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So, 09:12 Uhr
22.03.2020
Jetzt seine Lebensgeschichte aufschreiben

Corona-Zeit sinnvoll nutzen

Europa befindet sich in einer ausserordentlichen Lage, Notrecht herrscht. Persönliche Kontakte sind verboten oder mindestens auf 2 Meter Distanz zu halten, die eigenen vier Wände nicht zu verlassen. Schon nach wenigen Tagen stellt sich für die Meisten die Frage, wie die Zeit sinnvoll genutzt und Langeweile vermieden werden kann...

digital
Irgendwann sind die Fotos sortiert, der Keller aufgeräumt, die Schubladen entrümpelt und gar das Testament (allenfalls neu) geschrieben. Spekuliert wird auch über einen Babyboom in 9 Monaten.

Besonders für Menschen, die nicht mehr im Berufsleben stehen, ist das Aufschreiben der eigenen Lebensgeschichte eine alternative und erst noch äusserst sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit. Auf der (nichtkommerziellen) Internet-Autobiographie-Plattform meet-my-life.net kann jedermann dank einem vorstrukturierten chronologisch und thematisch gegliederten Inhaltsverzeichnis innert weniger Minuten bereits zu Werke gehen.

Über 500 von Kulturwissenschaftlern konzipierte Fragen führen gezielt durchs ganze Leben und machen es einfach, Erinnerungen aufleben zu lassen und ihnen nachzuhängen, um sie gleich schriftlich festzuhalten. (Vielleicht angefangen mit der Beschreibung der aktuellen schon fast kriegsähnlichen Zustände .). Es ist auch möglich, bereits Geschriebenes, das auf der Festplatte unbeachtet vor sich hindümpelt, mit simplem «copy paste» auf meet-my-life.net zu importieren und so den Nachkommen unmittelbar digital zugänglich zu machen. Jetzt, da erzählen nicht möglich ist.

Der Nutzen, den meet-my-life.net in Aussicht stellt, ist vielschichtig:

1. Beschäftigung ist gut und tut gut, weil es entspannt und ablenkt.
2. Das Schreiben über die aktuelle noch nie dagewesene Situation relativiert sie und schützt vor depressiven Gedanken. Aber natürlich auch das Schwelgen in früheren schöneren Zeiten.
3. Texte über das eigene Leben, und gerade auch die subjektiven Erfahrungen mit der aktuellen Zeit, sind ein wertvolles Zeitzeugnis für die Nachkommen. Aber auch für die Politik und Wissenschaft, die irgendwann wieder einmal vor vergleichbaren Situationen stehen werden, und aus diesen Schilderungen und Erfahrungen lernen können.


Ein «Corona-Protokoll» für die Nachwelt
Meet-my-life.net wirft folgende Fragen auf, über die derzeit für sich und die Nachwelt nachgedacht und geschrieben werden könnte:
  • Was geschieht gerade bei Ihnen persönlich und in Ihrem Umfeld?
  • Wie gehen Sie und Ihre Familie mit der neuen und ungewohnten Situation um?
  • Wie verändern sich Ihr Tagesablauf, Ihre Gewohnheiten, Ihr Menüplan?
  • Wie nahe geht Ihnen das Ganze? Schildern Sie Ihre Gefühle.
  • Was geht Ihnen beim täglichen Zeitungslesen, Radiohören und während der Tagesschau gerade durch den Kopf? (Halten Sie immer Papier und Ihr Bleistift bereit.)
  • Sind Sie auch wirtschaftlich betroffen? Wie gehen Sie damit um?
  • Sind sie mit den verfügten Massnahmen der Regierung einverstanden? Wie schützen Sie sich?
  • Haben Sie einen Plan, falls Sie Symptome zeigen sollten?
  • Gibt es in Ihrem näheren Umfeld schon einen Coronafall oder Anzeichen dafür und wie gehen Sie damit um?


Schreibwillige, die ernsthaft daran denken, ihre Autobiographie zu verfassen, finden sich bereits mit mittelmässigen Computer- und Internetkenntnissen auf der Schreibplattform gut zu Recht. Inzwischen haben sich über 300 Autorinnen und Autoren aus verschiedensten Ländern und in unterschiedlichen Sprachen zum Schreiben registriert. Bei Fragen steht diesen ein gratis E-Mail-Support zur Verfügung. Ein erstmaliger Jahreskostenbeitrag für die Nutzung des «Autobiography-Creators» und das Hosting kostet dank mehrerer kulturell interessierten Sponsoren nur bescheidene CHF 39.50, Unterstützungsbeiträge für die Folgejahre sind freiwillig.

Das 2014 ins Leben gerufene Projekt primär für den ganzen Deutschen Sprachraum wurde mitinitiiert und wird immer noch stark gefördert vom Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft (ISEK) der Universität Zürich. Dieses ist auch Co-Veranstalter des mittlerweile schon drei Mal vergebenen Schweizer Autobiographie-Awards. Interessanterweise ging dieser je einmal an eine Autorin und einen Autor aus der Slowakei sowie einmal an eine Immigrantin aus Slowenien! Ein zweiter Preis wurde einem Deutschen zugesprochen. Beides unterstreicht, dass die hochkarätige Jury den Award unabhängig von Nationalität und Wohnort vergibt.
Alle ausgezeichneten Biografien sind wie allen andern auch zu lesen auf www.meet-my-life.net.
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