Do, 17:35 Uhr
11.09.2025
Forum
Weiterhin viel Gesundheit
Die nnz hatte vor einigen Tagen den langjährigen Mitarbeiter dieser Zeitung, den Journalisten Kurt Frank gewürdigt. Anlass war sein 85. Geburtstag. Dazu erhielt die Redaktion jetzt einen Brief aus dem Eichsfeld...
Lieber Kurt, herzlichen Glückwunsch zum 85. Geburtstag, weiterhin Gesundheit und Schaffensfreude.
Peter-Stefan Greiner hat als Herausgeber bereits seine vielfältigen Leistungen gewürdigt. Wir waren Schulfreunde in Günzerode und gemeinsame Erinnerungen werden wach. Die Wanderungen zum Buchenwald vom Hagen, wo die Kolkraben mit ihren Rufen ihr Horstrevier bezogen, zum Felsen zum Steinsee mit seinen zwei Fischteichen und das Abenteuer der Feldhasenjagt am Hamsterberg.
Der Freiflug seiner Brieftaube erfreute uns stets als sie im Dorf auf der Schulter von Kurt landete. Am Bahndamm an der naturgeschützten Helme pflanzte er mit einem Lehrer und seiner Rosalinde zahlreiche Kiefern, die wir bei einer Wanderung zur Nachtigall betrachteten. Als Kurt mit seiner Freundin auf einer schwarzen Java ihre Freizeit verbrachten, befand ich mich mit den Pferden auf dem Feld. Erst mit dem Telefon nach der Wende tauschten wir unsere Erfahrungen im Naturschutz aus.
Kurt war Redakteur der Thüringer Allgemeinen Zeitung. Als Mitglied des Eichsfelder Ornithologen Vereins wirkte ich mit zahlreichen Beiträgen zu Öffentlichkeitsarbeit. Er beschrieb lernbereit eine vogelkundige Exkursion zum Stausee Berga Kelbra sowie die Aktivitäten unseres Vereins.
Als Heiligenstädter Gastleser der NNZ Nordhausen habe ich stets seine überzeugenden Beiträge als Erfahrung vernommen. Er klopft an die Tür, nicht nur von gesprächsbereiten Persönlichkeiten. Seine Beiträge sind aufklärend, herausfordernd und kritikbewusst, die auch die Meinung der Bürger der Stadt anregt.
Unserem gemeinsamen Ort der Jugendzeit hält er die Treue, zum Beispiel mit dem 830-jährigen Jubiläum sowie den wissenswerten Bericht über die Wetteranomalien von Georg Brockt.
Unsere mehrstufigen Klassentreffen in der Gaststätte des Dorfgemeinschaftshauses waren jährliche Höhepunkte, wo so mancher leider nicht mehr begrüßt werden konnte. So offenbarte mir Kurt als Mitorganisator der Schülergemeinschaft, dass in seiner Klasse nur noch drei im Bunde sind, ich aber sei Der letzte Mohikaner, mit dem Ziel, gemeinsam 85 lebensfreudige Jahre zu erreichen.
Nicht wenige Mitschüler hatten das traurige Erleben als Flüchtling in Günzerode zu verbleiben. Es ist wohl eine Zeit des Vergessens, wo nicht über die familiäre Lebenserfahrung berichtet wird. Mein Freund Kurt Frank wurde als einziger Sohn behütet in Saaz an der Eger in Tschechien geboren. Hans-Jürgen Grönke vom Geschichts- und Altertumsverein Nordhausen überzeugte mich mit Dankbarkeit dieses Thema zur erklärten Sammlung einer Chronik mit großem Bedürfnis aufzugreifen.
So entstand der erbetene Zeitzeugenbericht zur Flucht meiner Eltern mit ihren sechs Kindern und dem Großvater mit dem Titel: Unsere Heimat Kleinlomnitz in der Oberzips (Slowakei) – Flucht und Einkehr 1945 nach Günzerode in Thüringen – ein Weg aus der Vergangenheit in die Zukunft. (Erscheint in: Beiträge zur Geschichte aus Stadt- und Landkreis Nordhausen, 50. Band, 2025)
So hat das vermutlich letzte Klassentreffen mit der Freundschaft zu Kurt ein ehrbares Ergebnis gebracht.
