Mi, 13:26 Uhr
06.08.2025
800 Jahre Leinefelde und Breitenbach
Eine Urkunde, zwei Jubiläen
Es ist das Jahre 1227. Kaiser Friedrich II. bricht zu einem Kreuzzug auf, den er aber aufgrund einer Seuche abbricht. Aus diesem Grund wird er vom Papst mit dem Kirchbann bestraft. Aus diesem Jahr existiert eine Urkunde, welche Grundlage dafür ist, dass in Jahre 2027 zwei Ortsteile der Stadt Leinefelde-Worbis ihr 800-jähriges Jubiläum feiern können...
Der Mainzer Erzbischof hat als Kurfürst in diesem Jahr schon etwa seit 250 Jahre Besitzungen im Gebiet des heutigen Eichsfeldes. Die Urkunde ist ein Tauschvertrag. In diesem tauschen die Adligen von Bodenstein mit dem Konvent des Klosters Reifenstein viereinhalb Hufe Land in Breitenbach und eine halbe Hufe Land in Leinefelde gegen eine andere Fläche aus.
Breitenbach und Leinefelde dürfen also aufgrund dieser Urkunde, auch wenn sicherlich beide Orte schon älter sind, ihr Jubiläum feiern. Die Existenz beider Orte lässt sich dann durch das Mittelalter bis heute belegen. Leinefelde gehörte in dem Jahrhundert der urkundlichen Ersterwähnung kirchlich zum untergegangenen Ort Kirrode. Weil aber 1308 nur noch wenige Menschen in diesem Ort wohnten, nahm der Pfarrer ab diesem Jahr seinen Wohnsitz in Leinefelde. In Breitenbach sind bis zum 14. Jahrhundert 4 Geistliche namentlich bekannt. In einer Schenkungsurkunde von 1238 wird ein Geistlicher aus Breitenbach mit dem Namen Henricus als Zeuge aufgeführt. 38 Jahre später gibt es einen Vergleich über Flächen in Kirchworbis. Diese Regelung bezeugt der Pfarrer Theodericus aus Breitenbach mit. Weiterhin gibt es bis zum Ende des Mittelalters Schenkungen und Besitznachweise von Klöstern und Adligen, die die Existenz beider Orte belegen.
Burg Bodenstein - die Junker von Wintzingerode erhalten 1675 noch Abgaben in Form von Hafer aus Breitenbach, weil sie in der Vergangenheit Hunde hielten um Schaden durch Wölfe für den Ort Breitenbach abzuwenden. (Foto: Stadt Leinefelde-Worbis)
Obwohl beide damaligen Dörfer viele Jahrhunderte, bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, zum kurmaizischen Besitz Eichsfeld gehörten, waren sie doch zwei verschiedenen Verwaltungen angegliedert. Leinefelde gehörte zum Amt Scharfenstein, welches nach dem Dreißigjährigem Krieg neun Orte und Herdstätten in weiteren 2 Orten verwaltete. Breitenbach gehörte als einziges Dorf im Mittelalter zur Stadt Worbis. Erst nach dem Bauernkrieg gab es hier eine Veränderung. Es entstand das Doppelamt Worbis-Harburg, welchem dann neben Worbis und Breitenbach fünf weitere Orte angehörten.
Noch etwas verbindet aber beide Orte in der Zeit des Mittelalters. In der unmittelbaren Umgebung gab es Dörfer oder Herdstätten, die heute nicht mehr existieren. Südlich von Leinefelde existierte einst das Dorf Kirrode. In diesem Bereich gab es bei verschiedensten Straßenbaumaßnahmen, aber besonders in Vorbereitung auf die Landesgartenschau, archäologische Ausgrabungen, die viel Interessantes zutage brachten. Kirrode ist aufgrund der archäologischen Funde wesentlich älter als seine erste urkundliche Erwähnung 1297.
Auch westlich, unweit von Breitenbach, gab es eine heute nicht mehr bestehende wüste Mark. Es ist die Wüstung Bergeshagen, wo wahrscheinlich die Wohnstätten nicht alle an einem Platz vereint waren. Flurbezeichnungen wie der Predigtstuhl und der alte Kirchhof deuten auf die einstige Ansiedlung hin. Das hier auch Menschen im Mittelalter gelebt haben, ist dadurch bezeugt, das am 28. Januar 1309 dominus Eberhelmus plebanus (Pfarrer) in Bergeshagen als Zeuge genannt wird.
