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So, 16:15 Uhr
25.10.2020
Tipss vom AvD

Autopflege im Winter

Ein erstes Vorzeichen auf den kommenden Winter gab es die letzten Tage schon. Nachts sanken die Temperaturen deutlich, in einigen Regionen rutschten sie unter die Null-Grad-Marke. In höheren Lagen fiel Schnee. Also genügend Gründe für Autofahrer, ihr Fahrzeug winterfest zu machen. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) gibt Tipps, wie das ohne viel Aufwand gelingt...

Eine Handvoll Maßnahmen genügen, um auch bei kalten Temperaturen, schlechtem Wetter und Dunkelheit sicher und gut unterwegs zu sein.

Winterreifen aufziehen
Zentral ist die richtige Bereifung des eigenen Fahrzeuges in der kalten Jahreszeit. An Winterreifen sollten nicht nur die Bewohner der Mittel- und Hochgebirgsregionen denken.

Auch im Flachland und in den Ballungsräumen sind Sommerreifen am eigenen Wagen keine gute Wahl mehr. Bei kalten Temperaturen bieten Winterreifen mit ihrer weicheren Gummimischung eine spürbar bessere Haftung. Das ergibt einen Sicherheitsgewinn auf feuchten Fahrbahnen mit Laub oder bei Reifglätte. Auf Schnee sind Winterreifen sogar unerlässlich: Das im Vergleich zu Sommerreifen offener geschnittene Reifenprofil verhindert, dass sich der Reifen mit Schnee zusetzt. Der Vortrieb wird dadurch aufrechterhalten.

AvD Tipp: Wer bei Schnee und Eis unterwegs ist, sollte den Reifendruck anders als vom Fahrzeughersteller immer um 0,2 bar erhöhen. Das öffnet das Lamellenprofil der Winterreifen weiter. Das heißt, sie werden griffiger und das wiederum wirkt sich positiv aufs Spurhalten, Bremsen und Lenken aus. Bei überwiegend trockener oder nasser Fahrbahn ist hingegen der vom Hersteller empfohlene Reifenfülldruck die beste Wahl.

Auch die Vorgaben der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) machen das Aufziehen von Winterreifen sinnvoll: In Deutschland besteht eine situative Winterreifenpflicht. Winterreifen im Sinne des Gesetzes sind Winter- und Ganzjahresreifen, die auf der Reifenflanke das „Alpine“-Symbol tragen. Eine M+S-Kennzeichnung hingegen reicht nicht mehr, weil damit bisher auch einige Sommerreifen markiert werden durften.

Gute Sicht ist in dunkler Jahreszeit besonders wichtig
Die Beleuchtung des eigenen Wagens ist ein weiterer wichtiger Punkt, der eine eingehende Prüfung verdient. Eine gut eingestellte und funktionierende Lichtanlage ist sicherheitsrelevant und minimiert das Unfallrisiko. Eine exakte Einstellung der Scheinwerfer setzt zudem einige Sorgfalt und Erfahrung voraus. Deshalb ist die Einstellung durch eine Fachwerkstatt erste Wahl. Bei modernen Lichtsystemen sind die Einstellungen automatisiert und lassen sich selbst nicht mehr exakt einstellen. Auch Lichtsysteme mit Kurvenlicht, selbständiger Ausblendung bestimmter Bereiche vor dem Auto lassen sich nicht selbst justieren. Hier eindeutig Finger weg!

Ladezustand der Batterie überprüfen
Die Funktionstüchtigkeit der Batterie leidet bei niedrigen Temperaturen. Die chemischen Prozesse zur Erzeugung der Energie verlangsamen sich durch Kälte. Dabei gilt: Je kälter die Batterie, desto weniger Strom stellt sie zur Verfügung. Spätestens bei wiederholten Startschwierigkeiten, wenn der Anlasser den Motor nicht in Schwung bringt, die Batterie überprüfen. Ein Warnzeichen ist auch schwächer werdendes, eingeschaltetes Scheinwerferlicht, wenn der Motor nicht läuft. Mit einem Spannungsmessgerät lässt sich der Ladezustand genauer feststellen. Dabei strikt nach Bedienungsanleitung vorgehen. Ergibt die Messung ein Ergebnis unter 12-Volt, muss entweder die Batterie geladen oder ausgetauscht werden. Wer sich nicht sicher ist, oder den Aufwand scheut, kann eine Werkstatt aufsuchen.

