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Di, 17:30 Uhr
05.08.2014

Wirtschaft fordert mehr Kitas

Vor dem Hintergrund des Landesrechnungshofberichts bezüglich der geforderten Abschaffung des Landeserziehungsgeldes erneuert nunmehr auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt ihre bereits mehrfach geäußerte Kritik...


„Schon anlässlich der Einführung des Thüringer Landeserziehungsgeldes hatten wir erhebliche Sorgen geäußert und eine zeitnahe Evaluierung gefordert“, so IHK-Präsident Dieter Bauhaus.

Dabei sollte geklärt werden, inwieweit es zum Schaden für diejenigen Kinder führt, welche die frühkindliche Förderung und Bildung im Kindergarten dringend brauchen, deren Eltern das Geld aber lieber in der Familienkasse belassen wollen. Genau diese Befürchtung hat nun ganz aktuell eine Befragung des Deutschen Jugendinstituts und der TU Dortmund zum Betreuungsgeld bestätigt.

Zudem setze eine solche Zahlung aus Unternehmersicht arbeitsmarktpolitisch falsche Anreize zur Nicht-Erwerbstätigkeit. Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel werde der Fachkräftebedarf weiter zunehmen. Dies gelte im Allgemeinen aber insbesondere auch für spezielle Branchen, die traditionell durch Frauen geprägt sind, beispielsweise in den Pflege- und Erzieherberufen.

„Dass Thüringen dann sogar noch nach Einführung des bundesweiten Betreuungsgeldes im vergangenen Jahr am Landeserziehungsgeld festhält, ist auch vor dem Hintergrund der nach wie vor hohen Verschuldung des Landes nicht nachvollziehbar“, kritisiert Bauhaus.

„Die für das Landeserziehungsgeld geplanten Mittel könnten vielmehr zum Schuldenabbau oder zur Verbesserung der Kinderbetreuungsstrukturen genutzt werden“, fordert der IHK-Präsident. Es sei unverständlich, dass sich der Freistaat vor dem Hintergrund eines Schuldenberges in Höhe von fast 16 Milliarden Euro eine solche Doppelförderung leiste.

„Zwar finden wir in Thüringen eine über dem Bundesdurchschnitt liegende, gute Kinderbetreuungsstruktur vor“, so Bauhaus weiter, „jedoch ist die Bedarfsdeckung regional sehr unterschiedlich, in größeren Städten sehr angespannt und weist bei der Randzeitenbetreuung noch erhebliche Defizite auf. Ein bedarfsgerechter Ausbau sei nach wie vor nicht gegeben, dies habe auch eine aktuelle Unternehmensbefragung der IHK-Organisation bestätigt. Insbesondere die Betreuungszeiten stellten für die Betriebe noch immer das größte Problem dar. Längere Öffnungszeiten in der Kita, größere Flexibilität der Angebote und eine durchgängige Betreuung in den Ferien ständen deswegen weit oben auf der Prioritätenliste der Unternehmen.

„Die Umfrage hat aber auch gezeigt, dass ein Großteil der Firmen ihre Beschäftigten mit Kindern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gezielt unterstützt. Den Mitarbeitern werden familienfreundliche Arbeitszeiten angeboten oder die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Darüber hinaus halten inzwischen immer mehr Betriebe eigene Betreuungsangebote für ihre Mitarbeiterkinder vor“, lobt Bauhaus das unternehmerische Engagement.
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