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Do, 11:39 Uhr
13.12.2018
Paritätischer Bund stellt Armutsbericht vor

Armut ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen

In Thüringen sind laut den Zahlen der Statistikämter des Bundes 16,3 % Menschen von Armut betroffen. Damit liegt der Freistaat bundesweit im Mittelfeld. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein Rückgang um 0,9 %. Rein rechnerisch bedeutet dies aber immer noch, dass rund 350.000 Bürgerinnen und Bürger in Thüringen als arm gelten...

„Die Zahlen sind – auch bei leichtem Rückgang – alarmierend“, sagt Landesgeschäftsführer Stefan Werner. Und sie sagen noch nichts über die Menschen dahinter aus. Genau das nimmt der diesjährige Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes in den Blick.

Wer sind die rund 13,7 Millionen armen Menschen in unserem Land? Sicherlich, wir wissen, es gibt Bevölkerungsgruppen, die ein besonders hohes Armutsrisiko tragen. Es sind, wenig überraschend, Arbeitslose (62,9 %), Alleinerziehende (40,2 %), kinderreiche Familien (30,0 %), Migrierende (27,5 %) oder Menschen mit niedrigen Bildungsabschlüssen (28,8 %).

Betrachtet man allerdings die Gesamtheit der Armen in Deutschland unter verschiedenen Gesichtspunkten, zeichnet sich noch ein anderes, zuweilen unerwartetes Bild. So gehen erwachsene arme Menschen zumeist einer Erwerbstätigkeit (33,2 %) nach oder sind in Rente beziehungsweise Pension (24,8 %). Lediglich 21,0 Prozent der einkommensarmen Erwachsenen sind arbeitslos. Bei den Alleinerziehenden ist auffällig, dass etwa die Hälfte (49,9 %) erwerbstätig ist und rund drei Viertel (75,4%) über ein mittleres oder hohes Bildungsniveau verfügt.

Die Mehrheit der Armutsbetroffenen ist nicht arbeitslos. Ihre Armutslage hat keine individuellen Ursachen, sondern strukturelle. Sie resultiert aus einem Mangel an Einkommen. „Es sind eben nicht nur sogenannte „Randgruppen“ von Armut gefährdet, sondern es ist ein gesamtgesellschaftliches Thema“, sieht Stefan Werner mit dem nun vorgelegten Bericht bestätigt. „Entsprechend müssen wir nicht nur unser Verständnis von Armut korrigieren, sondern auch die politischen Maßnahmen zur Bekämpfung daran anpassen.“ Werner plädiert für steuerpolitische Maßnahmen und eine ausreichende Existenzsicherung für von Armut betroffene Kinder und Jugendliche im Freistaat. Der Paritätische Thüringen fordert, mit politischen Maßnahmen die soziale Ausgrenzung abzubauen, um allen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
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Kommentare

13.12.2018, 12.26 Uhr
Sonntagsradler 2 | Armut ist in der Mitte...
Junge ist das wieder eine Feststellung »der Meisterklasse« die seines Gleichen sucht.
Mal wieder ein Richtegerkleiner „Intelligenzbolzen“

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13.12.2018, 14.12 Uhr
Psychoanalytiker | Falsch !!!
Wie ich schon an anderer Stelle dieser Zeitung kommentierte, die Darstellung der Statistikämter des Bundes ist falsch, geschönt, es gibt viel mehr "Arme" in diesem Land.

Wer 60 oder weniger Prozent des bundesdeutschen Durchschnittseinkommens erhält, gilt hierzulande als "arm".

Was haben die Regierungsparteien vor kurzem stolz festgelegt und "großspurig" verkündet? Das Rentenniveau soll bis auf weiteres 48 Prozent betragen. Der "Durchnittsverdiener" erhält also dann 48 Prozent seines Einkommens als Rentenbetrag. Das sind 12 Prozent weniger, als die 60 Prozent, die zur Armut führen. Da muss man dann aber erst einmal dieses "Durchnittseinkommen" erhalten haben. Und von diesen 48 Prozent werden noch Steuern, Krankengeld, Pflegeversicherung und Soli abgezogen!!!

Und wer hat schon das Durchschnittseinkommen erhalten???
Also Lug und Trug bei der Statistik. Wenn man natürlich diverse Rentenarten, die nicht jeder Rentner erhält (Witwenrente, Riesterrente ...) oder sogar Vermögenswerte dazurechnet, kann es hinkommen. Aber eine derartige Statistik spiegelt nicht die Wahrheit wieder. Der "normale" Altersrentner erhält nunmal nur 48 Prozent, und das ist mehr als arm ........

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