Di, 14:31 Uhr
05.02.2019
Begegnung mit dem Kleinen Prinzen
Ein Musical-Erlebnis im Kulturhaus
Das war für das Eichsfelder Kulturhaus nicht alltäglich, dass eine Produktion mit solch umfangreichem Equipment anreist. Schon das ganze Drumherum versprach ein besonderes Erlebnis. Der kleine Prinz als Musical lockte am Sonntagnachmittag mehr als 300 Gäste in das Eichsfelder Kulturhaus nach Heiligenstadt....
Der kleine Prinz (Foto: Gisela Reinhardt)
Unter Ihnen, erwartungsgemäß zahlreiche Kinder, die mit einer gepolsterten Sitzerhöhung ausgestattet, aufgeregt ihre Plätze einnahmen. Dabei war es Antoine de Saint-Exupéry gerade wichtig, in die manchmal versteinerten Herzen von Erwachsenen einzudringen, die weniger offen sind, aber gerade darum die Begegnung mit dem Kleinen Prinzen vielleicht umso nötiger haben.
Wer kennt sie nicht, die vertrauen Zitate, an die wir in unserem Leben öfter denken sollten: Was vergangen ist, ist vergangen, und du weißt nicht, was die Zukunft dir bringen mag. Aber das Hier und Jetzt, das gehört dir", Zuweilen macht es ja wohl nichts aus, wenn man seine Arbeit auf später verschiebt", Es ist viel schwerer, sich selbst zu verurteilen, als über andere zu richten." Alle großen Leute sind einmal Kinder gewesen (aber wenige erinnern sich daran)."
Der kleine Prinz (Foto: Gisela Reinhardt)
Die Geschichte vom kleinen Prinzen, den es von einem Asteroiden auf die Erde verschlagen hat und der auf einen in der Wüste notgelandeten Flieger samt Flugzeug trifft, ist sicher den meisten Menschen vertraut. Der kleine Prinz, der dem ersten Anschein nach, wie ein Kind wirkt, stellt Fragen, die auf den ersten Blick simpel klingen, auf die aber selbst Erwachsene oft keine Antwort wissen. Die Umsetzung auf der Bühne machte neugierig.
Dank modernster Leinwandtechnik und Projektionen wurden die Zuschauer von Anfang an mitgenommen auf die Reise des kleinen Prinzen. Antoine de Saint-Exupéry, Schriftsteller und Pilot war 1935 bei einem Versuch, den Streckenrekord Paris–Saigon aufzustellen, 200 Kilometer vor Kairo mit seinem Flugzeug in der ägyptischen Wüste abgestürzt. Er und sein Mechaniker überlebten die Bruchlandung unverletzt, waren aber ohne genügend Trinkwasser der Sonne und Hitze der Wüste ausgesetzt.
Dieses Erlebnis verarbeitete Saint-Exupéry in seiner märchenhaften Erzählung und die Macher des Musicals setzten es technisch so in Szene, mit Gewitter, Wolkenbruch und Blitzen, dass man das Gefühl hatte, selbst angstvoller Passagier zu sein. Durch diese aufwendige 3-D-Technik das gesamte Musical hindurch, fühlte man sich in eine Welt zwischen Geschichte, Theater und Kino versetzt. In verschiedenen Dimensionen tauchten Schauplätze auf und wurden Bilder in höchster Qualität projiziert, so dass Illusion und Wirklichkeit miteinander verschmolzen.
Der kleine Prinz, dargestellt von Anna Friederike Wolf, begegnete auf seiner Reise verschiedenen Personen und Charakteren.
Mit Sänger/Komponistenduo Deborah Sasson und Jochen Sautter, die dieses farbenfrohe Musical voller Emotionen und visueller Überraschungen musikalisch in Szene gesetzt haben, waren Profis am Werk. Gekonnt, mit viel Gefühl und Präzision hauchten sie jeder Reisestation des kleinen Prinzen Leben ein und gestalteten die Botschaft von Saint-Exupéry gekonnt auf unterhaltsame und verschiedenartige Weise.
