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Sa, 19:57 Uhr
24.09.2022
Öko-Mosterei in Silkerode

Eichsfelder mit Thüringer Bio-Preis ausgezeichnet

Die Öko-Mosterei „MALUS“ aus Silkerode wurde am heutigen Samstagmittag mit dem Thüringer Bio-Preis ausgezeichnet. Das Eichsfelder Unternehmen erhielt ihn in der Kategorie „verarbeitetes Bioprodukt“...

Der so genannte „Bio-Preis Thüringen“ wird jährlich vom Thüringer Landwirtschaftsministerium vergeben und ist mit insgesamt 13.500 Euro dotiert. Eine fünfköpfige Jury bestehend aus Vertretern der Verbraucherberatung, der Biobranche, der Wissenschaft und des Thüringer Bauernverbandes wählt die Preisträger aus drei Kategorien aus:

  • „Unverarbeitetes Bioprodukt“
  • „Verarbeitetes Bioprodukt“
  • „Konzept zur Vermittlung der Werte des ökologischen Landbaus“


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Die Öko-Mosterei „MALUS e.V.“ in Silkerode gibt es bereits seit April 1994 und dahinter verbirgt sich nicht bloß ein Unternehmen, sondern eine Lebenseinstellung. Im November 1991 gründeten die Göttinger Studenten Ingmar Dalchow und Kora Schnieders zusammen mit anderen Kommilitonen den Verein „MALUS e.V.“. Das lateinische Wort „Malus“ bedeutet übersetzt „Apfel“. Der Begriff „MALUS“ steht hier aber als Abkürzung für „Mostaktion Lebensraum ungespritzte Streuobstwiese“.

Die fünf Studenten der Forstwissenschaften, Biologie und Geografie wollten nach eigener Aussage etwas dagegen tun, „dass hiesige Streuobstwiesen vergammeln und die Äpfel und Säfte aus dem Ausland kommen“ (Zitat Kora Schnieders). Von der Ökobank Frankfurt erhielt der Verein damals günstige Kredite; damit kaufte man in Silkerode eine 10 Hektar große Streuobstwiese sowie ein heruntergekommenes Gehöft, in dem sich früher die Gemeindeschenke befand. Dieses Anwesen richteten die Studenten in Eigenregie für ihre Bedürfnisse her und überzeugten damit auch die skeptischen Dorfbewohner. Zu fünft lebte, arbeitete und musizierte man fortan gemeinsam in einer kleinen Hofgemeinschaft und engagierte sich in der Friedensbewegung.

Bereits im ersten Jahr ihres Bestehens presste die Mosterei ca. 4.000 Liter Saft aus heimischen Äpfeln. Der Saft gelangte ohne Zwischentanks in Mehrwegflaschen, welche über die Frucht-Kooperative Göttingen vertrieben wurden. Für die Abwässer stellte ein Förderprogramm der EU finanzielle Mittel bereit, mit denen eine Pflanzenkläranlage errichtet werden sollte. War das Unternehmen anfangs noch ein Zuschussgeschäft, erwies es sich im Laufe der Zeit als selbsttragend. Das lag u.a. auch an der so genannten „Bio-Welle“, welche seit Ende der 1990er Jahre über Deutschland hinweg rollte und von der Politik großzügig gefördert wurde.

Preiswerte Bio-Säfte, Kapazitätserweiterungen, Modernisierungsinvestitionen und nicht zuletzt auch die ständig steigende Zahl von Kunden und Obstbauern aus der Region, sorgten dafür, dass die Öko-Mosterei in Silkerode über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt wurde. Die anfangs aus fünf Studenten bestehende Hofgemeinschaft ist inzwischen auf 10 Personen angewachsen und aus dem Ort nicht mehr wegzudenken. Auf dem Hofgelände befindet sich heute neben der Mosterei noch eine Biogärtnerei und eine Naturheilpraxis. Im April 2024 feiert der Betrieb sein 30jähriges Firmenjubiläum.
Michael Kruppe
Autor: red

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