Spiel zwischen England und Deutschland haben 2,3 Millionen Kinder (3-13 Jahre) angesehen. Das entspricht einem Marktanteil dieser Altersgruppe von 87,9 Prozent.

Die Ampel-Parteien hatten im Koalitionsvertrag angekündigt, gegen Junkfood-Werbung vorzugehen. Das Bundesernährungsministerium dürfte schon in Kürze einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen. Bereits vor einigen Wochen hatte foodwatch mit 40 anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter die Krankenkasse AOK, das Kinderhilfswerk und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), in einem offenen Brief an die Ampel-Koalition eine „umfassende Regelung“ gefordert. Eine „Werbebeschränkung light“, die lediglich klassische Kindersendungen adressiert, würde „ihr Ziel verfehlen“.

Das Gesetz müsse neben einer zeitlichen Beschränkung im TV, Radio und Streamingdiensten auch Vorgaben für die sozialen Medien machen, forderten die Organisationen: Influencer:innen sollten ausschließlich Werbung für gesunde Lebensmittel machen dürfen. Für Plakatwerbung solle eine 100-Meter-Bannmeile im Umkreis von Kitas, Schulen und Spielplätzen gelten. Als Grundlage, welche Lebensmittel als ungesund gelten, müssten die Nährwert-Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dienen.

Werbung für Lebensmittel mit viel Zucker, Fett oder Salz fördert nachweislich ein ungesundes Essverhalten. Kinder essen etwa doppelt so viel Süßigkeiten, aber nur halb so viel Obst und Gemüse wie empfohlen. Aktuell sind etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Übergewicht und sechs Prozent sogar von starkem Übergewicht (Adipositas) betroffen. Ihnen drohen im späteren Leben Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Gelenkprobleme, Bluthochdruck und Herzerkrankungen. Jeder siebte Todesfall in Deutschland ist laut Daten der OECD auf ungesunde Ernährung zurückzuführen.
Autor: red

Kommentare
DonaldT
15.01.2023, 14.37 Uhr
Ungesunde Werbung
Warum eine zeiltliche Beschränkung?
Warum nicht ganz untersagen?

Angst vor der Lebensmittellobby?
Katzengreis
15.01.2023, 17.44 Uhr
Wozu gibt es diese Lebensmittel?
Warum untersagt man nicht einfach die Produktion ungesunder Lebensmittel?
Fertig.
grobschmied56
15.01.2023, 18.56 Uhr
Dann möge der Katzengreis doch mal ...
... eine allgemein gültige Definition für 'ungesund' liefern!
Soll seiner Meinung nach der Verkauf von Speisesalz (100Prozent Salzgehalt!), Zucker (100Prozent Zuckergehalt) oder Pflanzenmargarine (enthält massenhaft Fett, auch gesättigte Fettsäuren!) verboten werden?
Was käme noch alles auf seinen 'Index'?
Natürlich alle Getränke, die Alkohol enthalten!
Wein, Bier, Sekt, Likör - adieu!
Haben die Amis vor hundert Jahren versucht - und sich damit ein exquisites Dauerproblem in Form von organisierter Kriminalität eingehandelt. Mr. Al Capone läßt schön grüßen.
Leute, die alles und jedes verbieten wollen, entsprechen sehr dem heutigen 'Zeitgeist'! Nur selten kommt durchdachtes Material dabei rum - dafür viel Moralinsäure und Gesabbel.
Paul
15.01.2023, 19.50 Uhr
Bis 18.00Uhr???
Ich,und nicht nur ich, wäre dafür Werbung generell zu VERBIETEN !!!
RWE
15.01.2023, 20.09 Uhr
Verbotskultur pur??
Liebe Vorkommentatoren. Also verbieten wir Schokolade, Ketchup, Pudding und die meisten Joghurts wegen ihres Zuckergehalts.
Bratwurst, Hamburger und die meisten anderen Fast Food Gerichte fallen dann natürlich auch weg. Käse, Wurst und viele Quarks müssen dann auch verboten werden. Genauso wie das ein Feierabendbier, an Schnäpschen auf Feiern ist auch ungesund und vom Rauchen wollen wir erst gar nicht reden.
Also nur noch Hüttenkäse, Gemüse und dünne fahle Suppen. Meine Güte, es ist doch alles eine Frage der Menge. Bei Getränken gibt es schon zuckerfreie Alternativen. Coke Zero ( light weniger) schmeckt wie das Original....
Naja wer die Kinder jahrelang eingespeert und Homeschooling verdonnert hat braucht sich nicht zu wunder, wenn viele Kids noch bewegungsfauler geweorden sind.
Axel S.
15.01.2023, 20.45 Uhr
heute sollte eigentlich jeder...
...wissen, was gesund ist und was nicht. Auch sollte jeder wissen, dass die Dosis das Gift macht. Darüberhinaus sollte mittlerweile auch jeder begriffen haben, dass Werbung die beworbenen Inhalte naturgemäß immer schöner und besser darstellt als sie sind.

