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So, 13:02 Uhr
04.02.2024
Automobilclub von Deutschland

Die häufigsten Pannen in 2023

Zum Jahresbeginn hat der Automobilclub von Deutschland (AvD) erneut seine Pannenstatistik für das zurückliegende Kalenderjahr ausgewertet...

Die häufigsten Pannenursachen waren Probleme mit der Baugruppe „Elektrik, Ladestrom, Zündung“, die 42,76 Prozent aller Kontaktaufnahmen mit der AvD Notrufzentrale auslösten. Zwar setzte sich hier der Trend der Vorjahre fort, doch trotz eines Rückgangs von 1,49 Prozentpunkten gegenüber 2022 weist diese Baugruppe weiterhin mit deutlichem Abstand die größte Anfälligkeit für gravierende Defekte auf.

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Mit einem Anstieg um 0,55 Prozentpunkte auf einen Anteil von 20,26 Prozent folgt auch 2023 die Baugruppe „Lenkung, Fahrwerk, Bremsen“ auf Platz zwei. Die Kategorie „Motor und Abgasanlage“ komplettiert trotz eines leichten Rückgangs um 0,12 Prozentpunkte gegenüber 2022 auf 15,61 Prozent die Top-drei-Pannenursachen des Jahres 2023.

Der prozentuale Anteil Baugruppe „Elektrik, Ladestrom, Zündung“ sank gegenüber 2021 um immerhin 4,14 Prozentpunkte (-9,6%) und markiert für das Jahr 2023 nicht nur ein relatives Minimum, sondern den Tiefstwert der aktuellen Dekade. Vor dem Hintergrund des aktuell wachsenden Anteils von elektrifizierten Antrieben (Hybrid und vollelektrisch) am deutschen Fahrzeugbestand, ist diese Entwicklung zumindest bemerkenswert. Dass die gestiegene Zahl der E-Autos nicht zu einem Anstieg der Pannen aufgrund von Elektrik-Problemen geführt hat, lässt auf die inzwischen hohe Entwicklungsreife der aktuellen Elektroautos schließen.

Ganz anders sieht die Entwicklung der Baugruppe „Lenkung, Fahrwerk, Bremsen“ aus, deren Anteil an den Pannenursachen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist und 2023 um 3,56 Prozentpunkte (+21%) über dem Wert von 2020 lag.

Auch die auf Platz drei rangierende Baugruppe „Motor und Abgasanlage“ hat unter dem Strich in den vergangenen Jahren häufiger den Spielverderber gespielt: seit 2020 ist ihr Anteil um 2,15 Prozentpunkte (+16%) gewachsen. Eine Erklärung für den gewachsenen Anteil beider Baugruppen als Ursache für Fahrzeugausfälle liegt im zunehmenden Durchschnittsalter des deutschen Fahrzeugbestandes. Es mag aber auch eine Rolle spielen, dass zur Senkung der Herstellungskosten in der Vergangenheit auch die Qualitätsanforderungen an die verbauten Teile „optimiert“ wurden.

Schließlich lässt sich festhalten, dass die drei häufigsten Ursachengruppen für gut 78 Prozent aller im Jahr 2023 geleisteten Pannendiensteinsätze verantwortlich waren.

Die Elektrik bleibt größte Schwachstelle bei Personenwagen
Trotz der relativen Rückgänge in den vergangenen Jahren bleibt die Elektrik weiterhin mit sehr deutlichem Vorsprung die häufigste Pannenursache. Das liegt nicht nur an der immer umfangreicheren und komplexeren Bordelektrik zur Steuerung von Regelsystemen, Motormanagement und Fahrassistenzsystemen. Sondern auch die immer umfangreichere Ausstattung der Autos mit elektrischen Komfortfeatures wie Fensterheber, Sitzverstellung, Regensensor etc. Deren Fehlfunktionen führen zwar nicht notwendigerweise zu einem Fahrzeugausfall, doch können sie Situationen erzeugen, die eine Weiterfahrt für die Passagiere unerträglich machen, wenn sich zum Beispiel die Heizung nicht mehr regulieren lässt oder sich die Fenster bei einsetzendem Regen nicht mehr schließen lassen.

In den meisten Fällen sind es allerdings Starterbatterien sowie die in den Antrieb integrierten Hochvolt-Speicher z. B. bei Fahrzeugen mit Hybrid-Systemen oder auch rein elektrischem Antrieb die für Fahrzeugpannen ursächlich sind. Der AvD rät daher speziell „Laternenparkern“ und Autonutzern mit geringen Fahrleistungen, die Ladungsstärke der Starterbatterie im Blick zu behalten und regelmäßig messen zu lassen. Tipp: Den Austausch eines schwächelnden Stromspeichers nicht unnötig hinauszögern. Und beim Nachkauf einer Batterie möglichst den Ladezustand schon im Geschäft vom Verkäufer überprüfen lassen. So können Autobesitzer sichergehen, einen leistungsfähigen Stromspeicher zu bekommen. Denn ein hoher Ladezustand bildet die wichtigste Grundlage für eine lange Lebensdauer des Akkus. Zudem hilft eine gute Pflege der Batterie, deren Lebensdauer deutlich über die vielfach angegebene Zeitspanne von vier bis fünf Jahren hinaus zu verlängern.

