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Mi, 16:01 Uhr
10.12.2025
"Ehrenamt ist unsere große Stärke"

Ministerpräsident Mario Voigt verleiht Ehrenbriefe

Eine ganz besondere Auszeichnung wartete auf zwölf verdiente Thüringerinnen und Thüringer. Ministerpräsident Mario Voigt verlieh ihnen am 9. Dezember 2025 aus Anlass des Internationalen Tags des Ehrenamtes den Ehrenbrief des Freistaats Thüringen. „Es ist mir ein Herzensanliegen, jene zu würdigen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten...

v.re.n.li Roland Herz,  Eberhard Neuse, (Susanne Chmell, TVO), Thomas Krauße, Christiane Weber, Ronny Stärker, (MP), Dr. Erika Berger, Manfred Weidauer, Janina Geiler, Jana Fliedner,  Burkhard Schlott,  Thomas Schenke, Klaus Enkelmann. Mitte Ministerpräsident Mario Voigt (Foto: Thüringer Staatskanzlei) v.re.n.li Roland Herz, Eberhard Neuse, (Susanne Chmell, TVO), Thomas Krauße, Christiane Weber, Ronny Stärker, (MP), Dr. Erika Berger, Manfred Weidauer, Janina Geiler, Jana Fliedner, Burkhard Schlott, Thomas Schenke, Klaus Enkelmann. Mitte Ministerpräsident Mario Voigt (Foto: Thüringer Staatskanzlei)


Ich danke allen, die Verantwortung übernehmen und sich freiwillig engagieren – den Menschen, die anpacken, begleiten, zuhören und verbinden. Sie zeigen: Es lohnt sich, füreinander da zu sein“, sagt der Ministerpräsident vorab.

„Mehr als 750.000 Bürgerinnen und Bürger engagieren sich Tag für Tag und geben unserer Gemeinschaft etwas, das man nicht verordnen kann: Vertrauen, Zusammenhalt und Zuversicht. Dieses Wirken ist unbezahlbar. Oft geschieht es im Stillen, doch seine Wirkung ist stark: Es macht aus Wohnorten Heimat, schafft Begegnungen, bewahrt Traditionen und stärkt Kultur“, so Voigt weiter.

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„Mit dem Thüringer Ehrenbrief machen wir dieses Engagement sichtbar. Und wir zeigen: Die Landesregierung unterstützt Ehrenamt konkret und verlässlich – mit dem Ehrenamtsgesetz, dem Landesprogramm zur Ehrenamtsförderung, der Ehrenamtsstiftung und dem Abbau unnötiger Bürokratie“, betont der Ministerpräsident. „Wir sagen allen Ausgezeichneten, ihren Familien und Wegbegleitern: Danke. Ihr Einsatz hält unser Land zusammen und ermöglicht, was sonst nicht möglich wäre. Dass Thüringen auf einem guten Weg ist, verdanken wir auch dem Ehrenamt – unserer großen Stärke.“


In den Laudationes auf die Geehrten heißt es:

Dr. Erika Berger (Erfurt)
Brücken bauen, Herzen verbinden und Menschen einander näherbringen: Dr. Erika Berger. Als Mitbegründerin des Förderzentrums Regenbogen e.V. hat Dr. Berger vor über 20 Jahren einen Ort geschaffen, an dem Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern gelebt und gefeiert wird. Mit großer Hingabe und thematischem Feingefühl hat sie den Verein mit aus der Taufe gehoben, viele Jahre als Vorsitzende geprägt und ihm bis heute – über alle Lebensphasen hinweg – die Treue gehalten. Was Dr. Erika Berger auszeichnet, ist ihre beeindruckende Mischung aus Herzenswärme, Weltoffenheit und Gestaltungswillen. Auch mit über 80 Jahren engagiert sie sich unermüdlich. Ihre Sprachkenntnisse in Russisch und Englisch sind dabei mehr als nur Werkzeuge – sie sind die Verbindungen, die Menschen zusammenführen. Mit kreativen Projektnachmittagen, die sie selbst initiiert, schafft sie Räume der Begegnung – für Vereinsmitglieder ebenso wie für interessierte Bürgerinnen und Bürger. Besonders beliebt sind die von ihr organisierten Seniorentreffen, die längst zu einer festen Institution geworden sind. Sie bringen Menschen ins Gespräch, fördern den Austausch und zeigen: Lernen, Begegnen und Verstehen kennen kein Alter und keine Grenze. Ihre Zusammenkünfte tragen stets auch einen Bildungscharakter – sie öffnen Horizonte und schaffen Verständnis zwischen Generationen, Kulturen und Nationen. Dr. Erika Berger steht damit sinnbildlich für das, was eine lebendige Zivilgesellschaft ausmacht: Engagement, Offenheit und Menschlichkeit.

