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Do, 21:20 Uhr
16.03.2023

In Norwegen den Grundstein für Graz legen

Nach dem hart erarbeiteten 32:24-Sieg gegen das Tabellenschlusslicht VfL Waiblingen geht es für den Thüringer HC mit Hin- und Rückspiel im Viertelfinale der EHF European League gegen den norwegischen Vertreter Sola HK um den Einzug ins Final4 in Graz...

Zunächst muss der THC am Sonntag, den 19. März, um 16 Uhr in Stavanger antreten, bevor die Norwegerinnen am nächsten Sonntag, den 26. März, um 14 Uhr in der Salza-Halle zu Gast sind.

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Rückblick:
Ende gut, alles gut, verletzungsbedingt ohne etatmäßige Aufbauspielerin, tat sich der Favorit gegen den VfL Waiblingen über das gesamte Spiel sehr schwer. Der Außenseiter hatte sich etwas vorgenommen, zeigte im Spielverlauf immer weniger Respekt und lieferte so dem Favoriten lange Zeit ein Match auf Augenhöhe. Mit “halber Kapelle” ging es auch für den Tabellenzweiten nicht so einfach.

Herbert Müller selbst spricht von einem Arbeitssieg, der “wirklich eine Menge Arbeit gekostet hat.” Am Ende gewann der THC sogar vier Punkte, denn gleichzeitig verlor der Mitbewerber um die EHF European League-Plätze, Borussia 09 Dortmund sein Heimspiel gegen den Buxtehuder SV. Der Vorsprung beträgt nun acht Punkte auf den Tabellendritten, merkt Herbert Müller in seinem Rückblick zum Mittwochspiel an: “Man merkt speziell bei Dortmund und bei uns, dass die englischen Wochen an den Kräften zehren. Wir sind die einzigen beiden Mannschaften, die noch international tätig sind und ich hoffe, dass beide Mannschaften einen sehr guten Einstand ins Viertelfinale der European League finden. Es ist schon herausragend, dass zwei deutsche Mannschaften so weit gekommen sind.”

Neben Torhüterin Irma Schjött fehlten Annika Lott, Sonja Frey und Madleine Hilby verletzungsbedingt. Damit stand keine unserer Spielmacherinnen auf der Platte.

“Anika Niederwieser musste die Mittelposition übernehmen, weil keine Mitte-Aufbauspielerin mehr da war.”, so Herbert Müller. Unterstützt wurde sie dabei von Jennifer Rode.

Es besteht die Hoffnung, dass zumindest Annika Lott am Sonntag in Stavanger dabei ist. Sie ist die Topscorerin der EHF European League und führt die Rangliste der besten Werferinnen mit 58 Toren an. Dass ein Spielregisseur fehlte, merkte und sah man dem THC-Spiel deutlich an. In der ersten Halbzeit funktionierte bei nur sieben Gegentoren die Abwehr bestens. Die zeigte sich aber in Halbzeit zwei als anfällig und so kam der Bundesliganeuling auf zwei Tore an den Favoriten heran.
"Waiblingen" hat uns einen richtigen Kampf geliefert. Es war lange spannend und ich bin froh, dass wir hinten heraus den längeren Atem hatten.”, analysiert der THC-Coach. Ein Lob hatte er zudem für Johanna Reichert und Nikoline Lundgreen übrig, die erfolgreich aus dem Rückraum agierten.

Das Spiel war bestimmt nicht schön anzusehen, aber die Fans standen hinter dem Team und das kämpfte, um den Sieg einzufahren. Die Jüngste der Mannschaft, Johanna Reichert, übernahm Verantwortung und warf zehn Tore, die andere Rückraumseite mit Jennifer Rode und Nicole Lundgreen sorgte für insgesamt zehn weitere Tore. So wurden beide Halbzeiten am Ende mit je vier Toren gewonnen. Für den Arbeitssieg verdiente man sich keinen Schönheitspreis, aber die Mannschaft bleibt mit diesem Sieg Verfolger von Bietigheim, Platz zwei sollte nun sicher sein.

Zum Spiel:
2009 stand der THC schon einmal in einem europäischen Finale, damals im EHF Challenge Cup. Beide Finalspiele gegen Circles Nimes aus Frankreich wurden verloren. 2019 erreichte der Thüringer HC schon einmal als Gruppensieger das Viertelfinale im EHF Cup und war in beiden Spielen RK Podravka Vegeta aus dem kroatischen Koprivnica unterlegen. Nun steht der THC als Gruppensieger in der EHF European League wieder in einem Viertelfinale, nur noch zwei Spiele von der Teilnahme am FINAL4 in Graz entfernt. Für Herbert Müller ist ”das eine historische Chance, eine Chance, vielleicht um den ersten internationalen Titel für den Thüringer HC zu spielen.” Unglück zeigt er sich über das Training mit seiner Mannschaft. Krankheits- und verletzungsbedingte Ausfälle ließen kein effektives Training zu.

