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Fr, 08:32 Uhr
22.03.2019
Wacker will in Erfurter einen Auswärtssieg

Brisantes Derby im Steigerwald

Ein ganz besonderes Gastspiel erwartet den Tabellenvierten der Regionalliga Nordost, den FSV Wacker 90 Nordhausen am Sonntagmittag beim Tabellenfünften, dem Fußballclub Rot-Weiß in der Landeshauptstadt Erfurt...

Der Ex-Erfurter Kammlott im Duell mit dem Ex-Nordhäuser Lela während des Spiels in der Hinrunde

Der letzte Sieg der Nordhäuser in Erfurt datiert aus dem letzten Jahrtausend und ist nun 23 Jahre und 8 Monate her. Es war in der damaligen Regionalliga am 12. August 1995, als die Nordhäuser ihren einzigen Punktspielsieg in bisher sieben Anläufen dieses Thüringenderbys einfahren konnten. Das letzte Aufeinandertreffen im Steigerwald war ein sehr schmerzliches für den FSV Wacker 90. Das Thüringer Pokalendspiel im Mai 2017 verloren die Südharzer mit dem denkbar unglücklichsten aller Ergebnisse nach couragiertem Kampf mit 0:1.

Nach den Resultaten, die beide Thüringer Kontrahenten in den letzten Wochen erzielt haben, deutet vieles darauf hin, dass der FSV Wacker 90 am Sonntag im Steigerwald womöglich seine Negativserie stoppen und mit einem Sieg im Gepäck die Heimreise antreten kann. Die Erfurter konnten 2019 überhaupt noch nicht gewinnen, haben von sechs Spielen vier verloren und sich zuletzt mit einem peinlichen Auftritt beim Tabellenschlusslicht Rathenow ordentlich blamiert. Die traurige Bilanz lautet 2 Punkte und 4:10 Tore.

Ganz anders der FSV aus der Rolandstadt, der seit fünf Ligaspielen ungeschlagen ist und vier davon sogar gewinnen konnte. Den frischen Wind in der Parkallee brachte nicht zuletzt der Trainerwechsel, denn seit Volkan Uluç abgelöst wurde, ist bei den Wacker-Angreifern der Knoten geplatzt und in fünf Spielen wurden 17 Tore erzielt.

RWE-Trainer Thomas Brdaric bemängelte unter der Woche in einem WELT-Interview die schlechten Bedingungen, die er in der Regionalliga vorfindet: „Das fängt damit an, Wasserkisten zu besorgen und endet damit, im Winter einen Platz zu finden, auf dem wir einigermaßen risikofrei trainieren können.“ Weiterhin beklagte er, dass es „um fehlende Sponsoren, ums Schiedsrichterwesen, um Anstoßzeiten und, und, und“ gehe. „Manche Vereine haben gute Trainingsbedingungen, andere katastrophale. Wie soll ein Trainer auf einem holprigen Acker Techniktraining machen? Man hat mit so vielen Umständen zu kämpfen, das spüre ich jeden Tag.“

Am Sonntag wird er die Vorzüge seines guten, neuen Platzes im Erfurter Steigerwald genießen können, wenn er auf seine ehemaligen Leverkusener Vereinsgefährten Heiko Scholz und Ulf Kirsten trifft.
Natürlich gelten alle Voraussagen und statistischen Eventualitäten dann keinen Deut mehr, wenn eine bis in die Haarwurzeln motivierte Rot-Weiß-Elf ihren Fans einen Heimsieg gegen den Emporkömmling aus dem Norden schenken will.

Und für die Wacker-Truppe stellt sich die Situation ähnlich dar: ein Sieg würde die neue Vorrangstellung der Rolandstädter eindrucksvoll manifestieren. Ein Derby auf Augenhöhe ist zu erwarten, bei dem die Tagesform und die größtmögliche Fehlervermeidung den Ausschlag geben könnten. Das Spiel wird auch ein Duell zweier hervorragend besetzter Angriffsreihen werden. Wirbeln bei den Erfurtern Jovanovic und Shala die Gegner durcheinander, so ist in Reihen der Nordhäuser vor allem der Ex-Erfurter Carsten Kammlott immer für einen Treffer gut.

