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Di, 12:20 Uhr
22.10.2019
nnz-intern:

Die Sache mit der Repräsentativität

Umfragen in den Nordthüringer Online-Zeitungen sind eine durchaus beliebte Angelegenheit. So auch die aktuellen zu den Kandidaten für die Wahl zum Thüringer Landtag. Dabei gibt es oft überraschende Ergebnisse...


Gerade beim Ergebnis der Umfrage zu den Partei-Kandidaten ist es immer wieder erstaunlich, wie der Kandidat der AfD abschneidet. Auch bei anderen Umfragen nach Parteien, schneidet diese Partei überaus gut ab.

Nun ja, fragen auch wir uns: sind unsere Leser denn wirklich so auf diese eine Partei fokussiert? Ab und zu müssen wir uns der Kritik der Leserschaft aussetzen, aber selbst nach dem Versuch der Korrektur, die nicht umfassend sein kann, ergibt sich kaum ein anderes Bild.

Bei der Suche nach einer Antwort sind wir bei den "großen" Online-Publikationen wie SPON oder Focus auf das Meinungsforschungsunternehmen Civey gestoßen. Das ermittelt eigenen Angaben zufolge sehr schnell entsprechende Ergebnisse. Was aber beim genaueren Hinsehen auffällt, das ist der Unterschied zwischen sogenannten Repräsentativen Daten und Rohdaten.

Repräsentative Daten
Um es einfach auszudrücken. Rohdaten sind die Anzahl der tatsächlichen Klicks, die Repräsentativen Daten sind das Ergebnis von unterschiedlichen Wichtungen, zum Beispiel das Alter, der Wohnort oder das Geschlecht, wobei nur zwei Geschlechter zugelassen werden.

Rohdaten
Und siehe da, beide Daten weichen zum Teil erheblich von einander ab. Nun aber zurück zur Umfrage der Nordthüringer Online-Zeitungen. Da wir leider keine demoskopischen Betrachtungen vornehmen und auch nicht beauftragen können, sind unsere Daten und Ergebnisse vergleichbar mit den Civey-Rohdaten. Mit Blick auf die Daten der AfD weichen beide Ergebnisse nun auch nicht so weit voneinander ab.

Übrigens: Auf den Seiten von Civey ist das mit den repräsentativen Daten ausführlich erklärt.
Peter-Stefan Greiner
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Kommentare

22.10.2019, 13.16 Uhr
Latimer Rex | Umfragen/Beeinflussung
Mit der Erkenntnis, dass nicht repräsentative Umfragen
in der nnz mit somit verfälschten Ergebnissen ein nicht
gültiges Stimmungsbild abgeben, wird bewußt oder unbewußt die politische Meinungsbildung beeinflußt.

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22.10.2019, 13.54 Uhr
Trüffelschokolade | Unterscheidung
Das ist in der Tat eine wichtige Unterscheidung, die sehr oft vergessen wird.
Danke für das Aufgreifen des Themas.

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22.10.2019, 14.11 Uhr
Örzi | Schönreden
Statistiken werden immer gern nach gewollten Ergebnissen ausgelegt. Umfragen sind nie repräsantiv. Beide können Zerrbilder erzeugen. Wer hier mit Rohdaten argumentiert und diese als Stimmungsbarometer zitiert, wird nach den Wahlen sehr erstaunt sein. Überraschungen wird es wohl nicht geben. Die Stimmung im Land ist hinreichend analysiert worden.

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22.10.2019, 14.21 Uhr
tannhäuser | Entscheidend ist...
...was bei Wahlen hinten rauskommt und nicht was "repräsentative" Umfragen, Prognosen oder Hochrechnungen aus Glaskugeln lesen.

Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom und genügend Wähler sind, auch wenn das bei der Politik nicht so beliebt ist, meist noch putzmunter und machen ihr Kreuz nach Gefühl, Verstand, Erfahrung und nicht wie von den Volkspädagogen gewünscht nach politisch korrekter Windrichtung.

