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Di, 16:30 Uhr
01.06.2021
Helmut Peter forderte mehr Augenmaß von Politik und Hersteller

Automobiler Talk für Zukunftsmobilität

Thomas Peckruhn, Mario Schwarz, Dietmar Hoffmann und Helmut Peter luden am gestern Morgen gemeinsam mit weiteren Interessenvertretern aus dem Kfz-Gewerbe zu einem Expertengespräch ins Skoda Autohaus Schandert in der Lutherstadt Wittenberg ein. In dieser Runde erörterten und diskutierten sie die aktuelle Situation der Nachwuchsförderung im Kfz-Handwerk oder der Elektromobilität im ländlichen Raum...

Gesprächsrunde in Wittenberg (Foto: AHP) Gesprächsrunde in Wittenberg (Foto: AHP)
Aber auch die schleppenden Zulassungsprozesse bei den Behörden sowie die Herausforderungen, die die Corona-Pandemie für die Branche mit sich bringt, wurden angesprochen.

Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, sieht im ländlichen Raum seine Aufgabe, die Bildung und Digitalisierung massiv voranzutreiben. Auch ist für ihn wichtig, dass die nächste Bundesregierung den Motor der deutschen Wirtschaft, die Automobilindustrie, nicht infrage stellt. Zu erneuerbaren Energien und Elektromobilität sagt er Ja, jedoch nicht um jeden Preis.

Thomas Peckruhn, Vizepräsident Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Präsident Mitteldeutsches Kraftfahrzeuggewerbe (MDK) und Präsident des Kfz-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, forderte vehement von den Landkreisen die Umstellung auf die elektronische Zulassung, um Bürokratie abzubauen und den Prozess zu beschleunigen. Die Landratsämter müssen sich bei den Zulassungen endlich als Dienstleister der Branche verstehen.

Als eine weitere große Herausforderung sieht Dietmar Hoffmann, Geschäftsführer Mitteldeutsches Kraftfahrzeuggewerbe (MDK), die Ausbildung in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Vor allem die Aus- und Weiterbildung in der Elektrotechnik sei eine große Aufgabe für die Zukunft.

Gesprächsrunde in Wittenberg (Foto: AHP) Gesprächsrunde in Wittenberg (Foto: AHP)
Helmut Peter, Vizepräsident Mitteldeutsches Kraftfahrzeuggewerbe (MDK), Präsident des Kfz-Landesverbandes Thüringen und Inhaber der Autohaus Peter Gruppe, rückte individuelle Mobilität, die bezahlbar sein muss, in den Vordergrund. Er legte zudem das Augenmerk auf elektrische Leasing-Rückläufer, die nach 1-3 Jahren wieder zurück ins Autohaus kommen und weitervermarktet werden müssen. Hier gäbe es Nachholbedarf an Fördermöglichkeiten, damit ein Kaufanreiz im Gebrauchtwagenbereich für die Endkunden bleibt.

Helmut Peter war sich mit seinem Verbandskollegen Thomas Peckruhn und dem Ministerpräsidenten in vielen Dingen einig, was die Elektromobilität angeht: Es kann nicht so schnell gehen, wie Politik und Hersteller es fordern. Der Endverbraucher muss das Umweltbewusstsein in den Mittelpunkt rücken und einen wesentlich höheren finanziellen Anreiz für die nächsten Jahre bekommen und nicht nur für die ersten 1-3 Jahre.

Auch die Corona-Pandemie wurde zum Themenschwerpunkt der Experten-Runde, denn die Auswirkungen werden noch lange in der Automobilwirtschaft spürbar bleiben. Der Ministerpräsident hatte hier jedoch gute Nachrichten: Der Individualverkehr ist im Kommen – hier können die AHA-Regeln gut eingehalten werden. Außerdem wird die Wirtschaft von den Rücklagen profitieren, die die Haushalte in den letzten Monaten aufgrund der pandemischen Situation zurücklegen konnten.

Aus Konzernkreisen ist bekannt, dass die Peter-Gruppe mit ihrem Stammsitz in Nordhausen, am Standort Wittenberg derzeit rund zehn Millionen Euro. Bis Mitte nächsten Jahres entsteht hier ein Autohaus nach modernsten Anforderungen und Gesichtspunkten.
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Kommentare

01.06.2021, 22.50 Uhr
grobschmied56 | E-Mobilchen ? - Danke nein...
... ich bin nicht Rockefeller. Elektroschrott zu Apothekenpreisen, das kann ich mir nun mal nicht leisten. Dafür sorgt schon die deutsche Rentengesetzgebung, die Menschen, welche 45 Jahre lang hart gearbeitet haben fast auf eine Stufe stellt mit, 'denen, die noch nicht so lange hier leben' aber eben ein halbes Dutzend Kinder vorweisen können. (eigene oder ausgeliehene)
Meine Kernforderung an die Elektroschrott-Branche:
Bietet mir ein vernünftiges, alltagstaugliches Fahrzeug, welches nicht wesentlich mehr als mein altes kostet, wenigstens die halbe Reichweite hat (also mindestens 400 Km) und dessen Kosten pro 100 Km nicht höher als 6 Eu sind. Ich brauche kein 'autonomes Fahren' und keine 15 Fahrassistenten. Fahren kann ich selbst, besser als Laufen.
Außerdem sollte das 'Tanken' maximal 5 mal so lange dauern, wie bei meinem 'Alten' (nicht länger als eine halbe Stunde) Und bitte ohne Komplikationen und sinnlose Schikanen. Wenn ich nachlese, was E-Fahrer für Verrenkungen machen müssen, um an ein paar lumpige Kilowattstunden Elektroenergie zum Weiterfahren zu gelangen... daß isch misch net kaputtlach! (sagt der Hesse)
Ein E-Fahrer schleppt ein ganzes Sortiment von Karten mit sich rum, wenns geht auch noch mehrer Apps auf dem Mobiltelephon. Wenn er Pech hat, funktioniert nix von dem ganzen neumodischen Schnulli.
Bietet mir eine Ladesäule, an der ich GARANTIERT mein Fahrzeug schnell, sicher und unkompliziert aufgeladen bekomme, auch für BARGELD.
So wie das Tanken von Benzin oder Diesel an einer ganz normalen Tankstelle klappt, so sollte auch Elektro funzen. Solange ihr das nicht sicherstellen könnt, tut es mir eben sehr traurig um Euren ganzen tollen Fortschritt. Der ist dann eben keiner in meinen Augen.
Und so lange werde ich mein altes Auto sehr gut pflegen, sehr sorgsam behandeln und liebevoll über die nächsten Jahre und den TÜV bringen. Auto zu fahren ist für mich nämlich ein grundlegendes Bedürfnis, wie ein Glas Wein, eine Kippe, eine Tasse Kaffee, eine Bratwurst, ein guter Rock'n Roll über meine 15 Zoll Box. Wenn das nicht mehr geht, könnt Ihr den Grobschmied getrost beibuddeln. :-))

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02.06.2021, 08.11 Uhr
Flitzpiepe | Ja, so sieht es wohl aus
Der Grobschmied ist einfach nicht mehr die Zielgruppe der Autoindustrie. Aber die gute Nachricht ist für ihn (und viele andere), dass er das auch nicht mehr sein muss. Es wird für alle, die das wollen, immer noch Verbrennerautos geben.
Wer ernsthaft Bargeldbezahlung an den Ladesäulen fordert, der kann/sollte sich wirklich nicht mehr auf jegliche technische Weiterentwicklungen einlassen.

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