Klaus Enkelmann (Dornburg-Camburg)

Menschliches Wirken, was weit über das hinausgeht, was ein Amt oder eine Aufgabe beschreiben kann, trifft auf Klaus Enkelmann zu. 89 Jahre jung an Erfahrung, Tatkraft und Herz, hat er über Jahrzehnte hinweg entscheidend dazu beigetragen, dass Dornburg-Camburg nicht nur gewachsen ist, sondern seine Identität bewahrt hat. Als langjähriger Ortsteilbürgermeister und Stadtratsmitglied setzte er sich mit außergewöhnlicher Leidenschaft für die Entwicklung seiner Gemeinde ein. Viele der prägenden Orte und Projekte, die wir heute als selbstverständlich erleben, tragen seine Handschrift: der Erhalt der Carl-Alexander-Brücke, die Bewahrung der Alten Schule in Dorndorf, die Erschließung und der Bau eines neuen Wohngebietes zwischen Dorndorf und Steudnitz, sowie eine moderne Kindertagesstätte, die Familien eine Zukunft gibt. Wo andere Schwierigkeiten sahen, sah Klaus Enkelmann Möglichkeiten – und handelte. Doch sein Engagement endet nicht bei kommunalen Projekten. Seit vielen Jahren führt er den Universitätsfotoklub Jena und gestaltet mit beeindruckender Kreativität öffentliche Ausstellungen, unter anderem in der Goethe-Galerie. Damit hat er nicht nur die Fotografie bereichert, sondern auch Kunst und Begegnung in der Stadt erlebbar gemacht. Und nicht zuletzt hat Klaus Enkelmann als leidenschaftlicher Hobbyfotograf über Jahrzehnte das Leben der Gemeinde dokumentiert: Feste, Begegnungen, Entwicklungen, Veränderungen. Aus seinen Bildern entstanden Jahreskalender, liebevoll gestaltete Dokumentationen und Bücher zur Dorfgeschichte. Seine Fotografien sind weit mehr als Bilder – sie sind Erinnerungen, Vermächtnis und regionale Identität. In der Interessengemeinschaft zur Geschichte der Gemeinde ist er ein verlässlicher Mitstreiter und Wissensbewahrer. Schon heute arbeitet er an der Vorbereitung der 800-Jahr-Feier 2027 – ein Zeichen dafür, dass sein Blick immer nach vorne gerichtet ist, selbst im stolzen Alter von 89 Jahren. Auch die Freiwillige Feuerwehr fand in Klaus Enkelmann stets Unterstützung und Ansporn. Sein Mitwirken und sein Engagement spiegeln sich in der heutigen modernen Feuerwache wider – ein Ort, der Sicherheit und Gemeinschaft symbolisiert.

Jana Fliedner (Bruchstedt)
Jahrzehntelanges Wirken ist hier ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie sehr ein Mensch seine Heimat prägen kann – mit Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und einem unerschütterlichen Gemeinschaftssinn: Jana Fliedner. Sie engagiert sich in herausragender Weise für das gesellschaftliche Leben ihrer Heimatgemeinde. Ihr Einsatz zeigt sich in einer beeindruckenden Vielfalt an Aufgaben und Rollen, in denen sie stets eines bewiesen hat: jan Fiedler ist ein Mensch, der anpackt, der gestaltet, und der verbindet.