Mit einem Wimpernschlag möchte man schon an den bisher größten Erfolg des THC in seiner langen internationalen Geschichte glauben. 135 Mal hat man auf EHF-Ebene bisher gespielt, die nächsten zwei Spiele werden die wichtigsten. Der Gegner, den es zu bezwingen gilt, kommt aus Norwegen, aus dem Land des mehrfachen und aktuellen Welt- und Europameisters im Frauenhandball. Sola HK steht in der norwegischen Liga auf Rang drei hinter dem Überflieger und dem doppelten Champions League Sieger Vipers Kristiansand und dem zweiten norwegischen Champions League Team Storhamar Handball Elite.

“Sola ist eine sehr unangenehm zu spielende Mannschaft.”, weiß Handballfuchs Herbert Müller und verweist auf die Spiele von Sola HK gegen die norwegischen Ligakonkurrenten, die immer noch in der Champions League dabei sind.

Die Besonderheit: Bei Sola spielen nur Norwegerinnen mit einer Ausnahme. Im Tor steht mit Rinca Duijndam eine niederländische Weltmeisterin, die in der Vorsaison noch im THC-Tor stand. Rinca hatte beim THC nach ihrem Dortmund-Trauma eine schwere Zeit. Bei uns absolvierte sie nur zwölf Pflichtspiele. Sie hatte vielleicht zu viel zugetraut und musste wegen eines Burnouts eine Handballpause einlegen. Der THC ließ sie schweren Herzens ziehen. Rinca erinnert sich und ist dem THC dafür dankbar. “Der Thüringer HC hat für immer einen Platz in meinem Herzen”, sagt sie, und sie freut sich auf das Wiedersehen am nächsten Sonntag in der Salza-Halle. Trainer, Mannschaftskolleginnen und die Fans freuen sich auf das Wiedersehen mit ihr in der Salza-Halle. Der Star der Mannschaft ist die langjährige norwegische Nationalspielerin (288 Länderspiele/822 Tore), Doppelolympiasiegerin, dreifache Weltmeisterin und viermalige Europameisterin Camilla Herrem. Man wartet schon auf ihr baldiges Comeback, sie befindet sich noch in der Babypause. Die Ehefrau von Sola-Chefcoach Steffen Stegavik brachte ihren zweiten Sohn zur Welt. In der jungen Mannschaft spielen zahlreiche norwegische Jugend- und Junioren-Auswahlspielerinnen und mit der Rückraumspielerin Kristina Nowak eine weitere aktuelle Europameisterin von 2022. Sola HK sah zunächst wie der sichere Sieger der Gruppe C aus, war am Ende nach einer Niederlage gegen Nykobing Falster aus Dänemark punktgleich mit Nykobing und Schaeffler Debrecen aus Ungarn.Im Dreiervergleich landete man auf Rang zwei der Gruppe C. Sola erreichte in der letzten Saison als Gruppensieger das Viertelfinale, scheiterte dort an CS Minaur Baia Mare aus Rumänien. Ihr großes Ziel ist ebenso wie für den Thüringer HC, der Einzug ins FINAL4. Der kleine Vorteil des Gruppenersten ist, dass man zuerst auswärts antritt. In Norwegen sollte der THC seine diesjährige Auswärtsstärke, die gerade in der European League zum Tragen kam, erneut unter Beweis stellen, um ein solides Resultat zu erreichen, das uns die Chance für das Weiterkommen ins Finalturnier im anschließenden Heimspiel offen hält.

“Ein Sieg wäre gut, eine Niederlage mit zwei bis drei Toren lässt sich noch wettmachen!", meinte Herbert Müller. Es wird darauf ankommen, ob die Verletzten wieder mitmachen können. Mit “voller Kapelle” haben wir eine Chance, doch das wird sich erst kurzfristig entscheiden. “Sola ist eine sehr ausgeglichene Mannschaft, die sehr gut ausgebildete ist und ihre Kräfte gut verteilen kann. Sie haben viele gleichwertige Spielerinnen, die ihre Basics gut beherrschen. Ein Team, das als Mannschaft auftritt und als solche besticht. Es wird schwer werden, meine Mannschaft konkret einzustellen, weil die Norwegerinnen so typisch skandinavisch mit dem schnellen Handball aus einer soliden Abwehr sehr viel Tempo machen. Trotzdem wittern wir unsere Chance.”, gibt sich der Trainer des THC optimistisch.

Es wäre die Krönung in einer bisher ordentlich laufenden Saison. In Stavanger muss die Mannschaft dafür eine solide Leistung abrufen und ein ordentliches Resultat erzielen.

Zum Kader:
Im Mittwochspiel fehlten Annika Lott mit einer Schulterverletzung, Sonja Frey und Madeleine Hilby. Irma Schjött musste nach einem Kopftreffer pauseieren. Übrigens: Irma Schjött ist die Nachfolgerin von Rinca Duijndam bei den Thüringerinnen und im Ranking der EHF der abgewehrten Bälle rangiert Irma knapp vor Rinca. Da treffen zwei Rivalinnen aufeinander. Hoffentlich gelingt es den Ärzten und Maria Galić, unserer tollen Physiotherapeutin, die Mädels wieder fit zu bekommen.
HaJo Steinbach/Bernd Hohnstein
Autor: red

Kommentare
Flitzpiepe
17.03.2023, 11.07 Uhr
Warum
ist das Rückspiel am 26.3. nicht in Nordhausen?
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