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Mo, 10:22 Uhr
11.02.2019
Erste Solaranlage in Betrieb genommen

Verband ist zukunftsorientiert aufgestellt

Der Wasser- und Abwasserzweckverband Eichsfelder Kessel (WAZ) arbeitet zukunftsorientiert. In Leinefelde hat der Verband in der vergangenen Woche seine erste Solaranlage auf dem Gebäude der Kläranlage in Betrieb genommen, weitere werden dort folgen, erfuhren wir im Pressegespräch...

Solaranlage in Betrieb genommen (Foto: Ilka Kühn)
Oliver Thiele (re), Eckart Lintzel (mitte) und Abwassermeister Christian Iseke informieren sich an der Anzeigetafel der Solaranlage.

Viele verbinden den Begriff Kläranlage mit schlechtem Geruch u.a.. Doch wer einen Blick auf das Gelände in Leinefelde wirft, wird eines besseren belehrt. Die Kläranlage hier ist eine der ersten in Thüringen und galt bislang als modernste. Auf großen Fotos im Flur des kleinen Verwaltungsgebäudes sind die Visionen abgebildet. Solarplatten auf allen Gebäuden, ein Faulturm, statt Beeten mit Klärschlamm ein Solarfeld. Ob es einmal so kommen wird, weiß heute keiner, aber der WAZ arbeitet darauf hin.

Bereits 2013 wurde mit dem Energiemanagment-System begonnen. Stück für Stück wird es realisiert. Die Solaranlage jetzt ist ein Teilprojekt davon. “Die Maßnahme ist durch Fördermittel der EU aus dem EFRE-Programm ‘Nachhaltige Stadtentwicklung’ und dem Programm ‘SolarInvest’ des Freistaates Thüringen mitfinanziert worden. Die Investitionskosten für die PV-Anlage lagen bei ca. 150.000 Euro”, erklärte Oliver Thiele, seit Januar 2019 Geschäftsleiter des Verbandes bei der Inbetriebnahme der Anlage.

Pro Jahr werden durch die Solaranlage 82.000 kWh erzeugt, die zu 100 Prozent zum Betrieb der Kläranlage Leinefelde verwendet werden. Für den WAZ von großer Bedeutung, geht es doch um Senkung der Kosten. Im Jahr werden für Energie bisher insgesamt 600 000 Euro benötigt. Die Versorgung mit hoher Trinkwasserqualität und die Entsorgung des Abwassers kostet viel Energie, was durch energetische Optimierung geregelt werden soll.
In dieser Woche wird eine Studie neue Erkenntnisse ans Licht bringen.

“Es handelt sich um die Machbarkeitsstudie zur Faulung des Klärschlammes und zur energetischen Verwertung des Faulgases. Auf Basis dieser Studie wird dann über die Investition in die Optimierung der Klärschlammbehandlung entschieden”, so Oliver Thiele. Und weiter:” Parallel sind weitere Maßnahmen zur energetischen Optimierung der Kläranlage Leinefelde kurz vor der Umsetzung. Zurzeit läuft die Ausschreibung über die Erneuerung der zwei Rücklaufschlammpumpen und der dazugehörigen Rücklaufschlammleitung. Letztere wird vergrößert, um die Rohrreibungsverluste im System zu minimieren. Ferner wird das Rührwerk im Belebungsbecken ausgetauscht, wodurch sich der Energiebedarf von 5 kWh auf 1,5 kWh deutlich reduziert.”

Neben der energetischen Optimierung der Kläranlage Leinefelde erfolgt die Modernisierung auch vor dem Hintergrund der Landesgartenschau 2024 in Leinefelde. Die geplante Wegebeziehung zwischen der Gartenstadt und dem Birkunger Stausee führt unmittelbar am Gelände der Kläranlage Leinefelde vorbei. Während der Landesgartenschau sollen als einzelne Programmpunkte auch Führungen der Besucher durch die Kläranlage möglich sein.

Der WAZ Eichsfelder Kessel ist für die Wasserversorgung für 34 000 Einwohner auf einer Fläche von 330 Quadratkilometer zuständig, bei der Abwasserentsorgung ist es eine Fläche von 370 Quadratkilometern mit 42 000 Einwohnern. Eine große Verantwortung für den Verband, der sich 2003 aus dem Wasserzweckverband „Eichsfelder Kessel“ und der Abwasserzweckverband „Wipper-Ohne“ gegründet hatte.

Seit der gründung wurden vom WAZ im Bereich Wasserversorgung 45 Millionen Euro und in die Abwasserentsorgung 125 Millionen Euro investiert.

Verbandsvorsitzender Eckart Lintzel verwies im Pressegespräch auf die erfolgreiche Entwicklung wie auch auf die Bedeutung eines solchen Verbandes. Die meisten wissen nicht, was sich hinter den Begriffen wie Wasserversorgung und Abwasserentsorgung alles verbirgt, wie groß das Arbeitsgebiet ist. Wasser sei nun einmal das wichtigste Lebensmittel und es müsse 1A-Qualität haben, sagte der Verbands-Chef. 3500 Kubikmeter Trinkwasser werden jeden Tag geliefert.

Der WAZ Eichsfelder Kessel gehört derzeit zu den zehn größten Flächenverbänden in Thüringen. Seinen Sitz hat er in Niederorschel. Beim WAZ sind 50 Mitarbeiter beschäftigt. Auch Lehrlinge werden ausgebildet.
Ilka Kühn



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