Lange Jahre war sie Vorsitzende und Trainerin des Bruchstedter Carneval Vereins, auch politisch übernahm Jana Fliedner Verantwortung. Als Mitglied des Gemeinderates brachte sie sich mit großem Pflichtbewusstsein und viel Herz in die kommunale Entwicklung ein. Ebenso hervorzuheben ist ihr Engagement im Förderverein Erosionsgebiet Bruchstedt. Hier setzt sie sich für die Bewahrung eines bedeutenden Kulturdenkmals ein, das nicht nur geschichtliche Bedeutung besitzt, sondern auch Ausdruck der Identität und Erinnerung der Gemeinde ist. Ein weiteres Herzensprojekt ist für sie das traditionelle Wiederaufbaufest, das an die verheerende Hochwasserkatastrophe von 1950 erinnert. Zu ihrem Beitrag gehört auch die tatkräftige Beteiligung an Umweltaktionen und Dorfverschönerungen. Ob Frühjahrsputz, Müllsammelaktionen oder andere Maßnahmen – Jana Fliedner ist immer dabei. Sie lebt Verantwortung nicht theoretisch, sondern ganz praktisch: durch Tun, durch Mitmachen, durch Vorangehen. Und all dies tut sie – trotz gesundheitlicher Einschränkungen – bis heute. Ihr fortwährendes Engagement ist ein berührendes Zeichen von tiefer Heimatliebe und beispielloser Bürgerschaftlichkeit.

Janina Geiler (Oettersdorf)
Ihr Wirken, ihr Engagement und ihre Haltung haben weit mehr bewegt, als man auf den ersten Blick vermuten könnte – Janina Geiler. Es gibt Persönlichkeiten, die strahlen nicht laut oder aufdringlich – sie wirken durch Beständigkeit, durch Haltung, durch ihr Herz. Und genau so ein Mensch ist die Person, die wir heute ehren. Wer mit ihr zusammenarbeitet, weiß: Janina Geiler ist jemand, der nicht nur Aufgaben erledigt, sondern Verantwortung übernimmt. Jemand, der Herausforderungen nicht meidet, sondern annimmt. Jemand, der andere stärkt, anstatt sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Oft sind es gerade diese Menschen, die den größten Unterschied machen – weil sie dort wirken, wo Wertschätzung, Verlässlichkeit und Menschlichkeit echte Bedeutung haben. Neben ihrer Tätigkeit als Kreis-Ehrenamtsbeauftragte ist Janina Geiler Mitglied im Kreistag des Saale-Orla-Kreises und sitzt im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport. Wofür sie in der Kommunalpolitik steht, vertritt sie zudem auch bei Wind und Wetter auf dem Fußballplatz – nicht nur für den Heimatverein LSV 49 Oettersdorf aus dem Fußballkreis Jena-Saale-Orla. Sie pfeift Spiele in der Kreisoberliga und ist designierte Schiedsrichteroberfrau im KFA Ostthüringen. Seit 2006 ist sie als Schiedsrichterin aktiv und hat in mehr als 1.200 Partien als Spielleiterin oder "an der Linie" fungiert. Es sind aber auch die leisen Momente, die zeigen, wer jemand wirklich ist. Ein gut gemeinter Rat zur richtigen Zeit. Janina Geiler arbeitet mit dem örtlichen Kindergarten und der Grundschule zusammen und ist beispielsweise bei der Organisation von Sportfesten und Oma- und Opa-Nachmittagen eine unverzichtbare und verlässliche Hilfe.

