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Do, 13:46 Uhr
11.07.2019
ZU BESUCH IN NIEDERRORSCHEL

Werbung für die Landwirtschaft

Die Agrargesellschaft „Ohmetal“ in Niederorschel hatte kürzlich Gäste zur „Urania öffnet Türen“ eingeladen. Agrarleiter Norbert Hermann konnte 14 Teilnehmer zu dieser anschaulichen Betriebsvorstellung begrüßen.

Unterstützt vom Vorstand, dem Aufsichtsrat und der Mitgliederversammlung, begann der Diplomlandwirt 2002 als Geschäftsführer die ökonomischen Bilanzen seines Betriebes zu stärken. Als Mischbetrieb werden 1370 Hektar Ackerland mit Getreide, zehn Prozent mit Mais sowie Raps und Grasland bewirtschaftet.

In diesem Jahr wird der Rapsanbau durch Winterzwischenfrüchte ersetzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens mit Humus zu stärken. Der Anbau von Sommergetreide, Hafer und Dinkel sind mit der Erweiterung der Fruchtfolge ein notwendiger Weg. 480 Milchkühe mit 50 Trockenstehenden bringen zur eigenen Reproduktion drei bis fünf Kälber. Bis zur Schlachtung werden 35000 Liter Milch gemolken, mit einer Jahreshöchstleistung 2018 von 9980 Litern/Kuh.


Der hochmoderne Mähdrescher vom Typ „Holland“

Ein ehemaliger Besamungstechniker möchte mehr erfahren. So beträgt das Erstabkalbalter 26 Monate, der Besamungsindex 2,1 Portionen Spermaverbrauch und die Zwischenkalbzeit 416 Tage für eine gesunde Leistungsanforderung. Das teure Bullensperma mit dem erhöhten weiblichen Kälberanteil werde zur Zucht nicht benötigt. Der Milchverkauf als gentechnisch freies Produkt erfolgt bei zwei bis drei Mal täglicher Abholung an das deutsche BMK Milchkontor.

Die globale Milchproduktion prägt mit der Herstellung von Magermilch, Käse und exportierten Milchpulver die schwankenden Milchpreise, die bereits vielfach zur regionalen Aufgabe der Milchwirtschaft führten. Gegenwärtig ist der Milchpreis von 32 Cent/Liter für eine ökonomische Weiterentwicklung nicht ausreichend.


Der Kälberstall ist eine gepflegte Kinderstube

Die Milchviehanlage wurde 1974 mit einem Überstandmelkplatz (kein Milchkarussell) modernisiert, die eine Melkarbeit von 80 Kühen pro Stunde ermöglicht und mit einem 25000 Liter Tank befüllt wird. Die Kühe haben, stets computererfasst, freien Zugang zum Melkstand mit durchschnittlich 2,3 Abmelkungen täglich. Ein Melkroboter kann täglich 40 bis 50 Kühe bedienen.

Gefüttert werden Maissilage, Grassilage, Kraftfutter und Biertreber, was mit einer Mischanlage nach Nährstoffbilanzen verabreicht wird. Ob die Kühe auch Raufutter von Heu und Stroh benötigen, ist wohl eine Erfahrung aus vergangener Zeit. Im Auslauf des Offenstalls, dessen Klima mit einer Folienwand gesteuert wird, liegen die Tiere in einer Strohdunglage. Im Winter werden die Tränken beheizt.

Der Kälberstall ist eine gepflegte Kinderstube. Eine angepasste Biogasanlage dient der betrieblichen Wärmegewinnung mit einer zusätzlichen öffentlichen Stromeinspeisung für 23 Cent/kw Vergütung. Mehrere Hallen sind mit einer 80-prozentigen Nutzung der Fotovoltaikanlage ausgestattet.

Der Betrieb gibt 20 Beschäftigten, teils halbtags, Arbeit und Brot. Sieben Traktoristen führen die Technik im Stall und Feld, auch den modernen Mähdrescher aus Belgien, Typ „Holland“, für 200000 Euro. Vier Lehrlinge vertreten künftig ihren grünen Beruf. Nach dreistündiger produktiver Vorführung bemerkt Norbert Hermann, dass das ökonomisch wie ökologisch Erreichte in einer öffentlichen Betriebsbilanz nachzulesen ist.

Wilhelm Roth
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