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Mo, 17:35 Uhr
13.04.2026
Energiesteuer runter: Reaktionen

Staat verzichtet auf 12 Milliarden Euro

Mit Einmalzahlungen will die Politik die hohen Energiepreise abfedern. Die Prämie von maximal 1.000 Euro sollen die Arbeitgeber zahlen, der Staat beteiligt sich, indem er auf Steuern und Sozialabgaben verzichtet. IW-Berechnungen zeigen nun, in welcher Höhe: Der Staat verzichtet unter dem Strich auf schätzungsweise zwölf Milliarden Euro an Steuern und Sozialabgaben...


Jeder zweite Beschäftigte erhielt nach 2022 Inflationsausgleichsprämie
Die Zahlen lassen sich aus den Erfahrungen mit der Inflationsausgleichsprämie von Oktober 2022 bis Dezember 2024 ableiten. IW-Befragungen und Auswertungen der damaligen Tarifabschlüsse zeigen, dass damals knapp 20 Millionen Beschäftigte eine Prämie erhielten – knapp 53 Prozent aller Beschäftigten. Im Durchschnitt zahlten die Arbeitgeber rund 2.150 Euro.

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Nimmt man diese Zahl als Grundlage, lassen sich die Einnahmeausfälle grob abschätzen. Sofern der gleiche Personenkreis nun eine Prämie von 1.000 Euro bekäme, stiegen die Arbeitskosten um rund 20 Milliarden Euro. Der staatliche Zuschuss in Form nicht erhobener Steuern und Sozialabgaben läge bei schätzungsweise zwölf Milliarden Euro. Gut die Hälfte davon entfiele auf Sozialbeiträge, knapp die Hälfte auf die Lohnsteuer.

Höhere Einkommen erhalten öfter eine Prämie
Weil er selbst keine Zahlung leistet, bleibt der Effekt für den Staat allerdings auf dem Papier unsichtbar. Zudem geben die Beschäftigten die Einmalzahlung erwartungsgemäß rasch aus, sodass in einer dynamischen Betrachtung der Gesamteffekt dank höherer Konsumsteuereinnahmen geringer ausfällt.

Nicht vergessen sollte man: Die Entlastung zahlt die Wirtschaft. Am Ende wälzt die Politik also die Verantwortung auf die krisengeplagten Unternehmen ab. Problematisch ist daneben die mangelnde Zielgenauigkeit: Die Inflationsausgleichsprämie bekam nur jeder vierte Befragte mit einem Bruttomonatslohn von weniger als 1.000 Euro.

Bei einem Bruttomonatslohn zwischen 1.000 und 2.000 Euro war es jeder Dritte, zwischen 4.000 und 6.000 Euro Bruttomonatslohn dagegen sechs von zehn. Wenn die Bundesregierung Menschen mit geringen Einkommen besonders entlasten will, ist die Entlastungsprämie der falsche Weg.
Autor: psg

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Kommentare
DonaldT
13.04.2026, 19:34 Uhr
Energiepreise abfedern
Der Staat verzichtet?
Wohl kaum, denn wo bleibt der Ausgleich für Studenten und Rentner?
fso2020
13.04.2026, 20:56 Uhr
Vielen Unternehmen
steht das Wasser bis zum Hals aber die Regierung hat offenbar NICHTS verstanden.
Täglich gehen hunderte Arbeitsplätze verloren, weil die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in unserem Land nicht zu den Erfordernissen einer sich immer schneller ändernden Weltlage passen.

Aber 1.000 Euro Prämie für jeden Mitarbeiter sollen nun aus der ohnehin maroden Wirtschaft an die Beschäftigten fließen, um die Versäumnisse des Staates im Zuge der Globalisierung und bei der Bewältigung der weltweiten Krisen zu kaschieren.

Einfach mal einige Milliarden, die mit vollen Händen in fremde Staaten transferiert werden, im eigenen Land investieren.
Das wäre Politik für‘s Volk!
rasska86
13.04.2026, 21:47 Uhr
Wie immer...
wem es schlecht geht, der hat das Nachsehen. Firmen die zu kämpfen haben werden sich das nicht leisten können. Deren Arbeitnehmer haben, genau wie Rentner und Studenten, das Nachsehen. Spritsteuersenkung auch für diejenigen, denen diese Preise kein Problem darstellen. Entweder ist diese Regierung so weit weg von der Realität der Menschen im Land, oder sie sorgt mit Steuergeldern absichtlich dafür, dass Reiche reicher werden und arme ärmer. Oder sie ist einfach nur unfähig. Es ist erschreckend,was aus diesem Land geworden ist.
icke58
13.04.2026, 21:51 Uhr
Unterstützung 1000.Euro
Kann Ich jetzt bei der Rentenkasse die 1000.Euros beantragen...😄😂
Leser X
14.04.2026, 09:46 Uhr
Der beste Inflationsausgleich wäre es...
... wenn die Welt wieder zum Ort internationaler Entspannungspolitik zurückkehrt, wo sie jahrzehntelang war. Denken wir an die siebziger bis neunziger Jahre.

Heute schaut die Welt - für mich unbegreiflicher Weise - zu, wenn einige wenige fehlgeleitete Staaten sich als Moralapostel aufführen, während ihre Untaten weit weg von jeder Moral zu verorten sind.

Und von Deutschland wünschte ich mir bei dem aktuellen Krieg gegen Iran die selbe Geradlinigkeit, wie sie - zumindest nach Auffassung einiger unserer Politiker - im Ukrain-Krieg vertreten wird.
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