Deborah Sasson, die dieses Musical liebevoll als ihr Baby bezeichnet, berichtete, dass Jochen Sautter aus dem Französischen übersetzte und die neuen Texte lieferte. Deborah Sasson selbst, verbrachte mit ihren Kompositionen Nächte am Klavier und war zeitweise von dem Stoff so eingenommen, dass sie für andere Dinge kaum ansprechbar war. Die Welt des Kleinen Prinzen ist eine Welt der innersten Gefühle. Und wie können Gefühle noch unmittelbarer und eindringlicher die Herzen der Menschen erreichen? Die Antwort ist einfach: mit Musik.
So genossen wir den Tanz der Rose, trafen auf einen steppenden Laternenanzünder, einen Eitlen, der mit seinem spanischen Tanz in hochmütigem und kühnen Stolz wie ein Torero seine Überlegenheit ausdrückte, einen Säufer, der bekennt: ich saufe, weil ich mich schäme und ich schäme mich, weil ich saufe und eine Schlange, die von orientalischen Melodien begleitet mit Körperakrobatik verführt.
Lustig war der König, der alle Leute in sein Land einlädt- und man traute seinen Ohren nicht, selbst Trump, die Söhne von Dieter Bohlen und Angela Merkel nebst Mann anbietet, in sein Reich zu kommen.
Anrührend, voller Leichtigkeit und Gefühl war das Duett vom kleinen Prinzen und dem Fuchs wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt …. Feuchte Augen gab es am Schluss, als der kleine Prinz vom tödlichen Gift der Schlange sein Leben aushauchte. Die letzten lieben Gesten des Piloten waren Emotion pur.
Die wunderbare Darstellung der Geschichte vom kleinen Prinzen, gute Sänger und tolle Tanzeinlagen, eingängige Melodien, wunderschöne Kostüme und ein Live-Orchester im Orchestergraben, verbunden mit modernster visueller Technik, schenkten dem Publikum ein unvergessliches Musicalerlebnis, das man gern weiterempfehlen kann. Meine 8jährige Enkeltochter, die neben mir gesessen hat, fasste ihre Eindrücke kurz und prägnant zusammen: Papa, ich bin total geflasht, es war so unglaublich schön. Schade, dass der kleine Prinz kein Junge war. Es war wie Kino auf der Bühne und Oma hat am Schluss geweint!
Gisela Reinhardt
Autor: ik
Der kleine Prinz (Foto: Gisela Reinhardt)
Unter Ihnen, erwartungsgemäß zahlreiche Kinder, die mit einer gepolsterten Sitzerhöhung ausgestattet, aufgeregt ihre Plätze einnahmen. Dabei war es Antoine de Saint-Exupéry gerade wichtig, in die manchmal versteinerten Herzen von Erwachsenen einzudringen, die weniger offen sind, aber gerade darum die Begegnung mit dem Kleinen Prinzen vielleicht umso nötiger haben.
Wer kennt sie nicht, die vertrauen Zitate, an die wir in unserem Leben öfter denken sollten: Was vergangen ist, ist vergangen, und du weißt nicht, was die Zukunft dir bringen mag. Aber das Hier und Jetzt, das gehört dir", Zuweilen macht es ja wohl nichts aus, wenn man seine Arbeit auf später verschiebt", Es ist viel schwerer, sich selbst zu verurteilen, als über andere zu richten." Alle großen Leute sind einmal Kinder gewesen (aber wenige erinnern sich daran)."
Der kleine Prinz (Foto: Gisela Reinhardt)
Die Geschichte vom kleinen Prinzen, den es von einem Asteroiden auf die Erde verschlagen hat und der auf einen in der Wüste notgelandeten Flieger samt Flugzeug trifft, ist sicher den meisten Menschen vertraut. Der kleine Prinz, der dem ersten Anschein nach, wie ein Kind wirkt, stellt Fragen, die auf den ersten Blick simpel klingen, auf die aber selbst Erwachsene oft keine Antwort wissen. Die Umsetzung auf der Bühne machte neugierig.