Roland Herz (Unstruttal)
Was Roland Herz auszeichnet, ist seine Haltung: Er handelt nicht aus Pflicht, sondern aus Überzeugung. Er sieht, wo Hilfe nötig ist. Er übernimmt Verantwortung, ohne laut zu werden. Seit über 30 Jahren ist Roland Herz Mitglied im Gemeindekirchenrat Ammern – und in all diesen Jahren war er weit mehr als ein Gremienmitglied. Er war und ist eine tragende Säule seiner Kirchengemeinde. Roland Herz war von 1987 bis 1998 Mitglied der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Mühlhausen. Auch in dieser bewegten Zeit des gesellschaftlichen Wandels rund um die Wende hat er die Entwicklung des Kirchenkreises mitgeprägt und Verantwortung übernommen, als die Weichen neu gestellt wurden. So auch heute, ob bauliche Arbeiten an der Kirche anstehen, ob Gemeindefeste vorbereitet werden oder Menschen im Rahmen des Besuchsdienstes jemanden brauchen, der zuhört – Roland Herz ist da. Er hört zu, er hilft, er stärkt. Er bringt Menschen zu Gottesdiensten in anderen Orten, wenn sie selbst nicht mehr mobil sind. Er tut es leise, unaufdringlich und stets mit einer tiefen Haltung der Demut. Doch sein Engagement endet nicht an der Kirchentür. Als aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Ammern übernimmt er Verantwortung in Situationen, in denen Mut, Zuverlässigkeit und Zusammenhalt gefragt sind. Als Maschinist sorgt er dafür, dass im Einsatz jede Sekunde gut genutzt wird und die Technik funktioniert. Er begleitet junge Kameradinnen und Kameraden mit Rat und Tat, gibt Erfahrung weiter und ist da, wenn die Aufgaben schwer werden – nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Nach belastenden Einsätzen findet er die richtigen Worte, um gemeinsam durchzuatmen und das Erlebte zu verarbeiten. Auch das kulturelle Leben der Gemeinde wäre ohne ihn ärmer. Im Ammerschen Carnevalverein hat er über viele Jahre die digitale Chronik mit Bildern und Videos gefüllt, Bühnenprogramme mitgestaltet und mit seiner Gitarre den Chor unterstützt. Sein Engagement verbindet Menschen – mit Humor, Musik und einem guten Blick für das, was eine lebendige Dorfgemeinschaft ausmacht.

Thomas Krauße (Ilmenau)

Verantwortungsvolles Ehrenamt und echter Gemeinsinn. Ein Mensch, der nicht nur anpackt, wenn er gebraucht wird – sondern der selbst die Initiative ergreift, um seine Heimat zu gestalten, zu bewahren und zu stärken: Thomas Krauße. Er engagiert sich in einer Fülle von Bereichen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch verbindet sie eines: sein Herz für die Gemeinschaft. Als Vorsitzender des Fördervereins der Ilmenauer Wasserwehr trägt er Verantwortung für eine Institution, die für Sicherheit und Zusammenhalt steht. In der privilegierten Schützengesellschaft wirkt er nicht nur als Vorstandsmitglied, sondern leitet diese traditionsreiche Gemeinschaft mit großem Engagement und Weitblick. Seine Verbundenheit zur Natur lebt er als passionierter Jäger und als ehrenamtlicher Ranger im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald. Hier setzt er sich für Naturschutz, Artenvielfalt und Umweltbildung ein. Als Wanderführer und Wanderwegewart der Stadt Ilmenau sorgt er dafür, dass Menschen die Schönheit der Region erleben können – und unterstützt das Hauptamt, wo immer helfende Hände gebraucht werden. Doch Thomas Krauße wirkt nicht nur als Vereinsspezialist, Naturschützer und Organisator – er ist auch ein Unternehmer, der seine Gastronomie und Pension stets in den Dienst des Gemeinwohls stellt. Bei Vereins- und Ortsfesten unterstützt er im Cateringbereich, spendet, bietet günstige Konditionen an und übernimmt die komplette Organisation – immer mit dem Ziel, das Miteinander zu fördern und lokale Vereine zu stärken. Auch kommunalpolitisch übernimmt Thomas Krauße Verantwortung: Als Ortsteilrat und stellvertretender Ortsteilbürgermeister von Gehren gestaltet er aktiv das öffentliche Leben mit. Er betreut zentrale Projekte, wie den jährlichen Empfang der Ehrenamtlichen und Gewerbetreibenden, und schafft damit Räume für Anerkennung, Begegnung und Austausch. Was Thomas Krauße auszeichnet, ist nicht nur die Vielzahl seiner Aufgaben – er verbindet Tradition mit Moderne, Verantwortung mit Leidenschaft, und Engagement mit echter Bodenständigkeit.

