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Mo, 19:08 Uhr
07.05.2018
Zukunftswerkstatt in Großbodungen

Kirche mit neuen Ideen unterwegs

Letztes Wochenende trafen sich gut 30 Teilnehmer zur 1. Zukunftswerkstatt des Kirchenkreises Südharz in Großbodungen. Vom Veranstalter bis zum Teilnehmer waren alle gespannt, was der Tag wohl bringen möge. Man hatte sich getroffen, um über die Zukunft der Kirche, der Gemeinde zu sprechen...


Mitdenker aus den Pfarrbereich Großbodungen, Trebra und Silkerode hatten sich eingefunden. Darunter Hauptamtliche wie Pfarrerinnen und Gemeindepädagoginnen, ehrenamtliche Gemeindekirchenratsmitglieder und eine erfreulich große Gruppe an Gemeindemitgliedern aus Silkerode.

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Alle Generationen waren vertreten, auch sechs Kinder und Jugendliche, was die Diskussion noch spannender und lebendiger werden ließ. Superintendent Andreas Schwarze begrüßte sie im liebevoll hergerichteten Schützenhaus, um gemeinsam den Garten Gottes zu bewirtschaften. Und geackert haben die Teilnehmer wirklich. Die Köpfe rauchten zum Schluss, doch die Gesichter strahlten Zufriedenheit aus.

Wer befürchtet hatte, den Tag vollgepackt mit Vorträgen und klugen Worten „absitzen“ zu müssen, erlebte erfrischend anderes. Dr. Michael Funke von der Beraterwerkstatt Leipzig moderierte die Veranstaltung lediglich. Er gab immer neue Impulse für Diskussionen in wechselnden Gruppenzusammensetzungen und leitete die anschließende Präsentation der Ergebnisse. So kam jeder mit jedem ins Gespräch, konnten Erfahrungen ausgetauscht und Ideen für die zukünftige Arbeit ganz konkret entwickelt werden.

In manchem Gespräch mussten später Hände und Füße mit herhalten, um dem Gesagten noch mehr Ausdruck zu verleihen. Man spürte deutlich, dass sich hier Menschen getroffen haben, denen die Kirche, von Dorf bis weltweit, wichtig ist. Selbst in der Mittagspause wurde munter weiter diskutiert. Hier ein paar Themen des Tages.
Gegenseitige Interviews bildeten den Anfang des gesprächsintensiven Tages - Gemeindepädagogin Carmen Scholl (links) mit einem Gemeindemitglied aus Silkerode im Interview (Foto: R. Englert)
Immer wieder traf man sich auch Zweiergruppen, um Themen intensiver zu beleuchten. Dank des schönen Wetters auch gern im Freien. (Foto: R. Englert)
Intensive Gruppengespräche (im Vordergrund sprechend Gemeindepädagogin Ines Delert) (Foto: R. Englert)
Ganz konkret brachten die Jugendlichen ihre Wünsche mit ein:
  • mehr Freizeitaktivitäten für Jugendliche anzubieten;
  • das Problem des Transports zur Jugendkirche nach Nordhausen in Angriff zu nehmen;
  • Räumlichkeiten für die Jugendlichen auch vor Ort herzurichten;
  • Jugendliche sollten im Gottesdienst von ihren Gruppen und Aktivitäten berichten können.
Als weitere Ergebnisse des Tages soll in Angriff genommen oder vorbereitet werden:
  • der Druck eines Flyers mit Terminen zur Kirchenmusik im ganzen Kirchenkreis;
  • es wurde gebeten auch noch über andere Kommunikationswege als Gemeindebrief, Homepage und facebook nachzudenken; wobei einige nun konkret über denn Druck eines Gemeindebriefes nachdenken;
  • die Gründung von Männergruppen in den Gemeinden, bislang stehen Kinder, Frauen und Senioren im Fokus;
  • Martini nicht nach der Andacht und dem Umzug enden zu lassen, sondern noch beisammen zu bleiben und beispielsweise zu grillen;
  • Traditionen wie die Kirmes teils wiederzubeleben und nicht aussterben zu lassen, dabei die Jugendlichen mit ins Boot zu holen. Der reiche Schatz kirchlicher Feste soll gefeiert werden;
  • ein Generationenhaus mit kirchlichem Profil einzurichten, als Treffpunkt für alle wurde angedacht;
  • es wurde gebeten eine Weiterbildung Ehrenamtlicher anzubieten, die Krankenbesuche machen und manchmal nach dem richtigen Wort ringen;
  • ganz allgemein wurde um intensivere Begleitung und Anleitung der Ehrenamtlichen gebeten;
  • den Besuchsdienst auf alle Geburtstagskinder der Gemeinde auszuweiten war eine Idee. Warum immer nur die Senioren besucht würden, wurde in die Runde gefragt;
  • die Sommerkirche als Konzept nahm man von anderen dankbar auf nur ein Gottesdienst im Sommer pro Woche im Pfarrbereich an wechselnden Orten, doch der besonders schön, mit viel Musik, gemeinsamem Essen, Fahrdienst;
  • über die Arbeit mit Kindern vor Ort wurde nachgedacht, ob man nicht doch Ehrenamtliche findet, die gern eine kleine Gruppe übernehmen würden und dazu Anleitung bekommen;
  • über zukunftsfähige Konzepte für den Bau und die Nutzung an kirchlichen Gebäuden solle rechtzeitig nachgedacht werden;
  • darunter auch der Gedanke aus den Reihen der Teilnehmer, ob es nicht eine Hauptkirche pro Pfarrbereich oder Kirchspiel geben solle. Entsprechend solle man Konzepte entwickeln, wie die anderen Gebäude genutzt werden können.
Um 16 Uhr stand dann übrigens nicht die „Schlussrunde“ auf dem Tagesplan, sondern „raus damit in die Welt“. Und so wird es sein. Die Teilnehmer nehmen die frischen Ideen mit in ihre Gemeinden, ihre Gemeindekirchenräte und Konvente der hauptamtlichen Mitarbeiter, um sie dort weiterzudenken und umzusetzen. Ein sehr guter Anfang ist gemacht. Haupt- und Ehrenamtliche haben neue Wege für sich entdeckt, die sie gemeinsam gehen möchten. Gemeinschaft und das gemeinsame Essen waren der rote Faden, der sich letztlich durch die meisten Ideen zog. Mit zukunftsträchtigen Ideen haben sich die Teilnehmer wieder an ihre Wurzeln erinnern lassen. Ein schöneres Ergebnis kann wohl niemand erwarten.
Regina Englert
Autor: red

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