Diese ganzen Dinge vorausgesetzt, sollte es also vollkommen egal sein, wann und ob Werbung im TV läuft, da am Ende jeder selbst seine Kaufentscheidung trifft.
RWE
15.01.2023, 21.26 Uhr
@Paul Werbung gemerell verbieten??
das ist sozialistischer Unsinn. Wer 30 Jahre nach der Wende auf falsche Versprechen reinfällt hat selber Schuld.
Ein Verbot von Werbung würde bedeuten, daß wir nur noch von ARD und ZDF "beglückt" werden. Denn private Sender, sei es nun Pro7 oder Antenne Thüringen im Radio müssen ihr Geld nuneinmal durch Werbung erwirtschaften und leben nicht so komfortabel wie die Sender vom ÖR. Ohne Werbung, auch Anzeigen genannt, würde auch die Zeitungen, egal ob online oder in old School auf Papier, in Schwierigkeiten geraten. Werbug ist lästig, aber ohe Werbung gäbe es keine kostenlosen Internetdienste, kostenlosen Radio oder TV u.s.w.
Ich wette auch die NNZ ist auf Werbung und viele Clicks angewiesen.
diskobolos
15.01.2023, 21.49 Uhr
Ungesunde Lebensmittel verbieten
wird so allgemein sicher nicht sinnvoll sein. Ungesund werden sie doch erst, wenn man zu viel von Ihnen zu sich nimmt. Ich habe mal gelesen, dass schon Leute beim Wetttrinken von Leitungswasser gestorben sind.

Für ein Verbot, zumindest für eine Beschränkung, von Werbung wäre ich eher zu erwärmen. Und nicht nur bei Lebensmitteln. Auch Bekleidung wird eindeutig zu viel "konsumiert". Jeder erwachsene Deutsche kauft im Jahr im Durchschnitt 60 Stück davon. Eindeutig zu viel. Auch eine Folge von Werbung ?
Kobold2
16.01.2023, 08.36 Uhr
Hm,
Wenn ich da lese , im Alter von 3- 13 und von 20- 22 Uhr....
Schuld sind sie " anderen" aber nicht die Eltern.
Mitternacht
16.01.2023, 10.25 Uhr
Mein Eindruck ist, dass Kobold inzwischen -
- egal, was er sagt, mit "Daumen runter" abgestraft wird.
Aber was gibt es hier an seiner Meinung auszusetzen? Wenn ich mir den Artikel durchlese schlage ich auch die Hände über dem Kopf zusammen, wenn ich (mehrmals!) lese, "Kinder im Alter zwischen 3 und 13"...

Was haben denn bitte Kleinkinder/Kindergartenkinder/Vorschulkinder/Grundschulkinder um 20.00 Uhr überhaupt vor'm Fernseher verloren, geschweige denn um 22.00Uhr?

Und da macht man sich darüber Gedanken, was sie in dieser Zeit für ungesunde WERBUNG sehen? Ich frage mich, wieso ihre Eltern sie zu dieser ungesunden ZEIT Fernsehen schauen lassen!
Und richten soll diese Misere ein Verbot der Werbung, statt sich zu fragen, was bei den Eltern schief läuft?

