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Fr, 09:17 Uhr
12.04.2024
auch in Schlüsselindustrien:

Deutschland Industrie verliert an China

Der deutsche „Exportweltmeistertitel“ ist längst passé: China hat bei den Ausfuhren schon vor mehr als einer Dekade Deutschland den Rang abgelaufen und baut diese Vormachtstellung immer weiter aus...

Industrie (Symbolbild) (Foto: Michael Schwarzenberger auf Pixabay) Industrie (Symbolbild) (Foto: Michael Schwarzenberger auf Pixabay)
Nun aber könnten die historischen Handelsbeziehungen zunehmend auf der Kippe stehen, denn die deutsche Industrie verliert auch in immer mehr Schlüsselsektor gegenüber China an Boden. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade.

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„China punktet längst nicht mehr nur mit billiger Massenware oder Vorprodukten, sondern hat die heimischen Industrien im Laufe der Jahre sukzessive hin zu einer wesentlich höheren Wertschöpfung verschoben“, sagt Dr. Jasmin Gröschl, Senior Volkswirtin von Allianz Trade. „Die deutschen Unternehmen verlieren im Vergleich deutlich an Boden – zunehmend auch in den deutschen Schlüsselindustrien, die Jahre lang als Hochburg für ‚made in Germany‘ galten. Das bedeutet auch: Die Handelsbeziehungen sind nicht mehr komplementär. Im Gegenteil: In vielen Branchen ersetzen chinesische Produkte die deutschen – und gleichzeitig steigt die kritische Abhängigkeit Deutschlands von chinesischen Importen.“

Bye bye, „Hometurf“: China gewinnt auch in Europa deutlich Marktanteile
Chinas globale Exportanteile in Schlüsselsektoren wie Maschinen, Chemikalien und Elektrogeräte haben Deutschland überholt, während die kritische Abhängigkeit Deutschlands von chinesischen Importen von 6 % im Jahr 2004 auf 22 % im Jahr 2022 erheblich gestiegen ist.

„Der zunehmende Wettbewerb spielt sich dabei nicht nur in Schwellenländern ab“, sagt Gröschl. „Auch in Europa, dem klassischen ‚Hometurf‘ der deutschen Firmen gewinnen die chinesischen Unternehmen zunehmend an Marktanteilen: Innerhalb der Europäischen Union (EU) haben in den letzten zehn Jahren 10 von 11 Sektoren des deutschen verarbeitenden Gewerbes einen Rückgang des Exportmarktanteils verzeichnet.“

Nicht alles Gold, was glänzt in China
Direktinvestitionen in China erzielen nur geringe Rendite

Schrumpfende Umsätze und Marktanteile drücken auf die Gewinne der in China tätigen deutschen Unternehmen. Auch wenn einige deutsche Unternehmen den chinesischen Markt sauer aufgestoßen haben, bleibt er weiterhin ein attraktives Ziel für Investitionen großer Unternehmen. Aber: Trotz einer Verfünffachung der deutschen Direktinvestitionen in China von 2010 bis 2022 haben die Unternehmen einen Umsatzrückgang von -6,2 Mrd. EUR und eine geringere Investitionsrendite von -24,8 Mrd. EUR im Jahr 2022 zu verzeichnen.

„Auch in China nicht alles Gold, was glänzt“, sagt Gröschl. „Deutsche Unternehmen verzeichnen auf ihre Direktinvestitionen Umsatzrückgänge und geringe Investitionsrenditen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, reinvestieren die Unternehmen ihre Gewinne in China. Gleichzeitig müssen sie sich aber auch den Herausforderungen im Heimatmarkt stellen, die teilweise zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führt.“

Seitens der Unternehmen sind Forderungen nach Schutzmaßnahmen auf EU-Ebene eine Folge dessen. In diesem Zusammenhang würden politische Maßnahmen zur Verringerung der Regulierungs- und Steuerlast im Inland und zur Beseitigung von Innovationshemmnissen viel dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit auf der globalen Bühne wiederzuerlangen.

