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Do, 18:50 Uhr
20.03.2014

Zusammenspiel von Wasser und Energie

Alljährlich findet am 22. März der Weltwassertag statt. Das diesjährige Motto heißt Wasser und Energie zwei Bereiche, die eng miteinander in Zusammenhang stehen und auf die wir tagtäglich angewiesen sind...

Einerseits nutzen wir die Wasserressourcen zur Energiegewinnung zum Beispiel an Staudämmen oder zur Kraftwerkkühlung. Andererseits brauchen wir Energie, um Wasser aufzubereiten und zu transportieren.

Zum Weltwassertag (Foto: EW) Zum Weltwassertag (Foto: EW)

Manuel Dietrich, Meister im Kläranlagenbereich, schaut regelmäßig nach den Werten des BHKW auf der Kläranlage Leinetal. Sie nutzt das vor Ort produzierte Faulgas und arbeitet durch Kraft-Wärme-Kopplung besonders effizient.


Neben den Kernaufgaben der Wasserver- und Abwasserentsorgung beschäftigt den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Obereichsfeld (WAZ) auch der Aspekt Energie. Im Bereich der Trinkwasserversorgung beispielsweise bei der Optimierung der Pumpwerke und der Steuersysteme. Einheiten mit hohem Stromverbrauch werden erneuert und das gesamte Versorgungsnetz auf Verbesserungspotentiale hin geprüft. Um zu hohem Energieverbrauch vorzubeugen, wird auch stetig daran gearbeitet Wasserverluste durch Rohrbrüche zu verringern. So sanken 2013 die Wasserverluste beim WAZ Obereichsfeld auf inzwischen rund 15 Prozent (vgl. 1993: 52%).

Noch bedeutsamer ist die Thematik Energie im Umfeld der Abwasserentsorgung, denn Kläranlagen gehören zu den größten kommunalen Stromverbrauchern. Alle Kläranlagen in Thüringen zusammen verbrauchen jährlich rund 90 Millionen Kilowattstunden (kWh), das entspricht 40 kWh pro Einwohner im Jahr. So beginnt Energiesparen beim WAZ Obereichsfeld bereits bei der bewussten Auswahl der passenden Reinigungsverfahren.

Unter anderem entstand beim Modellprojekt „Gewässersanierung Walse“ in Wüstheuterode eine Kläranlage aus einer Kombination von technischen und naturnahen Elementen. Diese Art der Abwasserklärung ist besonders energieeffizient und benötigt gerade mal ca. 20 kWh Strom pro Einwohner im Jahr. Nach diesem Prinzip wurden auch die Anlagen in Berka v. d. Hainich, in Büttstedt sowie die Kläranlage Unteres Leinetal bei Arenshausen gebaut. Weitere sollen in den nächsten Jahren im Einzugsgebiet des Schildbachs und in Wendehausen folgen.

Ein Energieeinspareffekt konnte auch mit der erweiterten und energetisch optimierten Kläranlage Leinetal in Uder erreicht werden. Durch die Faulgasverwertung in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) konnten seit der Inbetriebnahme im Mai 2013 bis Ende des Jahres bereits 430.000 kWh Strom selbst erzeugt und verwertet werden. Dies entspricht etwa 40 Prozent des Jahresenergiebedarfs der Anlage. 2014 soll dieser Wert auf 75 Prozent steigen.

Konzeptionell befasst sich der WAZ aktuell unter anderem mit der Ausschöpfung der Energiepotentiale der Kläranlage Horsmar. Auch hier wird untersucht, inwieweit eine Verfahrensumstellung auf eine Faulung mit energetischer Verwertung möglich ist. Bei der Energiepreisentwicklung ist sich der WAZ sicher, dass eine solche Umstellung zunehmend auch bei mittleren und kleinen Anlagen wirtschaftlich ist.

Um sich von der Transparenz der Arbeit des Zweckverbands und der von ihm beauftragten EW Wasser GmbH zu überzeugen, lädt dieser bereits jetzt zum jährlichen Tag der offenen Tür ein. Dieser findet am Sonntag, dem 1. Juni 2014, auf dem Gelände der Kläranlage Leinetal in Uder statt. Alle Interessierten können sich dann vor Ort zu den Themen Wasser, Abwasser und Energie informieren.



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