Ob die derzeit heiß diskutierte Kampagne Looks like shit. But saves my life. dazu führen wird, dass mehr Radelnde in Deutschland einen Helm tragen, bleibt abzuwarten. Was aber jetzt schon konstatiert werden darf: Ungewöhnlicher wurde für den Fahrradhelm noch nie geworben und mit mehr Resonanz auch nicht, meint der deutsche Verkehrssicherheitsrat...
Es ist uns wichtig, die Zielgruppe der jungen Menschen zu erreichen, da die Helmtragequote in dieser Altersgruppe erschreckend niedrig ist. Das ist uns auch gelungen, so Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR).
Sieht Scheiße aus, retter aber mein Leben - Kampagne rund um den Fahrradhelm (Foto: Deutscher Verkehrssicherheitsrat)
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Der Helm kann keine Unfälle verhindern, aber er schützt vor lebensbedrohlichen Kopfverletzungen. Wir freuen uns sehr, dass es möglich ist, mit dem Verkehrsministerium auch ungewöhnliche Wege zu beschreiten.
Zur Diskussion um die Fotos meint der Hauptgeschäftsführer: Natürlich ist eine solche Kampagne auch immer eine Geschmacksfrage, aber wir zeigen ganz bewusst Frauen und Männer. Er setzt fort: Fahrradhelme können Folgen von Radunfällen mildern und Leben retten. Dass eine sichere Infrastruktur und die gegenseitige Rücksichtnahme entscheidende Elemente sind, damit es gar nicht erst zu Unfällen kommt, bleibt dabei unbestritten.
Look like shit - Bild geschmacklos und unangebracht
Einfach nur unangebracht und geschmacklos dieses Bild. Oder radeln Sie, ja ich meine Sie als Leser von kn, wirklich in Unterwäsche mit Helm durchs Land? Also Sicherheit sehe ich eher in einem Gesamtpaket, da passen Helm und nur Boxershorts und ansonsten nackte Haut nicht wirklich zusammen, was hier aber allen so suggeriert wird.
...das Werbebildchen bildet nicht den/die/das AlltagsmenschIn in Deutschland ab. Dürftig bekleidete Menschen sorgen immer für Aufmerksamkeit. Werbung braucht Aufmerksamkeit. Passt hier also.
Was nicht passt, sind Aufteilung und Wertung (Bildmittelpunkt mit Erhöhung durch aufgeworfene Arme) der abgebildeten Werbeträger.
Links in Europa üblicherweise anzutreffende hellhäutige Personen. Hier als Sie und Sie. Da schaut 2019 noch manche Nase hinterher und zieht die Augenbrauen hoch, aber öffentliche Stigmatisierung traut sich kaum noch wer. Gut so! Gilt natürlich auch für den 2er Pack Herren.
Mittig und das Bild bestimmend ein Schokoprinz mit hellhäutiger Dame. Betreuerin. Oder Beute. Oder in bunter Herzlichkeit zugeflogene Seele. Oder auch ehrliche Zuneigung suggerierend. Passt zur Schoki-Werbeträgerin auf Pa**ers. Wird als alltäglich eingeführt.
Rechts (auf dem Bild, nicht in der politischen Wertung, oder ist die Platzierung kein Zufall?) das (bisher) übliche Standardpaar. In Europa üblicherweise hellhäutiges Männel und Weibel. Weibchen schmiegt sich brav an, der Typ protzt mit beachtlicher Ausbeulung in der Buchse. Blickfang.
Werbetechnisch alles richtig gemacht. Politisch auch. Ob sich allerdings bisher helmabweisende Damen und Herren auf ihren Rädern demnächst in Echt einen Helm aufsetzen, hängt sicher eher an Einsicht über die Unfallgefahren, Praktikabilität der Helme UND am Herdentrieb.
Man muss sich nicht mit den 3 Personengruppen vom Plakat identifizieren, sondern soll nachdenken. Kommt als Ergebnis DEMNÄCHST-HELM-AUF raus, hat sich die gezielte Provokation der Plakatbildner gelohnt. Was bequatscht wird, führt zu Auseinandersetzung mit der Werbebotschaft und bleibt in Erinnerung. Man hat halt nur eine Birne. Und die sollte möglichst ganz bleiben, wenn man crasht!
... haettens denn die Grandler lieber aufn Dirndl gschaut?
Fakt ist, das Plakat hat seinen Sinn mehr als erreicht. Viele haben es gesehen und leider weniger haben es offensichtlich verstanden.
So ist und macht man Werbung. Wer kennt ihn nicht, den Spruch :"Nichts ist unmöglich... T...."?
mal das Tragen von Fahrradhelmen und das Radfahren in den Fokus der Kommentare rückt, wäre man schon mal ein Stück weiter.
Bis jetzt hats eher den Eindruck einer Lästerecke für ewig Gefrustete.
Für mich gilt jedenfalls, nie oben ohne.