Fahrwerk, Lenkung, Reifen
Als wichtiger Einflussfaktor für Pannenursachengruppe „Fahrwerk, Lenkung, Bremsen“ erwiesen sich regelmäßig die Autoreifen. Schäden daran entstehen nicht nur durch Fremdkörper auf der Straße, wie z. B. Schrauben oder Nägel, sondern auch durch das Fahren mit dauerhaft zu niedrigem Reifenluftdruck. Hinzukommen Defekte an Felgen bzw. Rädern als Folge eines zu schnellen Überfahrens einer Bordsteinkante. Die so entstehenden Beschädigungen sind mit dem bloßen Auge oft nur schwer erkennbar, können aber mit der Zeit erhebliche Defekte nach sich ziehen.

Zudem erhöhen schadhafte Reifen und Räder den Verschleiß der Buchsen an Fahrwerk und Lenkung. Die Folgen sind vorzeitige Alterung bis hin zum Ausschlagen der Lager. Absolute Ausnahmen unter den Pannengründen sind hingegen gebrochene Stahl- und Eisengussteile wie etwa Lenkstangen oder Federn. Mehr Ärger verursachen Luftfedersysteme, die beispielsweise bei Kombis der oberen Mittel- und der Oberklasse an der Hinterachse verbaut werden. Deren Federbälge werden mit den Jahren porös und können den Luftdruck im Federelement immer weniger speichern. Zwar hält der zum System gehörende Kompressor in der ersten Zeit noch tapfer dagegen, doch bereits bei der nächsten Fahrt mit voller Zuladung kann das System kollabieren. Das Auto geht „auf Block“ und die Federwirkung ist dahin.

AvD Tipp: Die Angaben zum optimalen Reifendruck des jeweiligen Autos finden sich als Aufkleber auf der Innenseite des Tankdeckels oder im Rahmen der Fahrertür. Die ausreichende Profiltiefe lässt sich mit einer Ein-Euro-Münze kontrollieren. Verschwindet der goldene Rand vollständig im Reifen, ist noch ausreichend Profil vorhanden.

Kurzstrecken sind das reinste Gift
Mit einem Anteil von 15,61 Prozent rangiert die Ursachengruppe „Motor und Abgasanlage“ erneut auf dem dritten Platz der häufigsten Pannenursachen 2023. Ein leichtes Minus von 0,12 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Die Gründe für Fehlfunktionen, die zum Liegenbleiben von Fahrzeugen führten, liegen hier nicht allein in der bisweilen sensiblen Technik, sondern sind in vielen Fällen auf einen unsachgemäßen Umgang mit dem Fahrzeug zurückzuführen. Das Gute daran: Da menschengemacht, lassen sich diese Pannen durch etwas Umsicht leicht vermeiden.

Wer gut schmiert, der gut fährt so der Volksmund. Daher ist bei jedem zweiten bis dritten Tankstopp der Motorölstand zu kontrollieren und im Bedarfsfall der Füllstand zu korrigieren. Auch empfiehlt es sich, die im Wartungsplan des Fahrzeugs vorgesehenen Inspektionen und Zusatzarbeiten, wie der Austausch des Zahnriemens, nicht zu ignorieren. Häufige Kurzstreckenfahrten können zudem Schäden an Motor und Auspuffanlage verursachen. Die sind insbesondere für Autos mit Dieselmotor und Partikelfilter (DPF) problematisch, weil der Filter die für die Regeneration erforderlichen Temperaturbereiche nicht erreicht und sich zusetzen kann. Die Abgase können nicht mehr entweichen und der Motor „erstickt“ an seinem eigenen Abgas.

In einigen Fällen war der Ausgangspunkt für motorische Probleme eine falsche Betankung des Fahrzeugs. Da eine gründliche Reinigung des Kraftstoffsystems und der Brennräume in der Regel mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden ist, konnten die AvD Pannenhelfer die Havaristen in solchen Fällen nicht ambulant vor Ort wieder flott machen, sondern mussten sie zunächst in eine Fachwerkstatt abschleppen.

Immer ernst nehmen: leuchtende Kontrollleuchten
Für den Fall, dass im Armaturenbrett eine Kontrollleuchte aufleuchtet oder der Bordcomputer des Autos einen Fehler meldet, sollten Autofahrer und Autofahrerinnen dies unbedingt ernst nehmen. Der AvD rät, in solchen Fällen unverzüglich anzuhalten und im Bordbuch des Fahrzeugs nachzuschlagen, auf welchen Defekt die Warnleuchte hinweist. Hier finden sich auch Empfehlungen, welche Maßnahmen im jeweiligen Fall ergriffen werden sollten und ob eine Weiterfahrt möglich ist.

Doch ganz egal, ob ein technischer Fehler vorliegt oder ein menschliches Fehlverhalten zu einem Fahrzeugausfall führt, AvD Mitglieder können im Pannenfall einfach und bequem die Hilfe ihres AvD in Anspruch nehmen. Die hauseigene AvD Notrufzentrale mit ihrem kompetenten Team ist an 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden täglich telefonisch erreichbar national unter 0800 9909909 und aus dem Ausland unter 0049 69 6606-600.
Autor: red

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