Erstmals betritt er im Wacker-Trikot wieder seine alte Wirkungsstätte. Fehlen werden den Nordhäusern weiterhin Jerome Propheter und Paul Kirchner sowie der grippeerkrankte Pierre Merkel. Maurice Pluntke und Dino Medjedovic sind zurück im Kader und auch Stepan Kores ist wieder fit.
Olaf Schulze
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Kommentare

22.03.2019, 09.49 Uhr
h3631 | RWE ist nicht zu bedauern
Laut Thomas Brdaric sind die Erfurter zu bedauern und er auch.
Ich erinnere mich an unser Heimspiel wo er großspurig nur Negatives über den AKS sagte. Heute hat er die Katze aus dem Sack gelassen was in Erfurt im Argen liegt.
Außer dem Platz der im guten Zustand ist muss einiges nicht stimmen. Das hat er ja auch bevor er bei RWE als Trainer sich beworben hat bestimmt gewusst.
Da kann man keinen bedauern.Er war warscheinlich zu verwöhnt in seiner letzten Trainer Tätigkeit.

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22.03.2019, 10.43 Uhr
gandalf | Einmal Köpfchen streicheln bitte
Derr Herr Brdaric ist wirklich zu bedauern! Ich kann mich noch gut erinnern, als er beim Pokalspiel im letzten Jahr des Platzes verwiesen wurde und in seinem Käfig hinter der Trainerbank (von 4 furchteinflößenden Ordnern bewacht), auf und ab tigerte , und nicht mehr mitmachen durfte. Soviel Ungerechtigkeit und Niveaulosigkeit ist ihm während seiner langen Karriere noch nie untergekommen!!!

Jetzt stellt er auf einmal fest, dass in unserer glorreichen, mit Prestigeobjekten (Flughafen, Messe, STEIGERWALDSTADION) übersäten, Landeshauptstadt auch nichts besser ist. Klasse!

Eines muss man ihm lassen: er hat in der Hinrunde aus einer zusammengewürfelten Truppe überdurchschnittlich viel heraus geholt. Jetzt, wo mal wieder die finanzielle Säge klemmt, lassen ihn seine selbsternannten Führungsspieler (oder wie sich der Herr Becken gerne sebst bezeichnet) gnadenlos im Stich. Aber ist ja auch kein Wunder - wenn er seine Profis, die natürlich nicht des Geldes wegen nach Erfurt gekommen sin, nicht mal soweit im Griff hat, dass die ihre Wasserflasche selbst bis zum Trainingsplatz und zurück tragen können...dann muss er einem einfach leid tun!

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22.03.2019, 12.16 Uhr
tannhäuser | Die lange Fehlerkette beim RWE...
...begann sportlich und finanztechnisch schon ab 1990 beim Übergang aus der DDR-Oberliga in die 2. Bundesliga mit dem sofortigen Abstieg, aber einer EC-Teilnahme bis in die 2. Runde.

Was danach an Missmanagement, sportlichem und finanziellem Größenwahn, übertriebener Erwartungen bei Fans und Sponsorenumfeld sowie Verpflichtungen satter, sich selbst überschätzender Spieler- und Trainersuperstars folgte, hat andere "Traditionsvereine" in Ost und West schon früher in die Insolvenz und/oder noch tiefere Ligaklassen geführt.

So gesehen hat RWE bisher noch "Glück" gehabt. Ich empfinde weder Häme noch Mitleid.

Aber Brdaric benimmt sich als Trainer genauso wie er als Spieler war. So gesehen passen Topf und Deckel perfekt aufeinander.

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22.03.2019, 16.18 Uhr
RWE | Brdaric war schon immer so
Man erinnere sich an seine Begegnung mit Kahn. Es vergeht kaum ein Spiel ohne Kritik am Schiedsrichter oder anderen Sachen. Das stößt auch so manchen in der rot-weißen Fangemeinde auf. Ob die Spieler ihn nicht folgen oder ihnen das Pech an den Schuhen klebt oder gar der Trainer die Mannschaft falsch einstellt sei dahingestellt. Vielleicht ist er nur ein Übergangstrainer in einer Übergangszeit. Denn es war sowieso nur eine Übergangssaison wo es galt zu überleben. Ich denke Anfang April wird es gute Nachrichten zur Ausgliederung geben, ich hoffe die Mannschaft fängt sich, um sich auf die neue Saison einzuspielen. So leicht wie jetzt wird es Wacker in der nächsten Saison nicht haben.
Viel Spaß beim aus rot-weißer Sicht "kleinen" Derby!

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