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Di, 08:58 Uhr
10.09.2019
Duderstadt

Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte

Duderstadt stand Kopf am vergangenen Wochenende. Zigtausende Menschen zog es in die Eichsfeldstadt. Allein zum Eichsfeldfestival am Samstagabend waren rund 17 000 gekommen. Mit dem diesem Event erreichte das Unternehmens Otto Bock einen weiteren Höhepunkt in der 100jährigen Geschichte….

Ottobock-Chef Prof. Hans Georg Näder ließ auch nichts unversucht, dass es zu einem wirklichen Höhepunkt wurde. An seiner Seite waren wieder Prominente, die das Eichsfeldfestival zu einem wirklichen Erlebnis werden ließen, wie Peter Maffay und Johannes Oerding.



Beide standen der Presse auch am Samstagnachmittag vor ihren Konzerten Rede und Antwort. Ottobock-Chef Hans Georg Näder hatte dazu eingeladen. Er begrüßte gleich zu Beginn auch Bürgermeister Wolfgang Nolte, der im Oktober in den sogenannten Ruhestand geht. Damit er dann fit bleibt, schenkte Näder ihm einen Jogginganzug und Turnschuhe und bat ihn, dass er doch in diesem neuen Outfit die Abmoderation nach dem Maffay-Konzert übernehmen möchte. Er würde ihm damit einen großen Gefallen tun, wenn er ganz entspannt auf der Bühne steht. Wolfgang Nolte nahm das natürlich sehr gern an und sagte, es sei ihm eine große Ehre.


Zu 100 Jahre Ottobock hatte Hans Georg Näder gesagt, dass sie überlegt haben, wie es gefeiert werden soll. So kam dieses ereignisreiche Wochenende zu stande. Allerdings sagte er auch, dass er den Samstagabend aus eigener Tasche bezahlt habe, als Dankeschön für die Stadt und deren Einwohner. Er rechnete aber mit vielen Menschen auch aus anderen Regionen und insgesamt mit etwa 35 000 Besuchern. Das Angebot, ein Konzert mit Peter Maffay und ein weiteres mit Johannes Oerding sowie Konzerte mit Vorbands kostenfrei zu erleben, nahmen jung und alt natürlich sehr gern an.

Das Eichsfeldfestival fand erstmals 2009 statt, es ist nun das vierte und zum vierten mal ist auch Peter Maffay in Duderstadt. Das Eichsfeld sei bekannt für Lebenslust, so Prof. Näder. Johannes Oerding war indes das erste Mal in Duderstadt und genoss offensichtlich die Atmosphäre, die hier herrscht. Hans Georg Näder sagte gleich zu ihm, dass er gern auch öfter mit dabei sein könne.

Hans Georg Näder gratulierte Peter Maffay für sein neues Album und plauderte über seine langjährige Freundschaft, die beide verbindet. Peter Maffay machte kein Geheimnis daraus, dass er gern ins Eichsfeld nach Duderstadt kommt und begründete das auch. Wann immer sich ein guter Anlass ergeben würde, er sei in Duderstadt dabei. Hans Georg Näder hat da auch schon wieder eine Idee, was in zwei Jahren passieren könnte.

Peter Maffay erklärte, dass er zu beim Soundcheck noch nie auf einer Bühne gestanden hat, wo Schlag 12 die Glocken geläutet haben. Eigentlich wollten sie um 12 Uhr beginnen, aber aus Respekt haben sie dann später angefangen. Er erinnere sich auch sehr gern an das Konzert in der Kirche. Auch das Miteinander der beiden Konfessionen ist in der Art und Weise, wie es praktiziert wird unkompliziert und längst nicht überall üblich.

Peter Maffay spricht immer von “wir” und nicht von sich allein. Er begründete das mit einem sehr guten Team, das ihn umgibt. Deshalb sei es logisch, dass er von wir spricht. Das bestätigte auch der Ottobock-Chef, der auf den Family-Day am Tag zuvor verwies, wo 5500 Besucher in das Unternehmen gekommen waren. Es ginge alles nur in einem großen Team, wo einer aber vorangehen muss.

