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Mi, 14:11 Uhr
16.10.2019
tlv zum Bildungs-Maßnahmenpaket:

„Gute Ansätze, leider viel zu spät“

Auf das heute Mittag vom Thüringer Kultusministerium vorgestellte Maßnahmenpaket reagiert der tlv thüringer lehrerverband verhalten. „Es sind mehrere Punkte dabei, die wir seit Jahren fordern und deshalb natürlich begrüßen“, konstatiert der stellvertretende tlv-Landesvorsitzende Frank Fritze. „Allerdings erfolgt die Umsetzung leider viel zu spät.“

Dass die Vorschläge des Ministeriums vor allem in Richtung Ausbildung abzielen, halte er für sinnvoll, so Fritze. „Die Vorziehung der Einstellungstermine und die dadurch mögliche Beschleunigung bei den Übernahmeverfahren sind schon lange überfällig. Und auch die Erhöhung der Ausbildungskapazitäten ist angebracht. Allerdings muss trotzdem weiterhin daran gearbeitet werden, den Beruf wieder attraktiv zu machen, damit der Nachwuchs langfristig gesichert ist.“ Bedenken habe der tlv zudem hinsichtlich der Plätze in den Studienseminaren. „Schon jetzt haben die Praktikanten während ihres Studiums Schwierigkeiten, Mentoren zu finden.“

Der vorgeschlagenen Umstellung der Lehrerausbildung von der schularten- auf eine stufenbezogene stehe der tlv allerdings kritisch gegenüber. „Wir halten es für legitim, dass alle Lehrer an allen Schularten mindestens nach der A13 bezahlt werden. Die Ausbildung nach Schularten sollte jedoch erhalten bleiben, denn die jeweiligen Probleme und Anforderungen sind sehr spezifisch.“

Dass die Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrpersonen künftig kostenfrei angeboten werden soll, findet Fritze hingegen sinnvoll: „Es war ohnehin nicht nachzuvollziehen, warum Kollegen, die sich für ihren Beruf weiterbilden wollen, das aus eigener Tasche zahlen sollen.“ Verwunderung hingegen löse der Beschluss aus, dass das Bildungs- und das Wissenschaftsministerium sich künftig kontinuierlich über den Einstellungsbedarf verständigen wollen, um entsprechend reagieren und die Kapazitäten planen zu können. „Diese Art der Verständigung hätte es schon vor Jahren geben müssen. Es ist so, als ob das Kind jetzt schwimmen lernen soll, obwohl es schon längst in den Brunnen gefallen ist.“
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