Kühlmittel nachfüllen
Auch der Flüssigkeitsstand des Kühlers und den Frostschutz des Kühlmittels sollte man kontrollieren. Bei kaltem Motor nachsehen, ob im Behälter im Motorraum der Stand zwischen den Markierungen für „Minimum“ und „Maximum“ liegen, andernfalls nachfüllen. Kühlflüssigkeit ist ein Gemisch aus Wasser und Zusätzen, die vor allem dem Rostschutz dienen. Wird es sehr kalt, muss Frostschutz ergänzt werden. Immer nach den Anweisungen im Bordbuch vorgehen. Tankstellen und Fachhandel haben die entsprechenden Produkte in kleinen Kanistern vorrätig. Auch dort fragen, wenn man sich unsicher ist.

Scheibenwischer müssen funktionstüchtig sein
Die Scheibenwischer ansehen, und den Zustand der Wischergummis durch Einschalten überprüfen. Bleiben Schlieren auf der nassen Scheibe ist die Wischerleistung nicht mehr zufriedenstellend. Im ersten Schritt Glasreiniger auf einen Lappen geben und die Wischkante der Gummis abziehen und auf Beschädigungen absuchen. Führt die erneute Probe zu keiner Verbesserung, sind auf jeden Fall neue Scheibenwischerblätter nötig. Bei dieser Gelegenheit sollte auch der Füllstand des Scheibenwaschwassers geprüft werden. Ist das Auffüllen notwendig, unbedingt einen Wischwasserzusatz mit Frostschutz verwenden oder entsprechende Konzentrate zum Selbermischen. Wer bei der Prüfung ohnehin an der Motorhaube steht, kann die Fugen und Lufteinlässe auch gleich von angesammeltem Laub befreien.

Wintercheck für AvD Mitglieder bei Bosch
Gut haben es AvD Mitglieder. Die können zwischen 1. Oktober und 31. Dezember bei teilnehmenden Bosch-Service-Betrieben als Rundum-Sorglos-Paket einen kostenlosen Wintercheck durchführen lassen, der neben einem Funktionstest der gesamten Fahrzeugbeleuchtung und der Scheibenwischanlage auch die Prüfung von Batteriespannung, Starterstrom, Abregelspannung, Kühlmittelstand und Frostschutzgehalt umfasst.

Dem Scheibenbeschlagen vorbeugen
Autoscheiben von innen mal wieder gründlich reinigen hilft gegen das Beschlagen und Blendeinwirkungen. Während der Sommermonate hinterlassen Klimaanlage und Lüftung einen feinen Belag. Mit Wasser verdünnter Brennspiritus oder ein Glasreiniger aus dem Supermarkt eignen sich zur Scheibenreinigung. Das Mittel auftragen und verreiben und anschließend gleich mit einem saugfähigen Tuch oder Zeitungspapier trocken wischen. Ein wichtiger Effekt von innen sauberen Scheiben ist auch, das Beschlagen des Glases zu mindern oder es gar zu verhindern. Die Feuchtigkeitspartikel finden deutlich weniger Möglichkeiten anzudocken.

Wichtig ist, Feuchtigkeit im Wageninneren zu minimieren. Auch so kann man das Beschlagen der Scheiben verhindern. Hausmittel, wie etwa in ein Leinentuch eingeschlagene Walnüsse, die im Beifahrerfußraum platziert werden oder ein Schälchen mit handelsüblichem Speisesalz können zum Einsatz kommen. Auch ein Raumentfeuchter aus dem Baumarkt kann helfen dem Beschlagen der Scheiben entgegenzuwirken. Wer es ganz perfekt machen will, tauscht zudem noch den Luftfilter für den Innenraum des Autos. Vor Antritt einer Fahrt Klimaanlage und Defrost-Einstellung aktivieren, um die Scheiben von innen frei zu bekommen.

Türdichtungen gegen Frost schützen
Zum Schutz gegen das Festfrieren der Türen hat sich Glyzerin bewährt, das mit einem Lappen auf die Türdichtungen des Autos aufgebracht wird. Wahlweise kann man aber auch einen Fettstift oder Babypuder verwenden; beides hat den gleichen Effekt. Die Mittel halten die Gummis geschmeidig, wirken Feuchtigkeitsabweisend und schützen die Dichtungen so wirksam vor Beschädigungen. Mit silikonhaltigen Mitteln vorsichtig sein, je nach Materialmix der Dichtungen können sie das Material angreifen. Vor dem Einsatz das Bordbuch zu Rate ziehen oder an der Tankstelle oder Werkstatt nachfragen.
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