Eberhard Neuse (Holzsußra)
Eberhard Neuse - ein Mensch, der durch sein Handeln zeigt, wie wertvoll gelebte Gemeinschaft ist. Seit über 25 Jahren singt er im Männergesangverein Holzsußra e.V. – und dabei war es ihm nie wichtig, ein Amt oder eine Position zu bekleiden. Seine Bedeutung für den Verein liegt nicht in Titeln, sondern in seiner Verlässlichkeit. Gerade in schwierigen Zeiten, wie während der Corona-Pandemie, als Chöre vor außergewöhnlichen Herausforderungen standen, übernahm Eberhard Neuse Verantwortung. Mit großem Einsatz und viel Mehrarbeit trug er dazu bei, dass der Probenbetrieb unter schwierigen Bedingungen weitergeführt werden konnte. Er hielt zusammen, was drohte auseinanderzufallen – und schenkte dem Verein damit Stabilität und Mut. Doch sein Engagement endet nicht an der Tür des Probenraums. Als der Pachtvertrag der Gemeindegaststätte gekündigt wurde, gründeten Eberhard Neuse und weitere Mitstreiter im April 2022 den wirtschaftlichen Verein „Dorfleben Holzsußra e.V.“ – und übernahmen gemeinsam die Gaststätte. Ein Schritt, der Mut, Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein verlangte.

Was Eberhard Neuse darüber hinaus auszeichnet, ist etwas, das man nicht planen, nicht wählen und nicht in Satzungen festschreiben kann: schier unendliche Hilfsbereitschaft. Mit seinem kleinen Traktor ackert und gräbt er Gärten um, hilft bei der Ernte, fährt Menschen zum Arzt, erledigt Einkäufe und Wege für Nachbarn, denen es selbst nicht mehr möglich ist. Er ist zur Stelle, bevor man es ausgesprochen hat – und bleibt, bis die Arbeit getan ist. Diese Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit und Menschlichkeit sind ein starkes Fundament des Zusammenlebens in Holzsußra.

Thomas Schenke (Frauenprießnitz)
Heute ehren wir einen Mann, der in besonderer Weise zeigt, was es bedeutet, mit Herz, Hand und Hingabe für seine Gemeinde und für sein Handwerk da zu sein – Tischlermeister Thomas Schenke aus Frauenprießnitz. Mehr als 15.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit hat er für den Bau und der Pflege der Orgel in der Kirche St. Mauritius geleistet – mit handwerklicher Präzision, künstlerischem Gespür und einer tiefen Liebe zur Musik. Nicht nur Zeit, auch Material und Wissen hat er großzügig eingebracht, um dieses Gemeinschaftswerk zu ermöglichen. Doch Thomas Schenke ist weit mehr als ein Meister seines Faches. Er ist ein Mensch, der Verantwortung übernimmt – für die Kultur, für seine Gemeinde und für kommende Generationen. Sein Engagement endet nicht an der Werkbank, sondern ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie aus Beruf Berufung werden kann. Als Gründungsmitglied der Innung des Holzhandwerks Jena-Stadtroda im Jahr 1991, als Vorstandsmitglied und stellvertretender Obermeister hat er die Entwicklung des regionalen Handwerks maßgeblich mitgestaltet. Besonders am Herzen liegt ihm die Ausbildung junger Menschen. Mehr als 18 Jahre lang hat er sich im Gesellenprüfungsausschuss dafür eingesetzt, dass Qualität, Leidenschaft und echtes Können an die nächste Generation weitergegeben werden. Thomas Schenke verbindet Tradition mit Fortschritt, Handwerk mit Kultur, und das persönliche Engagement mit dem Gemeinwohl. Sein Wirken ist ein Geschenk – für Frauenprießnitz und für das Holzhandwerk.