Wilhelm Roth, Heilbad Heiligenstadt
Autor: psgLieber Kurt, herzlichen Glückwunsch zum 85. Geburtstag, weiterhin Gesundheit und Schaffensfreude.
Peter-Stefan Greiner hat als Herausgeber bereits seine vielfältigen Leistungen gewürdigt. Wir waren Schulfreunde in Günzerode und gemeinsame Erinnerungen werden wach. Die Wanderungen zum Buchenwald vom Hagen, wo die Kolkraben mit ihren Rufen ihr Horstrevier bezogen, zum Felsen zum Steinsee mit seinen zwei Fischteichen und das Abenteuer der Feldhasenjagt am Hamsterberg.
Der Freiflug seiner Brieftaube erfreute uns stets als sie im Dorf auf der Schulter von Kurt landete. Am Bahndamm an der naturgeschützten Helme pflanzte er mit einem Lehrer und seiner Rosalinde zahlreiche Kiefern, die wir bei einer Wanderung zur Nachtigall betrachteten. Als Kurt mit seiner Freundin auf einer schwarzen Java ihre Freizeit verbrachten, befand ich mich mit den Pferden auf dem Feld. Erst mit dem Telefon nach der Wende tauschten wir unsere Erfahrungen im Naturschutz aus.
Kurt war Redakteur der Thüringer Allgemeinen Zeitung. Als Mitglied des Eichsfelder Ornithologen Vereins wirkte ich mit zahlreichen Beiträgen zu Öffentlichkeitsarbeit. Er beschrieb lernbereit eine vogelkundige Exkursion zum Stausee Berga Kelbra sowie die Aktivitäten unseres Vereins.
Als Heiligenstädter Gastleser der NNZ Nordhausen habe ich stets seine überzeugenden Beiträge als Erfahrung vernommen. Er klopft an die Tür, nicht nur von gesprächsbereiten Persönlichkeiten. Seine Beiträge sind aufklärend, herausfordernd und kritikbewusst, die auch die Meinung der Bürger der Stadt anregt.
Unserem gemeinsamen Ort der Jugendzeit hält er die Treue, zum Beispiel mit dem 830-jährigen Jubiläum sowie den wissenswerten Bericht über die Wetteranomalien von Georg Brockt.
Unsere mehrstufigen Klassentreffen in der Gaststätte des Dorfgemeinschaftshauses waren jährliche Höhepunkte, wo so mancher leider nicht mehr begrüßt werden konnte. So offenbarte mir Kurt als Mitorganisator der Schülergemeinschaft, dass in seiner Klasse nur noch drei im Bunde sind, ich aber sei Der letzte Mohikaner, mit dem Ziel, gemeinsam 85 lebensfreudige Jahre zu erreichen.
Nicht wenige Mitschüler hatten das traurige Erleben als Flüchtling in Günzerode zu verbleiben. Es ist wohl eine Zeit des Vergessens, wo nicht über die familiäre Lebenserfahrung berichtet wird. Mein Freund Kurt Frank wurde als einziger Sohn behütet in Saaz an der Eger in Tschechien geboren. Hans-Jürgen Grönke vom Geschichts- und Altertumsverein Nordhausen überzeugte mich mit Dankbarkeit dieses Thema zur erklärten Sammlung einer Chronik mit großem Bedürfnis aufzugreifen.
So entstand der erbetene Zeitzeugenbericht zur Flucht meiner Eltern mit ihren sechs Kindern und dem Großvater mit dem Titel: Unsere Heimat Kleinlomnitz in der Oberzips (Slowakei) – Flucht und Einkehr 1945 nach Günzerode in Thüringen – ein Weg aus der Vergangenheit in die Zukunft. (Erscheint in: Beiträge zur Geschichte aus Stadt- und Landkreis Nordhausen, 50. Band, 2025)
So hat das vermutlich letzte Klassentreffen mit der Freundschaft zu Kurt ein ehrbares Ergebnis gebracht.
Wilhelm Roth, Heilbad Heiligenstadt
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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