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Mi, 14:46 Uhr
30.04.2025
NABU Thüringen

Wölfe sind ein Teil der Natur

Heute findet bundesweit der 13. Tag des Wolfes statt. Anlässlich dieses Termins ruft der NABU Thüringen dazu auf, den Wolf als selbstverständlichen Bestandteil der Natur zu begreifen und zu akzeptieren. Seit 25 Jahren sind Wölfe auf natürliche Weise wieder nach Deutschland zurückgekehrt...

Eine junge Wölfin (Foto: S. Böttner) Eine junge Wölfin (Foto: S. Böttner)
Für Thüringen begann die Rückkehr von standorttreuen Wölfen mit der „Wölfin von Ohrdruf“. Der Nachweis für das Tier wurde im Mai 2014 am militärisch genutzten Standortübungsplatz Gotha-Ohrdruf erbracht. Im Vergleich zu anderen Bundesländern breiten sich seit damals Wölfe allerdings nur sehr langsam im Freistaat aus.

„Derzeit hat Thüringen je ein Wolfsrudel bei Ohrdruf und bei Neuhaus am Rennweg sowie je ein Wolfspaar bei Ilfeld und im Hainich, dazu durchziehende Wölfe auf der Suche nach Anschluss und eigenen Revieren. “Es ist eigentlich noch viel Platz für diese Rückkehrer im Grünen Herzen Deutschlands“, erklärt Silvester Tamás vom NABU Thüringen. Bundesweit existieren heute deutlich mehr als 200 Wolfsrudel, was tausenden ehren- und hauptamtlichen Naturschützern und Naturfreunden zu verdanken ist, die sich in Deutschland und europaweit mit Unterstützung von Politik und Wissenschaft, dem Ziel einer flächendeckenden natürlichen Wiederbesiedlung verschrieben haben.

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Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA, im Auftrag der Bild-Zeitung mit Veröffentlichung am 19. April 2025, gehören für 67 Prozent der Befragten Wölfe zur normalen Tierwelt in Deutschland. Für 61 Prozent ist der Wolf eine Bereicherung der Artenvielfalt. Nur 31 Prozent wollen, dass der Wolf ins Jagdrecht kommt und dessen Schutzstatus herabgesetzt wird. Der NABU Thüringen sieht in den Ergebnissen dieser Umfrage ein klares Votum für den Wolf in Deutschland und Thüringen. Die verantwortlichen Politiker und die Regierung sind in der Pflicht, die gemeinsame Jahrzehnte lange Arbeit für den Wolfsschutz in Deutschland nicht für die Interessen einer nachdrücklich lobbyierenden Anti-Wolfs-Szene, die den Wolf bejagen möchte, aufs Spiel zu setzen.

Silvester Tamás erklärt: „Weidetiere spielen als Nahrung für den Wolf eine untergeordnete Rolle. Die Beutegreifer ernähren sich zu über 95 Prozent von Wildtieren und natürlichen Ressourcen. Wir können allerdings nachvollziehen, wenn ein Weidetierhalter geschockt ist, wenn er morgens auf seine Weide kommt und es liegt zum Beispiel ein gerissenes Schaf auf der Fläche. Das ist emotional kein schönes Erlebnis. Doch mit der Jagd auf Wölfe ist ihm nicht geholfen. Was wirklich hilft, ist ein ordentlicher Schutz der Weidtiere. Denn Wolfsübergriffe hätten bei gut der Hälfte aller Rissvorfälle im Freistaat vermieden werden können, wenn effektive Herdenschutzmaßnahmen auf den betroffenen Weiden eingesetzt worden wären. Zudem werden Aufwendungen für einen wirksamen Herdenschutz in Thüringen bereits bis zu 100 Prozent gefördert. Davon profitieren Weidetiere und der Wolf gleichermaßen.“
Die Landesregierung soll sich, laut NABU Thüringen, der Tatsache stellen, dass Abschüsse von Wölfen zum einen nichts bringen und zum anderen von den Menschen im Land auch nicht gewollt sind. Das Umweltministerium hat es in der Hand, pragmatische Lösungen zu finden und könnte unter anderem ein Herdenschutzzentrum auf den Weg bringen, welches die Weidetierhalter proaktiv berät und schult, bei etwaigen Förder- und Entschädigungsanträgen unterstützt und auch beim Einsatz von technischem Herdenschutz und Herdenschutzhunden voranbringt.
Autor: red

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Kommentare
Kritiker2010
30.04.2025, 16:12 Uhr
Mythos Wolf - verkehrte Welt
Der Wolf ist und bleibt ein Raubtier, wie z.B. auch der Braunbär. In den Weiten Alaskas oder Sibiriens mag das kein Problem sein. In einer dicht bevölkerten und unter Bevölkerungszuwachs leidenden Kulturlandschaft ist aber weder faktisch noch räumlich Platz für den Wolf als "Heimkehrer".

