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So, 14:48 Uhr
21.10.2018
Leinefelde

Gott und Mensch - eine Geschichte des Aufbruchs?

Der CDU-Landesparteitag gestern in der Leinefelder Obereichsfeldhalle begann mit einer ökumenischen Andacht mit den beiden Geistlichen, dem ev. Pfarrer Traugott Eber und Kaplan Philipp Theuermann. In seiner Predigt ging Philipp Theuermann auf Krisen und Aufbruch ein...

Kaplan Theuermann bei der Predigt (Foto: Ilka Kühn) Kaplan Theuermann bei der Predigt (Foto: Ilka Kühn)
Die Wirtschafts- und Finanzkrise, die Krise der Europäischen Union, die Diesel-Krise, die Krise der transatlantischen Beziehungen, die Krise des demokratischen Systems, die Krise der Volksparteien, die Krise der deutschen Nationalmannschaft, die Krise des Glaubens und die Krise der kirchlichen Institutionen — der Begriff,, Krise“, meine sehr verehrten Damen und Herren, besitzt derzeit Hochkonjunktur, dient er doch dazu, unsere gegenwärtige Lage präzise auf den Punkt Zu bringen: sie ist krisengeplagt.

Tag ftir Tag löst eine Krise die nächste ab, Tag für Tag haben wir uns mit neuen Skandalen auseinanderzusetzen. Auch wenn einiges davon sicherlich unverhältnismäßig erscheint, so verschiebt sich dennoch etwas Grundlegendes. Dabei beweist der Blick in die Geschichte, dass Krisen alles andere als ungewöhnlich sind. Im Gegenteil: jede Zeit hat mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen. Krisen sind in dieser Hinsicht äußerst zuverlässige Wegbegleiter.

Deshalb möchte ich den Begriff,, Krise“ auch in seinem ursprünglichen Sinn verstanden wissen. Er steht nämlich nicht fiir, Zusammenbruch‘ oder gar, Katastrophe‘, er bezeichnet vielmehr eine, Umbruchsituation‘, in der es darum geht, neue Pfade zu erkunden.

Krisen helfen, verkrustete Strukturen aufzubrechen, das Zeitbedingte vom Bleibenden zu unterscheiden und den Blick für das Wesentliche frei zu machen. Insofern kann unsere aktuelle Situation auch positiv beschrieben werden: es ist etwas in Bewegung geraten. Es ist Zeit, einen neuen Aufbruch zu wagen.

Wer aufbricht, meine verehrten Damen und Herren, benötigt allerdings eine Vision - eine Vision des Lebens von morgen. Hilfreiche Impulse dafür liefert der christliche Glaube, den es als eine lebensdienliche Option in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen gilt. Den sich an dieser Stelle vermutlich schon in Position bringenden Kritikern lege ich gern das Diktum des Rechtsphilosophen Ernst-Wolfgang Böckenförde ans Herz, nach dem der freiheitlich, sakularisierte Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren kann.

Daher ist es für uns alle ein großer Glücksfall, wenn sich Menschen dazu bereiterklären, Verantwortung zu übernehmen und unser Zusammenleben von morgen gestalten wollen - und das aus einer christlichen Grundüberzeugung heraus.

Worin besteht nun aber diese Überzeugung? Sie gipfelt in der Botschaft, dass der Schöpfer und Urheber aller Dinge, Gott selbst, aufbricht und zu uns Menschen kommt, um uns zum Heil zu führen. Selbstverständlich bewahrt uns diese Verheißung nicht vor so mancher Krise, stattdessen sagt sie uns zu, diese Krisen nicht allein bewältigen zu müssen, weil Gott uns in diesen Krisen beisteht.

Es ist exakt jene Erfahrung, die auch die beiden Jünger von Emmaus dazu motiviert, neu aufzubrechen. Sie, die sich in einer existentiellen Lebenskrise befinden; sie, die doch ihre ganze Hoffnung allein auf Gott gesetzt hatten und nun bitter enttäuscht sind, erkennen in der Begegnung mit Christus, wer dieser Gott ist: ein Gott, der sein JA zum Menschen so bedingungslos spricht, dass er selbst die dunkelsten Momente im Leben eines Menschen - wie den Tod - auf sich nimmt, damit es auf Erden keinen Ort mehr gibt, den Gott mit seiner heilenden Anwesenheit nicht verwandelt hat.

Diese Botschaft produziert nur eines: Aufbruch! Sie fordert heraus und befähigt dazu, sich fiir die Würde und Freiheit des menschlichen Lebens einzusetzen. Sie fordert heraus und befähigt dazu, das Verhältnis von Eigeninteresse und Gemeinwohl sinnvoll aus zu taktieren.

Und sie fordert heraus und befähigt dazu, sich gegen menschenverachtende Ideologien massiv zur Wehr zu setzen. Für diesen Einsatz, den Sie, meine Damen und Herren, leisten, erbitte ich Gottes reichen Segen, schloss Kaplan Philipp Theuermann die Predigt.



Autor: ik

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