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22.10.2019, 15.08 Uhr
guckan | Beeinflußung der Meinungsbildung
Die Umfragen dieser Zeitung spiegeln das wider, was der Betreiber gern sehen möchte. Es wird ein bestimmtes Klientel bedient, welches gehätschelt und getätschelt wird. Oder hat schon jemand einmal in dieser Zeitung einen AfD kritischen Artikel von jemanden aus der Redaktion gelesen? Und jetzt soll SPON dafür herhalten, dass hier solche verkorksten Werte herauskommen an die offensichtlich nicht einmal mehr der treueste AfD Fan glaubt.

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Anmerkung technischer Support nnz:
Ich gehöre zu den »Betreibern« und ich wünschte wirklich, es wäre so.

Volker Georg Franke
technischer Support nnz

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22.10.2019, 15.51 Uhr
tannhäuser | Unterstellen Sie dasselbe...
...auch den Meinungsumfragen von ARD/ZDF, @ gucken?

Haben Sie da schon mal eine positive Reportage über die AfD gesehen?

Auch wenn es gerade so scheint, als würden vorrangig AfD-Kritische Kommentare gelöscht...Dieser Eindruck ist falsch.

Es ist der Ton und nicht der Inhalt des Kommentar, der die Grenzen des Veröffentlichbarens setzt.

Das habe ich auch oft genug selbst erfahren, mich kritisch hinterfragt und solche Entscheidungen als berechtigt akzeptiert.

Übrigens, was im Kommentarspalten anderer Zeitungen zwischen Herbst 2015 bis zuletzt gelöscht wurde, das spottete jeder Beschreibung von Meinungsfreiheit.

Aber auch da hat sich seit einigen Monaten der Wind gedreht, ein Umdenken bei den überregionalen Journalisten eingesetzt und bis zu einem gewissen Grad ist meinungspolitische Vielfalt eingezogen.

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22.10.2019, 16.32 Uhr
Mueller13 | @guckan: neutrale Berichterstattung
Dankbarerweise findet man hier nicht nur eine Anti-AfD-Berichterstattung, wie sie in anderen Zeitungen üblich ist.

Insofern verwechseln Sie eine halbwegs neutrale Berichterstattung mit der üblichen Meinungsvorgabe in anderen Medien. Und wenn ich mir die Artikel und Thematiken des Redakteurs Angelo Glashagel anschaue, bezweifle ich aufrecht, dass der Sympathien für die AfD hegt. Das ist aber auch kein Problem,weil er trotzdem zu einer neutralen Berichterstattung fähig ist.

Wenn Sie nicht in der Lage sind, das Datenrohmaterial von dem gewichteten Ergebnis zu unterscheiden, geben Sie vielleicht gerade eine Meinung zu einer Thematik ab, von der sie keine Ahnung haben.^^

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22.10.2019, 18.01 Uhr
Leser X
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
22.10.2019, 20.39 Uhr
Kolporteur | Kann nicht ganz folgen.
Kann mir jemand sagen was die Aufregung soll? Es geht bei den Umfragen der NNZ nicht um Repräsentativität, sondern um ein Stimmungsbild der Nutzer, dass ist doch allen klar oder bin ich blöd? Die Ergebnisse sagen eindeutig etwas über die Nutzer aus.
Unter diesem Aspekt ist die Einflussnahme auf Wahlverhalten eher gering, außer es wird in puncto Repräsentativität etwas anderes behauptet, was aber ein guter Journalist nie machen würde.

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22.10.2019, 21.40 Uhr
HisMastersVoise | Statistik für Mitläufer
Wie der Vorredner richtig schreibt, sagen solche Befragungen zwar etwas über möglich Trends aus. Sie dienen aber nicht für fundierte Prognosen. Daher werden sie oft verwendet, um dem unentschlossenen Wähler eine Richtung für seine Kreuze zu zeigen. Dies entbindet aber den Wähler nicht davon, nach genauer Kenntnis der Programme und Kandidaten sein Votum zu geben. Daher ist dies ganze polemisch aufgeheizte Vorwahlgeschrei einzelner Fraktionen eher dafür gut, den Wähler auf die gemäßigten Parteien aufmerksam zu machen. Denn eins muß klar sein. IHR bekommt genau das, was Ihr wählt !!!

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