Burkhard Schlott (Schwabhausen)
Es gibt Menschen, die eine Gemeinschaft prägen – nicht für einen Moment, nicht für eine Veranstaltung, sondern über Generationen hinweg. Burkhard Schlott ist eine solche Person, deren Engagement, deren Weitblick und deren Herz dafür sorgen, dass ein Ort lebendig bleibt, dass Tradition weitergetragen wird und dass Gemeinschaft nicht nur ein Wort, sondern gelebte Wirklichkeit ist. Seit nunmehr 81 Jahren ist er Teil dieser Gemeinde – und ein großer Teil dieser 81 Jahre ist er ihr Motor, ihr Ideengeber, ihr Bewahrer und zugleich ihr Gestalter gewesen. Als Leiter des Schwabhäuser Karnevalclubs 1954 e.V. hat er nicht nur Fasching gefeiert – er hat Lebensfreude gestiftet, Menschen zusammengeführt, Tradition gepflegt und neue aufgebaut. Mit dem von ihm gegründeten Dorfklub sorgte er viele Jahre dafür, dass kulturelle Veranstaltungen in Schwabhausen nicht nur stattfanden, sondern erlebbar wurden. Doch ist Burkhard Schlott keiner, der sich auf einem Feld engagiert und es dabei belässt. Er ist ein Gestalter im umfassenden Sinne. So ist er Gründungsmitglied des Schützenvereins Schwabhausen 1993 e.V., den er viele Jahre als Vorsitzender führte – ein Verein, der heute ein fester Bestandteil des Gemeindelebens ist. Er war 15 Jahre Mitglied des Gemeinderates und hat dort Verantwortung übernommen, Entscheidungen getroffen und Zukunft mitgestaltet. Selbst im Ruhestand blieb er nicht ruhend: Er rief eine Gruppe ins Leben, die sich der landwirtschaftlichen Alttechnik widmet – ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung unseres kulturellen Erbes. Und er gründete den Verein Historisches Landleben Schwabhausen, der heute lebendig hält, was andernorts längst verloren gegangen ist: Tradition, Handwerk, Geschichte und gemeinschaftliches Tun. In Schwabhausen sind die Spuren seines Wirkens allgegenwärtig: Das Bürgerhaus, das historische Lagerhaus, der Lehmbackofen, das Schützenhaus, die Streuobstwiese und vieles mehr – all dies wäre ohne Burkhard Schlott nicht das, was es heute ist. Und nicht nur die Gebäude, auch die Vereine, die das Gemeindeleben prägen, tragen seine Handschrift. Sie wären ohne ihn nicht die lebendigen, aktiven und freudvollen Gemeinschaften, die sie heute sind.

Ronny Stärker (Heldburg)
Ein Mensch, der in besonderer Weise zeigt, was es heißt, Verantwortung für die eigene Heimat zu übernehmen – mit Herz, mit Tatkraft und mit einer tiefen Verbundenheit zu den Menschen seiner Region. Diese Anerkennung gilt Ronny Stärker. Er ist ein Mensch, der nicht abwartet, bis andere handeln – er gestaltet selbst. Als junges und engagiertes Mitglied des Stadtrats von Heldburg bringt er sich mit großem Verantwortungsbewusstsein in die kommunalpolitische Arbeit ein. Er denkt nicht in kurzen Wahlperioden, sondern in Generationen – mit einem klaren Blick auf das, was seine Heimat stark und lebenswert macht. Als Kirmespfarrer ist er eine prägende Persönlichkeit im kulturellen Leben seines Heimatortes. Er hält die Traditionen lebendig, er vermittelt Werte und Gemeinschaftsgeist, und er sorgt dafür, dass Brauchtum nicht im Museum verstaubt, sondern gelebt und erlebt wird. Ein besonderes Beispiel für sein Wirken war die 975-Jahrfeier seines Heimatortes Rieth – ein Ereignis, das er mit Herzblut mitgestaltet hat. Er organisierte Führungen, führte durch die Geschichte des Ortes – und schrieb sogar die Ortschronik, damit das, was über Jahrhunderte gewachsen ist, nicht vergessen wird, sondern Teil der Zukunft bleibt. Mit seinem Engagement beim regionalen Bierbrauen hält er eine jahrhundertealte Tradition des „Heldburger Unterlands“ lebendig – eine Tradition, die weit mehr ist als ein Handwerk: Sie ist Ausdruck von Geselligkeit, Handwerkskunst und regionalem Stolz. Ronny Stärker ist ein Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Jung und Alt, zwischen Tradition und Aufbruch. Er zeigt, dass Heimatpflege keine Nostalgie ist, sondern ein lebendiger Ausdruck von Zusammenhalt und Verantwortung.