It takes two to Tango: Sowohl Rahmenbedingungen als auch Investitionen notwendig
„Der Wind bläst den deutschen Unternehmen gerade kräftig ins Gesicht“, sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Unbestritten hat die hiesige Wirtschaft schon rosigere Zeiten gesehen. Es gibt viele Hausaufgaben. Dazu gehören verlässliche, planbare und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Aber: It takes two to Tango. Unternehmen sollten gerade jetzt aktiv die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen.

Insbesondere Investitionen in grüne Energiegewinnung und in Forschung und Entwicklung sind jetzt das A und O für das Wiedererstarken von ‚Made in Germany‘. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die deutschen Unternehmen mit ihrer Robustheit, Finanzstärke und ihrem Unternehmergeist genau dies schaffen und dann der internationalen Konkurrenz die Stirn bieten werden – auch den chinesischen Firmen.“

Die komplette Studie finden Sie hier .
Autor: psg

Kommentare
Echter-Nordhaeuser
12.04.2024, 13.23 Uhr
Wundert mich nicht....
Bei der Anti Deutschland Politik unserer Regierung. Fängt bei A wie Auto an und hört bei Z wie Zuwanderung auf. Uns wird es mal schlechter gehen als den Ostblock Ländern.
Jäger53
12.04.2024, 17.56 Uhr
Deutsche Industrie und China
Das die deutsche Industrie immer mehr an Boden verliert wundert mich überhaupt nicht. Weil zur Zeit die unfähigsten Politiker die Deutschland je hatte das sagen haben und sich alles von der USA diktieren lassen. Deutschland hat leider nichts zu sagen.
Paulinchen
13.04.2024, 11.31 Uhr
Warten wir mal ab,...
... unser geriebener Kanzler ist ja jetzt im fernen China. Er wird zunächst mit dem Staatschef heftig schimpfen, weil die Chinesen die Menschenrechte nicht achten und dann wird er drohen, die Entwicklungshilfe für China einzustellen, wenn die dortigen Herrscher weiter mit Putin paktieren.

Ob die Bosse der Wirtschaft, welche den Kanzler begleiten, zu Vertragsabschluessen kommen, um hier die Wirtschaft auf Schwung zu bringen, darf bezweifelt werden. Unsere Wirtschaft, wird wohl eher demnächst von den Chinesen dirigiert, als von unserem "erfahrenen" Wirtschaftsminister.

Was sagte Gorbatschow noch mal in Berlin zu unserem Erich: Wer zu spät kommt...... Und da Deutschland seine Vorreiterrolle längst verloren hat, dürfte jedem klar sein, was der Kanzler in seiner Aktentasche mit aus China bringt. Ausser Spesen nichts .........
Kobold2
13.04.2024, 14.56 Uhr
Wenn man
Jahrelang China als Werkbank benutzt, braucht man sich nicht wundern, wenn man sich dort viele Entwicklungskosten durch kopieren spart und das man dabei lernt gute Produkte selbst zu fertigen. "Ganz nebenbei" hat man es dort auch nicht versäumt, global Rohstoffquellen und Logistikschnittstellen zu sichern.
Gut, das man wenigstens beim Hamburger Hafen mal nein sagen konnte. Mal sehen, wie lange?
diskobolos
13.04.2024, 17.09 Uhr
Da fehlt einigen wohl der Überblick
Dass die Chinesen nur abkupfern ist eine Vorstellung aus der Vergangenheit. Heute sind sie auf wichtigen Gebieten allen voraus. Als die Telekom beim 5G-Aufbau auf chinesische Teile verzichten sollte, hat sie festgestellt, dass sie niemand ersetzen konnte. Selbst die Amerikaner waren 2 Jahre zurück, wie es hieß. Bei E-Autos das Gleiche.

Nicht nur D hat seinen technologischen Vorsprung verloren, sondern mehr oder weniger die ganze Welt. Bei Ländern, die weniger stark vom Export abhängen, sind die Folgen naturgemäß weniger zu spüren. Aber die Ampel ist Schuld, das ist klar. Wenn erst mal diese besondere Partei an der Macht ist, werden wir China schon wieder überholen . . .
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