Das Gefährdungspotenzial und die Schäden werden klein geredet - schließlich zahlt dafür ja der Staat. Wenn man nicht unter Sozialismus leidet, weiß man, dass "der Staat" nicht anderes als "wir alle" bedeutet. Und Herdenschutz nach dem Dünkel der Wolfsfans ist reine Theorie, die praktisch nicht funktioniert, vielleicht auch, weil sie es dem Wolf nicht richtig erklärt haben.

Früher sperrte man gefährliche Tiere und Personen ein. Heute laufen menschliche und tierische Gefährder frei herum und ungefährliche Lebewesen sollen eingesperrt werden. Selbst ein kurzbeiniger Stuben-Lumpi muss an der Leine gehen, zuweilen mit Beißkorb - aber nicht der Wolf.

Der Wolf hat einen Platz in unserer Gesellschaft - hinter Gittern.
Quallensammler
30.04.2025, 20:45 Uhr
Der Wolf polarisiert,
denn er dient oft als Gespenst. Schlimmes Raubtier, was unser angehendes Essen auf der Weide killt und uns alle Geld kostet.

1904 wurde der letzte freilebende Wolf in D geschossen. Da gab es umme 60 Mio Deutsche in Deutschland (und in den Kolonien). Viele Wälder und unbewirtschaftete natürliche Flächen waren Alltag.

1945 wurde Deutschland um ca. 1/4 kleiner. Die Kolonien waren schon 1918 Geschichte. Die Millionen vertriebener Deutschen quetschten sich ohne Willkommenskultur in den Rest vom Deutschen Reich.

Später kamen in den 60ern Millionen als Gastarbeiter benannte türkische Menschen in den Westen und dank Angie weitere Millionen aus Arabien nach ganz D. Kinder und Mehrfachfrauen kamen nach. Heute hat D irgendwo zw. 82 und 86 Mio registrierte Bewohner. Wie viele Menschen hier wirklich leben, weiß dank offener Grenzen niemand. Naturbelassene Wälder und Brachflächen sind heute eine Rarität. Massive Veränderungen in nur 120 Jahren!

Kurz: Deutschland wurde nach dem 2. WK viel kleiner, aber bis heute hat sich die Bevölkerung freudig entwickelt. Das Bäuerle latscht nicht mehr einsam hinter dem ochsenbespanntem Pflug, sondern Giga-Agrargenossenschaften bewirtschaften zentimetergenau die Agrarflächen mit HighTechGerät. Wald ist mehrheitlich dem forstwirtschaftlichen Ertrag unterworfen.

Tja, und nun ist er wieder da, der Wolf. Ein Beutegreifer, den vor seiner Ausrottung kaum jemand in der Natur zu Gesicht bekam und der heute nicht häufiger zu sehen ist. Als Raubtier macht er das, was ein Raubtier macht: Nahrung beschaffen. So ein Wolf ist nicht deppert. hat er die Chance, leicht an Häppchen zu kommen, dann nutzt er sie. Ungesicherte menschliche Freizeittiere sind da leichte Beute. Der Schaden wird ersetzt! Wirtschaftlich geführte Schafhernden haben Schäfer und Hütehunde, da dreht der Wolf ab.

Der Wolf heute hat es schwer. Stark besiedeltes Land, wenig Wald/Büsche/strukturiertes Offenland, überall tödlicher Straßenverkehr, mieses Image dank Angstmacher... Ich denke, der Wolf würde sofort mit der Zeit vor seiner Ausrottung im Jahr 1904 tauschen wollen!

Was können wir tun? Den Wolf abschießen? Unfair! Weniger Menschen, mehr Natur. Tja, da müssten wir teilen. Wäre fair...
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