Auf die Frage, welche Gedanken Peter Maffay verbindet, wenn es um 30 Jahre Mauerfall geht, antwortete der Musiker: Es seien viele Gedanken. Sie hätten das Glück gehabt, in einem winzigen Maß Teil dieser letzten Phase gewesen zu sein, die dazu führte, dass die Mauer fiel und dass die Grenze, die ehemals die beiden Staaten geteilt hat, fiel. Wir haben 1986 das erste Mal in Rostock gespielt. Ab dann wurde die DDR im Prinzip zu einem festen Bestandteil unserer Aktion. Wenn wir eine Tour hatten, wollten wir auch immer im Osten spielen. Jede Kommunikation, die stattgefunden hat, ob Musik, Gedichte, Kunst u.a. hat irgendwo ein bisschen dazu beigetragen, dass die Mauer bröckelig wurde. Wir waren also Zeitzeugen. Man konnte die Repressionen in der DDR am eigenen Leib spüren. Alle haben gehofft, dass das eines Tages ohne Blutvergießen vorbei ist. Es ist eingetreten, ein Weltwunder!

Heute wünscht er sich, dass diese Mauer auch nicht mehr in den Köpfen existiert, in manchen. Es gibt immer noch ein Gefälle, dass er für völlig überflüssig hält und wir sollten froh sein, dass wir zusammengehören und zusammen sind, sagte Maffay. Jetzt sei er dem östlichen Teil Deutschlands ein bisschen mehr verbunden, durch seine Lebensgefährtin Henrike, die in Halle zu Hause ist und er erlebe dort auch diesen Teil aus der Nähe, fühle sich gut dort und sei froh darüber, dass die Geschichte eine solche Wende genommen habe.

Johannes Oerding ist seit einigen Jahren musikalisch mit Peter Maffay verbunden. Auf die Frage, wie er vordem ihn wahrgenommen habe. Als Kind sei er mit Tabaluga aufgewachsen. Später hörte er Titel von Maffay und dann stand er mit ihm auf der Bühne. Er sei sehr beeindruckt gewesen, vor allem beim Anblick der Setliste, die einen Hit nach dem nächsten beinhaltete. Für einen jungen Künstler eine große Ehre, da mit dabei zu sein. Er sagte, dass er mit Peter Maffay auf einer Welle surfe, auch, was seine ganzen Ansichten und Haltung sowohl künstlerisch als auch privat betrifft. Manches habe ihn zum Nachdenken angeregt. Er sei für ihn schon Vorbild.


Im Anschluss an die Pressekonferenz erfüllten beide natürlich auch Autogrammwünsche. Die neue CD von Peter Maffay wurde an vielen Ständen in Duderstadt angeboten. Die Straßen füllten sich immer mehr. Die Leute kamen von überall her und scheuten keine langen Wege. Duderstadt hat in besonderer Weise wieder auf sich aufmerksam gemacht und vor allem auch bewiesen, das man große Events auch friedlich zusammen feiern kann.
Ilka Kühn

Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)
Pressekonferenz mit Peter Maffay und Johannes Oerding (Foto: Ilka Kühn)


Die Planungen für dieses Großevent begannen bereits im letzten Jahr. Das rund 10-köpfige Team um Karsten Ley von Duderstadt2030 und Peter Franzel von Ottobock sorgte für einen reibungslosen Ablauf vor und während des Festival-Wochenendes. Gemeinsam mit Polizei, Ordnungsamt, Feuerwehr und Sanitäter erstellten sie ein Sicherheitskonzept. Für das gastronomische Angebot wählten sie über 50 Essens- und Getränkestände aus, die sich vorab beworben haben.

Für die Stände wurden 2.000 Meter Wasserschläuche und 3.500 Meter Stromkabel verlegt. Große Stromaggregate hätten bei Stromausfall die Fortführung des Konzerts und die Beleuchtung für Notausgänge gesichert. Bereits eine Woche vor dem Konzert begannen über 100 Bühnenbauer und Techniker die Innenstadt in eine große Konzertarena zu verwandeln.



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