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Sa, 09:24 Uhr
05.09.2020
VdK fordert mehr pädagogisches Fachpersonal für Kitas

Bei der Kinderbetreuung darf nicht gespart werden

Rund drei Viertel aller Kindertagesstätten in Deutschland können ihren gesetzlich vorgegebenen Bildungsauftrag nicht oder nur eingeschränkt erfüllen. Das ist das Ergebnis des „Ländermonitors Frühkindliche Bildung 2020“ der Bertelsmann Stiftung. Thüringens Kitas und Krippen schneiden der Erhebung zufolge im bundesweiten Vergleich besonders schlecht ab…

2019 wurden im Schnitt 5,4 Kleinkinder unter drei Jahren von einer Person betreut, bei den Drei- bis Sechsjährigen war eine einzelne Betreuerin für 11,6 Kinder zuständig. Empfohlen wird ein Personalschlüssel von 1:3 für Krippen und 1:7,5 für Kindergärten. Dem werden auch die Zahlen in Hessen nicht gerecht. Hier kamen 2019 auf eine pädagogische Mitarbeiterin 3,8 Kleinkinder beziehungsweise 9,6 Kita-Kinder. In mehr als der Hälfte aller Einrichtungen in Deutschland seien die Kindergruppen generell zu groß, kritisieren die Bildungsforscher, zudem fehle es an qualifiziertem pädagogischen Personal.

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Dies bestätigen Daten der Bundesagentur für Arbeit: Demnach standen im Oktober 2019 100 freien Stellen für solche Fachkräfte nur 67 Bewerber*innen gegenüber. „Der gravierende Mangel an erzieherischen Fachkräften bereitet uns große Sorge. Frühkindliche Förderung und Bildung sind das A & O, um gleiche Chancen für alle Kinder zu schaffen. Daran darf auf keinen Fall gespart werden“, sagt Paul Weimann, Landesvorsitzender des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen. Deshalb setze sich der VdK für eine flächendeckend kostenfreie, ganztägige Kinderbetreuung ein, auch schon für die unter Dreijährigen.

„Kitas sollen die Entwicklung und Fähigkeiten des Kindes fördern, Erziehung und Bildung in der Familie unterstützen sowie den Eltern dabei helfen, Beruf und Betreuung miteinander zu vereinbaren“, sagt Weimann. „Ohne ausreichendes Personal ist dies kaum zu schaffen.“ Der VdK fordert daher dringend mehr gut ausgebildete Fachkräfte für die Kitas: „Nur durch eine deutliche Verbesserung des Personalschlüssels können qualitative Mindeststandards in der Betreuung gesichert werden“, so der Landesvorsitzende.

Problematisch ist aus Sicht des VdK auch die lange Erzieherausbildung, die nicht vergütet wird, sondern häufig Schulgeld kostet, sowie der spätere niedrige Verdienst bei zugleich hohem Anspruch an Kompetenz und Belastbarkeit. „Der Beruf muss attraktiver werden. Die pädagogische Ausbildung muss nicht nur kostenfrei, sondern auch angemessen vergütet werden, genau wie die Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern“, betont Weimann.
Autor: red

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