Dank modernster Leinwandtechnik und Projektionen wurden die Zuschauer von Anfang an mitgenommen auf die Reise des kleinen Prinzen. Antoine de Saint-Exupéry, Schriftsteller und Pilot war 1935 bei einem Versuch, den Streckenrekord Paris–Saigon aufzustellen, 200 Kilometer vor Kairo mit seinem Flugzeug in der ägyptischen Wüste abgestürzt. Er und sein Mechaniker überlebten die Bruchlandung unverletzt, waren aber ohne genügend Trinkwasser der Sonne und Hitze der Wüste ausgesetzt.
Dieses Erlebnis verarbeitete Saint-Exupéry in seiner märchenhaften Erzählung und die Macher des Musicals setzten es technisch so in Szene, mit Gewitter, Wolkenbruch und Blitzen, dass man das Gefühl hatte, selbst angstvoller Passagier zu sein. Durch diese aufwendige 3-D-Technik das gesamte Musical hindurch, fühlte man sich in eine Welt zwischen Geschichte, Theater und Kino versetzt. In verschiedenen Dimensionen tauchten Schauplätze auf und wurden Bilder in höchster Qualität projiziert, so dass Illusion und Wirklichkeit miteinander verschmolzen.
Der kleine Prinz, dargestellt von Anna Friederike Wolf, begegnete auf seiner Reise verschiedenen Personen und Charakteren.
Mit Sänger/Komponistenduo Deborah Sasson und Jochen Sautter, die dieses farbenfrohe Musical voller Emotionen und visueller Überraschungen musikalisch in Szene gesetzt haben, waren Profis am Werk. Gekonnt, mit viel Gefühl und Präzision hauchten sie jeder Reisestation des kleinen Prinzen Leben ein und gestalteten die Botschaft von Saint-Exupéry gekonnt auf unterhaltsame und verschiedenartige Weise.
Deborah Sasson, die dieses Musical liebevoll als ihr Baby bezeichnet, berichtete, dass Jochen Sautter aus dem Französischen übersetzte und die neuen Texte lieferte. Deborah Sasson selbst, verbrachte mit ihren Kompositionen Nächte am Klavier und war zeitweise von dem Stoff so eingenommen, dass sie für andere Dinge kaum ansprechbar war. Die Welt des Kleinen Prinzen ist eine Welt der innersten Gefühle. Und wie können Gefühle noch unmittelbarer und eindringlicher die Herzen der Menschen erreichen? Die Antwort ist einfach: mit Musik.
So genossen wir den Tanz der Rose, trafen auf einen steppenden Laternenanzünder, einen Eitlen, der mit seinem spanischen Tanz in hochmütigem und kühnen Stolz wie ein Torero seine Überlegenheit ausdrückte, einen Säufer, der bekennt: ich saufe, weil ich mich schäme und ich schäme mich, weil ich saufe und eine Schlange, die von orientalischen Melodien begleitet mit Körperakrobatik verführt.
Lustig war der König, der alle Leute in sein Land einlädt- und man traute seinen Ohren nicht, selbst Trump, die Söhne von Dieter Bohlen und Angela Merkel nebst Mann anbietet, in sein Reich zu kommen.
Anrührend, voller Leichtigkeit und Gefühl war das Duett vom kleinen Prinzen und dem Fuchs wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt …. Feuchte Augen gab es am Schluss, als der kleine Prinz vom tödlichen Gift der Schlange sein Leben aushauchte. Die letzten lieben Gesten des Piloten waren Emotion pur.
Die wunderbare Darstellung der Geschichte vom kleinen Prinzen, gute Sänger und tolle Tanzeinlagen, eingängige Melodien, wunderschöne Kostüme und ein Live-Orchester im Orchestergraben, verbunden mit modernster visueller Technik, schenkten dem Publikum ein unvergessliches Musicalerlebnis, das man gern weiterempfehlen kann. Meine 8jährige Enkeltochter, die neben mir gesessen hat, fasste ihre Eindrücke kurz und prägnant zusammen: Papa, ich bin total geflasht, es war so unglaublich schön. Schade, dass der kleine Prinz kein Junge war. Es war wie Kino auf der Bühne und Oma hat am Schluss geweint!
Gisela Reinhardt