Ein außergewöhnliches Kunstwerk hat am Dienstag auf dem Gelände der Landesgartenschau Leinefelde-Worbis seinen Platz gefunden: Die Glasarche ist angekommen. Was es mit dieser auf sich hat...
Die Arche liegt jetzt in Leinefelde-Worbis. (Foto: René Weißbach)Mit schwerer Technik und viel Fingerspitzengefühl wurde die eindrucksvolle Installation auf das Gelände gebracht und dort behutsam positioniert. Die Glasarche ist weit mehr als ein besonderer Blickfang. Sie ist eine gläserne Hommage an Natur und Leben. Das Kunstwerk macht auf die Zerbrechlichkeit der Natur aufmerksam und verbindet auf eindrucksvolle Weise Kunst, Landschaft, Naturschutz und Verantwortung. Auf dem Gelände der Landesgartenschau fügt sie sich in eine Umgebung ein, die selbst von der Verbindung zwischen Stadt, Landschaft, Grünräumen und nachhaltiger Entwicklung geprägt ist.
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Die Idee zur Glasarche entstand im Jahr 2006 in der bayerischen Gemeinde Haidmühle, der ersten Modellregion am Grünen Band Europa. Inspiriert von einer gläsernen Arche, die zuvor durch die bayerisch-böhmische Grenzregion gereist war, entwickelte der Landschaftspflegeverein Mittleres Elstertal e.V. den Gedanken weiter. Ziel war es, ein ähnliches Projekt für Mitteldeutschland auf den Weg zu bringen und die Arche über mehrere Jahre an besonders schützenswerte Orte und Landschaftsräume zu bringen.
Die Glasarche 3 ist die dritte ihrer Art. Rund zehn Jahre lang plante der Landschaftspflegeverein eine Route entlang ausgewählter Stationen im Drei-Länder-Delta Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sowie darüber hinaus. Im Mittelpunkt steht dabei stets die Frage, welche Natur- und Kulturlandschaften bewahrt werden müssen und welche Verantwortung der Mensch für ihren Schutz trägt.
Gefertigt wurde die Arche von November 2015 bis April 2016 von Glaskünstler Ronald Fischer in Zusammenarbeit mit Künstlern des Ateliers Männerhaut. Das gläserne Boot ruht in einer rund fünf Meter großen hölzernen Hand, die von den Künstlern Christian Schmidt und Sergyi Dyschlevyy geschaffen wurde. Dieses Zusammenspiel aus Glas und Holz ist bewusst symbolisch angelegt: Die Bewahrung der Natur liegt in Menschenhand. Zugleich scheint die Glasarche der Hand zu entgleiten. Damit geht die Verantwortung gedanklich auf die Betrachtenden über.
Auf der Landesgartenschau Leinefelde-Worbis lädt die Glasarche nun zum Innehalten, Staunen und Nachdenken ein. Sie ist Ruhepol, Fotomotiv und Gesprächsanlass zugleich. Die Installation soll den Blick nicht nur auf das Kunstwerk selbst lenken, sondern auch auf den jeweiligen Standort und seine Umgebung. Genau darin liegt die besondere Stärke des Projektes: Die Arche ist Weg und Ziel zugleich. Sie bringt Menschen mit Natur, Landschaft, Kunst und regionalen Besonderheiten in Verbindung.
Mit ihrer Ankunft erhält die Landesgartenschau einen weiteren markanten Anziehungspunkt. Besucherinnen und Besucher können die Glasarche ab sofort auf dem Gelände entdecken und dabei eine Installation erleben, die auf eindrucksvolle Weise daran erinnert, wie kostbar und schützenswert Natur und Leben sind.