Das kann's doch wohl nicht sein!
Kobold2
16.01.2023, 18.58 Uhr
Der Eindruck
ist schon lange Realität. Mehr als eine Lesebestätigung ( das andere bekommt hier keine Freigabe) ist es nicht.
Von daher stehe ich gar nicht so schlecht da.
Manch einer fühlt sich wohl in seinem Dauernörgeln gegen alle anderen, die ja Schuld an der andauernden eigenen Unzufriedenheit sind, gestört, wenn man auf den Eigenanteil hinweist. Von daher hat man wohl auch größere Probleme, als ungesunde Werbung, wenn man Kinder in den Altersgruppen, zu diesen Zeiten vor die Kiste setzt. Dann braucht man sich auch nicht wundern wohin Teile der Gesellschaft schon länger gedriftet ist. Die Daumen sind ein Indiz dafür.
Wie wärst mal mit einem Spieleabend?
Aber da muss man auch verlieren können....
grobschmied56
16.01.2023, 20.07 Uhr
Ein schwacher Trost für Kobold und Mitternacht ...
... von mir kommt es nicht! Die Daumen-Runter-Funktion benutze ich grundsätzlich NICHT. Sie ist mir viel zu unpersönlich und zu anonym.
Nicht mein Stil.
Daumen runter - und dann? Nix mehr?
Hat was von der hit and run Taktik von Guerrilla oder Heckenschützen.
Unter meiner Würde.
Mein Ding ist die Breitseite!
Aber bevor auf dem Kanonendeck die Luken geöffnet und die 17-Pfünder - Mündungen ausgefahren werden, ziehe ich am Hauptmast meine Flagge hoch!
Die mit dem Schmiedehammer.
Da kann Jeder sehen, von wem er Feuer bekommt.
So geht altmodisch.
Damit mein Kommentar nicht unter 'Thema verfehlt' rutscht:
Vor einigen Jahren brachte ich mit meiner Dame einen Urlaub in einem Landgasthof zu - sehr nett und mit guter Küche.
Als wir unser Abendbrot schon verzehrt hatten, wurde nebenan eine Festtafel eingedeckt. Zu unserem Erstaunen schleppten die Mitarbeiter gleich sieben Kinder-Hochstühle an. Meine Frau mutmaßte noch vor sich hin, dies sei wohl für den nächsten Tag die Vorbereitung - aber nein! gerade als wir gezahlt hatten und zum abendlichen Verdauungsspaziergang aufbrachen, rückte die Abendgesellschaft an - nicht mit sieben Zwergen, sondern mit sieben kleinen Purzeln im geschätzten Alter von eineinhalb bis drei Jahren!
Das Abendessen kann nach meiner Uhr kaum vor 20.00 Uhr begonnen haben, wieweit es sich hinzog und wann die Kleinen dann glücklich mal ins Bettchen kamen, entzieht sich meiner Kenntnis. Die stink - konservativen Grobschmieds blickten sich nur an und schüttelten in stiller Übereinkunft und voller Mißbilligung die Köpfe.
Sowas hätten wir mit unseren Kindern nicht veranstaltet!
Aber das ist bei vielen jungen Eltern heute eben anders. Und deren Kinder sind dann wohl auch die Zielgruppe für 'UNGESUNDE WERBUNG' nicht nur bis 18.00 Uhr sondern auch darüber hinaus - womöglich kurz vor Mitternacht.
tannhäuser
16.01.2023, 23.00 Uhr
Ich dachte...
...die Kids sitzen vorm PC und machen Hausaufgaben oder wie immer man heute nennt, was den Schulbesuch ersetzt...

Und wenn RTL2 durch Netflix oder Disney Plus oder Waipu TV ersetzt wird gibts auch Werbung zwischen drin.

Es geht heute nicht mehr ohne Werbung, auch nicht beim Streamen oder/Pay TV. Wer das nicht akzeptiert sollte seine Ritterrüstung wegpacken und sich nicht wie ein Ritter der Tafelrunde aufspielen, um den Heiligen Gral zu suchen.
RWE
17.01.2023, 10.24 Uhr
Streamen und Werbung
Ich im wesentliche sehe ich es wie Tannhäuser. Beim Streamen, auch bei Netflix geht allerdings es ohne Werbung. Bei Netflix kann man in einem günstigeren Tarif wechseln, wo es Werbepausen gibt. Das wurde nicht sern angenommen, die Leute bezahlen das Angebot lieber mit etwas mehr Geld als mit ihren Nerven.
Gesunde Ernährung eine Sache der Bildung und der Selbstdisziplin. Es ist Aufgabe der Eltern dem Nachwuchs ein vernünftige Ernährung beizubringen. Genauso gehört es zur Erziehung Kindern dabei zu helfen Werbung einzuornen.
Finanzielle Aspekte lasse ich nicht gelten. Klar ist alles teurer geworden. Wer aber selber kocht, bestenfalls für 2 oder 3 Tage im voraus, kommt unterm Strich billiger weg als als bei Tiefkühlgerichten, an der Bratwurstbude oder dem Schnellimbiss.
tannhäuser
17.01.2023, 11.10 Uhr
Danke RWE!
Ich habe mich ungenau ausgedrückt und meine speziell Freevee und Netflix mit Werbung sowie Waipu TV, das Pay-TV-Sender beinhaltet, welche Werbung zwischen, aber nicht innerhalb Film- und Werbeblöcken anbietet.

Ansonsten stimme ich Ihren Kommentaren zu, RWE! Ebenso auch kobold2 und Mitternacht, was die Verantwortung der Eltern betrifft, solange die Kinder noch ihre Füße unter deren Tisch strecken und ihren Strom verbrauchen.
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