nnz-tv Nachrichten aus Nordthüringen Kyffhäuser Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung neue nordäuser zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Mo, 14:30 Uhr
25.05.2020
Nachricht zur Lockerung hat den tlv "erschüttert"

Scharfe Ablehnung der Lehrergewerkschaft

Mit einem Statement reagierte der tlv-Landesvorsitzende Rolf Busch auf die Ankündigung Ramelows, den allgemeinen Lockdown zu Anfang Juni aufzuheben...

"Die Nachricht vom Vorstoß des Thüringer Ministerpräsidenten, der den allgemeinen Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie Anfang Juni aufheben will, hat uns regelrecht erschüttert. Denn sie war nur so zu verstehen, dass ab diesem Zeitpunkt auch die Wiederaufnahme des Regelbetriebes in den Schulen stark beschleunigt wird. So sehr wir auch die Sehnsucht nach Normalität, nach dem alten Leben nachvollziehen können: Damit würde Bodo Ramelow aus unserer Sicht eine gefährliche Wette eingehen. Er könnte dabei gewinnen oder verlieren, das ist momentan kaum vorhersagbar. Allerdings wäre der Wetteinsatz verdammt hoch, denn es stünde die Gesundheit und im Falle der Risikogruppen sogar das Leben von Menschen auf dem Spiel.

Nicht nur, aber auch die Lehrer/innen und Erzieher/innen wären dabei naturgemäß besonders stark gefährdet. Denn überall, wo viele Menschen auf engem Raum zusammentreffen, können jederzeit neue Infektionsherde entstehen. Wir als Interessenvertretung der Frauen und Männer, die in unseren Schulen tagtäglich unter ohnehin schwierigen Bedingungen ihr Bestes geben, finden es nicht hinnehmbar, dass deren körperliche Unversehrtheit in einem ungeheuerlichen, von politischen Interessen getriebenen Glücksspiel verpfändet wird. Insofern werden wir die Entwicklungen in den kommenden Tagen sehr genau mitverfolgen", sagte Rolf Busch, Landesvorsitzender des Thüringer Lehrerverband (tlv).
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

25.05.2020, 18.11 Uhr
Kritiker2010 | Setzen, 6! Ablehnung abgelehnt!
Es ist natürlich bedauerlich, wenn man sich erst einmal darauf eingerichtet hat, vorerst gar nicht mehr auf Arbeit gehen zu müssen und stattdessen nur alle paar Tage ein paar gescannte Kopien per Schulwebsite bereit zu stellen. Da wirkt der Weg zurück in ein normales Lehrer-Arbeitsjahr mit 16 Wochen Urlaub – äh, ich meine Fortbildungen, Gremiensitzungen, etc. - schon ziemlich abschreckend.

Zitat: "Wir als Interessenvertretung der Frauen und Männer, die in unseren Schulen tagtäglich unter ohnehin schwierigen Bedingungen ihr Bestes geben ..." Ich glaube, darüber kann so mancher Arbeitnehmer oder Selbstständige nur müde lächeln.

Ich möchte den Damen und Herren Lehrern und ihren Vertretern aber gern etwas Mut machen:
Ein Ergebnis der Heinsberg-Studie von Prof. Streek war, dass Personen aus Mehrpersonen-Haushalten (also u.a. solchen mit Kindern), bei Covid-19-Infektionen tendenziell weniger starke Symptome entwickelten. Nehmen wir also mal ganz optimistisch an, dass Personen, die regelmäßig mit Kindern zu tun haben, eine Art Hintergrund-Immunität durch diverse "Kinderseuchen" besitzen. Im besten Fall könnte das auch für Lehrer zutreffen. Na, das klingt doch gleich viel netter, als die medial omnipräsente Todessehnsucht.

Und außerdem: Niemand verbietet den Lehrern sich angemessen selbst zu schützen, mit Mund-Nasen-Maske, Plexiglas-Gesichtsschutz oder gleich im ABC-Anzug.

Also raus aus der Bude und rein ins "Abenteuer Schule". Jeder muss seinen Beitrag leisten - schon aus Solidarität! Sonst kürzen wir den Pensionsanspruch wegen Schulschwänzen.

9   |  6     Login für Vote
25.05.2020, 21.07 Uhr
moonwalk | Einladung
Ich biete meinem Vorredner gern an mich einen Tag in der Schule zu begleiten. Kopien müssen ja gemacht werden und die viele Zeit für die Urlaubsplanung können wir im Lehrerzimmer bei einer Tasse Kaffee bunt gestalten.
Bitte im Ernst... das ist Ironie!
Kritik ist angebracht, wenn sie konstruktiv ist. Aber einen Berufsstand so über einen Kamm zu scheren und gleichzeitg negativ zu werten, zeigt mir mal wieder, dass einige Menschen fernab jeglicher Realität leben oder früher des Öfteren in der Schule Kreide holen waren.

Liebe Grüße!

9   |  4     Login für Vote
25.05.2020, 21.10 Uhr
MHI | Sehr gut Kritiker2010!!!!
Kann ich Ihnen nur zustimmen.

Wenn sich hier Verkäuferinnen, Krankenschwestern, Kindergärtnerinnen oder Apotheker beschweren würden - oder all die anderen die trotz des Lockdowns losgehen mussten oder losgegangen sind - dann hätte ich durchaus Verständnis für solch einen Artikel.
Aber der einzige Berufszweig der sich hier in der nnz ständig tief erschüttert zeigt - der war all die Zeit zu Hause.

Und bevor jetzt hier gleich wieder die Welle der Empörung reinbricht - nein - ich stelle nicht alle Lehrer auf eine Stufe. Es gibt gut 1/3 welche wirklich fleißig auch in Lockdownzeiten Aufgaben für die Schüler hochgeladen haben. Ein weiteres 1/3 tut dies eher gequält, missmutig und unregelmäßig. Und ein weiteres Drittel verweigert sich ganz. Zumindest ist das meine Einschätzung bei unserem Kind - welches jetzt eine BLF schreiben soll. Kann an anderen Schulen anders sein - gut möglich - aber nach Hörensagen eher nicht.

Wenn alle so denken und handeln würden, hätte dieses Land gar kein Geld zum verteilen in solchen Zeiten.

Schämen Sie sich Herr Busch. Immer nur rumnörgeln hat noch nie was besser gemacht. Vorschläge wie es laufen kann habe ich von Ihnen noch nie gelesen oder gehört. Vielleicht sollten Sie da mal ansetzen......

7   |  3     Login für Vote
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

digital
Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.