Christiane Weber (Weimar)
Eine Frau, die mit Herz, Verstand und großer Zuverlässigkeit seit vielen Jahren für andere da ist: Christiane Weber. Seit langer Zeit engagiert sie sich mit beeindruckender Kontinuität und großem persönlichen Einsatz in der Ehrenamtsagentur der Bürgerstiftung Weimar. Mit großem Geschick für Sprache und Bild gestaltet sie die Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung entscheidend mit. Sie verfasst präzise und berührende Artikel, nutzt aussagekräftige Fotos und trägt so wesentlich dazu bei, dass Projekte wie die Ehrenamtsbörse „MachBar“ nicht nur sichtbar werden, sondern Menschen erreichen, bewegen und motivieren. Doch das allein beschreibt ihr Wirken nur zu einem Teil. Mit großer Empathie ist Christiane Weber seit vielen Jahren als ehrenamtliche Seniorenbegleiterin im Projekt „Weimars Gute Nachbarn“ aktiv. Hier schenkt sie älteren Menschen Zeit – eine der wertvollsten Ressourcen überhaupt. Sie begleitet, unterstützt und hört zu. Sie schafft Momente des Miteinanders, die den Alltag leichter und das Leben reicher machen. Ihr Engagement endet jedoch nicht an der Stadtgrenze. Seit vielen Jahren setzt sich Christiane Weber auch international für mehr Gerechtigkeit ein. In einem Verein für Fairen Handel und Entwicklungshilfe unterstützt sie Projekte in Mittelamerika und Afrika, die insbesondere benachteiligten Kindern und Jugendlichen zugutekommen. Sie hilft dort, wo Chancen fehlen – und trägt dazu bei, Perspektiven zu schaffen, Hoffnung zu geben und Bildung zu ermöglichen. Und sie verbindet regionales Engagement mit globalem Bewusstsein – eine seltene und überaus wertvolle Kombination.

Manfred Weidauer (Sömmerda)
Mit Manfred Weidauer wird ein Mann gewürdigt, der mit außergewöhnlichem Engagement dazu beigetragen hat, ein bedeutendes Kapitel der deutschen Mathematik- und Bildungsgeschichte lebendig zu halten. Als pensionierter Mathematiklehrer hätte er sich zurücklehnen können – doch Manfred Weidauer tat das Gegenteil. Er widmete sich mit großem Sachverstand, Hingabe und Leidenschaft dem Werk und der Wirkung des berühmten Rechenmeisters Adam Ries und dessen Bezug zur Stadt Erfurt. In zahllosen Vorträgen, Publikationen und Veranstaltungen gelang es ihm, historische mathematische Erkenntnisse so anschaulich zu vermitteln, dass sie nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sondern auch für Lehrkräfte und Bürgerinnen und Bürger Erfurts greifbar, verständlich und inspirierend wurden. Damit hat Manfred Weidauer weit mehr getan, als Wissen zu vermitteln – er hat Bildung bereichert, Horizonte geöffnet und Interesse an einem Teil unserer Geschichte geweckt, der ohne ihn vielleicht vielen verborgen geblieben wäre. Seit 1991 ist Manfred Weidauer Gründungsmitglied des Adam-Ries-Bundes e.V. in Annaberg-Buchholz. Viele Jahre lang vertrat er die Stadt Erfurt im Vorstand und trug damit maßgeblich dazu bei, den Namen Adam Ries und sein Vermächtnis überregional zu stärken. Auf seine Initiative hin entstand in Erfurt ein dreiteiliges Denkmal, das bis heute eindrucksvoll an den Rechenmeister erinnert. Dieses Denkmal ist nicht nur ein städtebauliches Zeichen – es ist Ausdruck dafür, wie sehr sich ein Einzelner mit Beharrlichkeit, Wissen und Leidenschaft ein Denkmal setzen kann, indem er der Geschichte Stimme und Form verleiht. Für sein unermüdliches Schaffen erhielt Manfred Weidauer bereits 2006 den Adam-Ries-Sonderpreis – eine Auszeichnung, die sein enormes Wirken würdigt, aber längst nicht aufwiegt, was er für die Bildungs- und Kulturlandschaft Erfurts geleistet hat.







Autor: emw

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Kommentare
Pustleber
10.12.2025, 19:50 Uhr
Ehrenbriefe
Man kann nur hoffen, dass die Satzbausteine welche den Inhalt der Ehrenbriefe bilden, nirgends abgeschrieben, verfälscht oder kopiert worden sind.
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