Breitenbach und Leinefelde verbindet in der Zeit des Mittelalters einiges. Heute nach 800 Jahren sind sie Teil der Stadt Leinefelde-Worbis, die aus 11 Ortschaften besteht. Zu dieser Stadt haben sich heute elf Orte vereinigt, welche in der Zeit des Mittelalters zu vier verschieden Verwaltungseinheiten gehörten.
Günther Fiedler
Autor: redDer Mainzer Erzbischof hat als Kurfürst in diesem Jahr schon etwa seit 250 Jahre Besitzungen im Gebiet des heutigen Eichsfeldes. Die Urkunde ist ein Tauschvertrag. In diesem tauschen die Adligen von Bodenstein mit dem Konvent des Klosters Reifenstein viereinhalb Hufe Land in Breitenbach und eine halbe Hufe Land in Leinefelde gegen eine andere Fläche aus.
Breitenbach und Leinefelde dürfen also aufgrund dieser Urkunde, auch wenn sicherlich beide Orte schon älter sind, ihr Jubiläum feiern. Die Existenz beider Orte lässt sich dann durch das Mittelalter bis heute belegen. Leinefelde gehörte in dem Jahrhundert der urkundlichen Ersterwähnung kirchlich zum untergegangenen Ort Kirrode. Weil aber 1308 nur noch wenige Menschen in diesem Ort wohnten, nahm der Pfarrer ab diesem Jahr seinen Wohnsitz in Leinefelde. In Breitenbach sind bis zum 14. Jahrhundert 4 Geistliche namentlich bekannt. In einer Schenkungsurkunde von 1238 wird ein Geistlicher aus Breitenbach mit dem Namen Henricus als Zeuge aufgeführt. 38 Jahre später gibt es einen Vergleich über Flächen in Kirchworbis. Diese Regelung bezeugt der Pfarrer Theodericus aus Breitenbach mit. Weiterhin gibt es bis zum Ende des Mittelalters Schenkungen und Besitznachweise von Klöstern und Adligen, die die Existenz beider Orte belegen.
Burg Bodenstein - die Junker von Wintzingerode erhalten 1675 noch Abgaben in Form von Hafer aus Breitenbach, weil sie in der Vergangenheit Hunde hielten um Schaden durch Wölfe für den Ort Breitenbach abzuwenden. (Foto: Stadt Leinefelde-Worbis)
Obwohl beide damaligen Dörfer viele Jahrhunderte, bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, zum kurmaizischen Besitz Eichsfeld gehörten, waren sie doch zwei verschiedenen Verwaltungen angegliedert. Leinefelde gehörte zum Amt Scharfenstein, welches nach dem Dreißigjährigem Krieg neun Orte und Herdstätten in weiteren 2 Orten verwaltete. Breitenbach gehörte als einziges Dorf im Mittelalter zur Stadt Worbis. Erst nach dem Bauernkrieg gab es hier eine Veränderung. Es entstand das Doppelamt Worbis-Harburg, welchem dann neben Worbis und Breitenbach fünf weitere Orte angehörten.
Noch etwas verbindet aber beide Orte in der Zeit des Mittelalters. In der unmittelbaren Umgebung gab es Dörfer oder Herdstätten, die heute nicht mehr existieren. Südlich von Leinefelde existierte einst das Dorf Kirrode. In diesem Bereich gab es bei verschiedensten Straßenbaumaßnahmen, aber besonders in Vorbereitung auf die Landesgartenschau, archäologische Ausgrabungen, die viel Interessantes zutage brachten. Kirrode ist aufgrund der archäologischen Funde wesentlich älter als seine erste urkundliche Erwähnung 1297.
Auch westlich, unweit von Breitenbach, gab es eine heute nicht mehr bestehende wüste Mark. Es ist die Wüstung Bergeshagen, wo wahrscheinlich die Wohnstätten nicht alle an einem Platz vereint waren. Flurbezeichnungen wie der Predigtstuhl und der alte Kirchhof deuten auf die einstige Ansiedlung hin. Das hier auch Menschen im Mittelalter gelebt haben, ist dadurch bezeugt, das am 28. Januar 1309 dominus Eberhelmus plebanus (Pfarrer) in Bergeshagen als Zeuge genannt wird.
Breitenbach und Leinefelde verbindet in der Zeit des Mittelalters einiges. Heute nach 800 Jahren sind sie Teil der Stadt Leinefelde-Worbis, die aus 11 Ortschaften besteht. Zu dieser Stadt haben sich heute elf Orte vereinigt, welche in der Zeit des Mittelalters zu vier verschieden Verwaltungseinheiten gehörten.
Günther Fiedler


